Merkel-Auftritt

30.04.2014

Die Gunst der Stunde

Stromtrassen-Gegner nutzen das Gastspiel der Kanzlerin und organisieren eine Demonstration. Wie Stadt und Polizei alles in einem geregelten Rahmen halten wollen

Die Bundeskanzlerin wird mit ihrem Auftritt am Montag in Ingolstadt nicht nur Menschen anziehen, die sich für die Europawahl interessieren.

Angesagt – und bei der Stadt ordnungsgemäß angemeldet – ist inzwischen auch eine größere Demonstration von Menschen, die gegen die geplante Stromtrasse durch die Region protestieren wollen. Auch aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen werden sich Bürgerinitiativen daran beteiligen. Das gibt auch den Sicherheitsbehörden zusätzliche Aufgaben.

Schon Merkels Gastspiel an sich ist eine Herausforderung vor allem für die Polizeiinspektion Ingolstadt. Laut stellvertretendem Leiter Thomas Rieger müssen er und seine Beamten zahlreiche Abstimmungen mit dem Personenschutz der Kanzlerin und dem Bundeskriminalamt vornehmen. Das direkte Umfeld vor der Bühne auf dem Rathausplatz wird abgesperrt, der Zugang dorthin ist nur einem ausgewählten Personenkreis von Gästen und Journalisten möglich. Die Maßnahmen sollen aber so getroffen werden, dass die politisch interessierten Zuhörer noch ausreichend Platz und Blickfeld haben. „Es werden die üblichen Personenschutzmaßnahmen von der Art ablaufen, wie sie in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt bei solchen Veranstaltungen notwendig sind“, sagt der Polizeirat. Das weitere Umfeld des Rathausplatzes wird abgesichert sein. Wer Merkel erleben möchte, muss mit Personenkontrollen rechnen.

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Eine Zusatzaufgabe stellt die Demonstration der Stromtrassengegner dar, die gleichzeitig angemeldet ist, Die Polizei rechnet laut Rieger mit mindestens einigen Hundert Demonstranten, wie viele es sein werden, können aber auch die Organisatoren der Protestkundgebung noch nicht abschätzen. Einige Bürgerbewegungen der Region stimmen sich in diesen Tagen selbst noch ab. Am Freitag soll es eine Besprechungsrunde zwischen Demonstranten, Stadt und Polizei geben. Die Demonstranten sollen auf dem Rathausplatz ausreichend Platz bekommen. „Die wollen auf ihr Anliegen ja nicht auf einem Hinterhof daneben aufmerksam machen“, sagt der stellvertretende Polizeichef. Wie die Demonstration neben dem Gastspiel der Kanzlerin abgewickelt werden kann, ist aber noch nicht ganz klar.

Auf jeden Fall dürfte es ziemlich eng werden. Bundeswahlkreisgeschäftsführer Matthias Enghuber von der CSU meint, dass schon wegen Merkel allein mindestens 2000 Menschen kommen werden. Die Demonstranten haben also eine ideale Gelegenheit, um auf ihre Ängste aufmerksam zu machen. Die Gunst der Stunde ist auch deshalb besonders groß, weil Merkels Auftritt von vielen Medienvertretern begleitet wird, die sich aus dem gesamten Bundesgebiet angekündigt haben. (haju)

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