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Neuburg

12.09.2019

Kreisverkehre sollen attraktiver werden

Der Kreisverkehr der Münchener Straße und der B 16 besticht vor allem durch eines: Langeweile.
Bild: Marcel Rother

In anderen Städten schmücken Skulpturen die Kreisverkehre, in Neuburg herrscht gähnende Leere. Wie die runden Flächen bunter werden könnten.

Was lassen sich Menschen nicht alles einfallen, um Kreisverkehre attraktiver zu machen. Der Kreativität scheinen kaum Grenzen gesetzt: Skulpturen, Monumente, Flugzeuge, sogar ein Kreisverkehr in Plattentelleroptik samt Vinylscheibe wurde kürzlich in der Schweiz eingeweiht. In Neuburg ist von alldem nichts zu sehen. Vor allem an den beiden Kreisverkehren, die im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Bauamts Ingolstadt liegen – an der B 16 und in Grünau – herrscht vor allem eines: Langeweile. Die Stadt hatte dem Bauamt das Angebot gemacht, zumindest einen der Kreisel schöner zu machen, aber die Antwort aus Ingolstadt fiel wenig erfreulich aus.

Dass es auch anders geht, beweist der Kreisverkehr an der Augsburger Straße.
Bild: Marcel Rother

Bei den Kreisverkehren in Neuburg herrscht Wildwuchs

Zwar hat sich das Staatliche Bauamt Ingolstadt grundsätzlich bereit erklärt, der Stadt die Bepflanzung und Gestaltung des Kreisverkehrs Münchener Straße an der B 16 zu überlassen. Allerdings nur, wenn die Stadt die Verkehrssicherungspflicht übernimmt und sich dauerhaft verpflichtet, für Pflege und Unterhalt zu sorgen. „Den Vertrag können wir so nicht unterschreiben“, sagte Oberbürgermeister Bernhard Gmehling im Bauausschuss am Mittwoch. Verkehrsreferent Bernhard Pfahler ist enttäuscht über die hohen Auflagen an die Stadt. „So schlechte Kreisverkehre gibt es nur bei uns“, sagte er. Während Schrobenhausen etwa ein Stadtwappen an einem Stein im Kreisverkehr hätte oder in Eichstätt mit Juraplatten gearbeitet würde, herrsche in Neuburg lediglich Wildwuchs.

„Kreisverkehre können ein Aushängeschild für Städte und Landkreise sein“, betonte Pfahler, Neuburg gebe in dieser Hinsicht kein gutes Bild ab. Lediglich der Kreisverkehr an der Augsburger Straße, der im Zuständigkeitsbereich der Stadt liegt und der in Eigenregie mit Bäumen, einer Wiese und Pflanzkübeln versehen wurde, bilde da eine erfreulich Ausnahme. Auch wenn er wisse, dass auch bezüglich dieser Gestaltung die Meinungen auseinander gingen. Das scheinen sie in Sachen Kreisverkehrsgestaltung generell zu tun. Stadtrat Heinz Schafferhans vertrat im Bauausschuss nämlich eine ganz andere Haltung zu dem Thema. „Dass Kreisverkehre Eingangstore sein sollen, halte ich für einen Blödsinn“, sagte er. Er habe europaweit viele Kreisverkehre in den unterschiedlichsten Varianten gesehen und halte deren krampfhafte Ausgestaltung für überholt. „Das war vielleicht in den 90er Jahren in Mode.“ Für ihn sei ein Kreisverkehr in erster Linie eine Infrastrukturmaßnahme – „und nicht mehr“.

Eintönigkeit prägt auch den Kreisverkehr an der Grünauer Straße.
Bild: Marcel Rother

Neuburg: Wie die Kreisverkehre schöner werden sollen

Eine Infrastrukturmaßnahme, die trotz allem ein wenig schöner gestaltet sein dürfe als bei den beiden genannten der Fall, darin war sich der Bauausschuss einig. Entsprechend will die Stadt erneut Kontakt mit dem Staatlichen Bauamt Ingolstadt aufnehmen, mit folgender Bitte: die Büsche und Sträucher an den beiden Kreisverkehren wenigstens durch Blühwiesen zu ersetzen. Davon hätten zum einen die Autofahrer etwas, die anstelle von Grün-in-Grün dann in bunte Blumen blicken und zum anderen die Natur, weil Insekten jedes Nahrungsangebot, das sie bekommen, dankbar annehmen. Schließlich gibt es auch Kreisverkehre – etwa in der Sudetenlandstraße – auf denen kein einziger Grashalm wächst. Weil dort keiner wachsen darf. „Der Kreisverkehr muss wegen seiner geringen Größe für den Schwerlastverkehr überfahrbar bleiben“, erklärt Pfahler. Schön, dass es auch grüner geht.

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