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Ingolstadt

09.02.2018

Ein Ja zur digitalen Zukunft

Sieht so die Schule der Zukunft aus? Mit einer Digitalisierungsstrategie will sich Ingolstadt für die Zukunft wappnen. Allerdings sollen dabei auch ethische, moralische oder ökologische Gefahren nicht außer Acht gelassen werden.
Bild: Foto: fotolia/WavebreakmediaMicro

Die Stadt bekommt eine Digitalisierungsstrategie. Bedeutet das, dass künftig schon Krippenkinder vor dem Tablet sitzen? Die Räte wissen, dass es ohne ethische Regeln nicht geht

Der Ingolstädter Stadtrat hat sich am Donnerstag einstimmig dafür ausgesprochen, die Stadt auf den Weg ins digitale Zeitalter zu schicken. Ein 20-Punkte-Plan von Oberbürgermeister Christian Lösel, der unter dem Titel „Digitales Ingolstadt – Zukunftsfähiges Ingolstadt“ läuft, sieht eine Strategie vor, wie möglichst große Bereiche der Bevölkerung von den Vorteilen des digitalen Wandels profitieren können. Dass es neben den Chancen aber auch Risiken gibt, betonte gestern bei der Sitzung Lösel selbst. „Sie wird Millionen Jobs kosten“, sagte er, oder „Sie übertrifft [...] die Auswirkungen der Industrialisierung um ein Vielfaches.“ Letztendlich war sich das Gremium aber einig: Sich abhängen zu lassen, dass kann sie eine Stadt nicht leisten. Mehrere Abers folgten dennoch. So forderte Achim Werner ( SPD), dass sich die Stadt von einem Wirtschaftsethiker beraten lassen solle. Und Jürgen Siebicke von der BGI fragte: Welche Werte können Lehrer den Schülern überhaupt noch vermitteln, wenn die Schüler digital weitaus mehr wüssten? Simone Vosswinkel von der UDI forderte, dass die Schulen und sämtliche Bildungseinrichtungen die entsprechende technische Ausstattung erhalten müssten. In diesem Zusammenhang regte Christina Hofmann ( CSU) an, sich von Mitarbeitern aus Kitas, die bei ihrer Arbeit bereits Erfahrungen mit neuen Medien gesammelt haben, von ersten Erkenntnisse berichten zu lassen.

Nun also will Ingolstadt seine Kräfte im Bereich Digitalisierung bündeln, denn „ein unkoordiniertes Nebeneinander unterschiedlicher einzelner Maßnahmen und Strukturen führt zum schleichenden Verlust der Wettbewerbsfähigkeit“. So heißt es in einer Vorlage der Stadt Ingolstadt.

Wie aber nun soll die digitale Zukunft Ingolstadts ausschauen? Eine Auswahl aus dem Strategiepapier, das der Stadtrat gestern abgesegnet hat:

Digitale Bildungsstrategie Die Strategie soll den gesamten Bildungszyklus vom Kleinkind bis ins Erwachsenenalter umfassen. Angefangen bei den Kitas über Grundschulen bis hin zu den Hochschulen. Auch Berufsschulen und die Volkshochschule sollen miteingeschlossen werden. So soll es künftig zum Beispiel Kitas geben, die ihren pädagogischen Schwerpunkt im Bereich Digitalität sehen. Auch iPad-Klassen soll es künftig an ausgewählten Schulen geben.

Datenschutz Ein heikles Thema, schon jetzt. Bei der Strategie muss die Stadt nicht nur alle bisher bereits geltenden Regelungen einhalten. Sie muss auch dafür sorgen, dass jeder Bürger die Möglichkeit hat, Kontakt zu einem kompetenten Ansprechpartner in Sachen Datenschutz aufzunehmen.

Mittelstand Die IFG soll mittelständischen Unternehmen die Möglichkeiten der Digitalisierung aufzeigen. Denn die meisten Betriebe verfügen über kein eigenes Personal in diesem Bereich. Weiterhin sollen den Firmen Fördermöglichkeiten aufgezeigt werden.

Kommune Ein Rathaus, das online sieben Tage die Woche an 24 Stunden geöffnet hat, soll den Bürgern eine hohe Dienstleistungsqualität bieten. Dieses Angebot soll noch weiter ausgebaut werden.

Wirtschaftsförderung Die IFG, das Existenzgründerzentrum und das Digitale Gründerzentrum sollen ein Konzept erarbeiten, das speziell auf die Ansiedlung digitaler Unternehmen ausgerichtet ist.

Digitalisierungsverantwortlicher Die Stadt wird einen Mitarbeiter einstellen, der die Strategie der Stadt koordinieren soll. Der Digitalisierungsverantwortliche wird im Bereich der Stadtspitze angesiedelt.

Pilotstart für digitale Mobilität Bereits jetzt zeigt sich, dass die Digitalisierung auch das Autofahren verändern wird. Auf der „Ersten Meile“ von der Autobahnausfahrt Ingolstadt-Süd bis zum IN-Campus soll das autonome Fahren im Straßenverkehr erprobt werden, das bereits laufende Projekt Travolution steht für eine Kommunikation zwischen Auto und Verkehrseinrichtungen. In ihrer Digitalisierungsstrategie will die Stadt jetzt Unternehmen gezielt die Möglichkeit bieten, Testfahrten durchzuführen.

Breitbandversorgung Die Stadt will den Glasfaserausbau vorantreiben. Ziel ist es, dass bis zum Jahr 2025 eine umfassende Versorgung aller Haushalte und Unternehmen gewährleistet ist.

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