1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Muss Ex-OB Lehmann ins Gefängnis? Urteil wird Dienstag verkündet

Prozess in Ingolstadt

21.10.2019

Muss Ex-OB Lehmann ins Gefängnis? Urteil wird Dienstag verkündet

Muss er ins Gefängnis? Am 22. Oktober fällt das Urteil im Korruptionsverfahren gegen Ingolstadts Altoberbürgermeister Alfred Lehmann (CSU).
Bild: Ulrich Wagner

Seit Monaten läuft in Ingolstadt gegen den ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt, Alfred Lehmann. Ihm wird Korruption vorgeworfen.

Saal 11 am Landgericht Ingolstadt wird am Dienstag so voll sein, wie lange nicht. Die 1. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Jochen Bösl will ihr Urteil im Korruptionsprozess gegen Ingolstadts Alt-Oberbürgermeister Alfred Lehmann (CSU) verkünden.

Lehmann steht seit dem Frühjahr vor Gericht, weil er sich laut Anklage während seiner Zeit als Oberbürgermeister (bis 2014) bei zwei Immobiliendeals für die Bauträger eingesetzt und dafür Wohnungen billiger bekommen haben soll. Es geht um 16 Studentenbuden auf einem ehemaligen Kasernengelände und um sein Privatappartement in bester Lage in der Innenstadt.

Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafe für Ex-Oberbürgermeister Lehmann

Die Staatsanwaltschaft hat eine Freiheitsstrafe von drei Jahren für den 69-Jährigen wegen Bestechlichkeit in zwei Fällen gefordert. Ferner beantragte sie die Einziehung von 600.000 Euro in Höhe der mutmaßlich erhaltenen Vorteile. Die Verteidiger Lehmanns hatten für ihren Mandanten eine Bewährungsstrafe von weniger als zwölf Monaten gefordert. Sie gehen von zwei Fällen der Vorteilsannahme, nicht von Bestechlichkeit, aus. Bei einer Strafe ab einem Jahr würde Lehmann seine Pensionsansprüche verlieren.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Die Frage ist, ob Lehmann das Gefängnis erspart bleibt oder ob er tatsächlich eine Haftstrafe verbüßen muss. Der frühere Rathauschef hatte zum Prozessauftakt die Vorwürfe zunächst vehement bestritten. Dann, ziemlich spät im Prozess allerdings, hatte er nach einem rechtlichen Hinweis der Kammer – nach dem ohne ein von Reue getragenes Geständnis auch eine Freiheitsstrafe jenseits der zwei Jahre im Raum stehe – ein Geständnis abgelegt.

Wie sehr die Kammer dieses nun zu seinen Gunsten wertet, dürfte entscheidend dafür sein, ob Lehmann in Freiheit bleiben kann. Der hatte vor Gericht am Ende des Verfahrens, als ihm das letzte Wort erteilt wurde unter anderem gesagt: „Ich will nichts beschönigen, ich habe mich falsch verhalten.“ Ferner hatte er um ein „angemessenes Urteil“ gebeten. Am Dienstag um 9.15 Uhr wird er wissen, was das Gericht als angemessen erachtet.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren