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Neuburg

06.04.2020

Neuburger Unternehmen produziert Schutzmasken

Oberbürgermeister Bernhard Gmehling (links) informierte sich über die Produktion von Schutzmasken.
Bild: Lukas Sammetinger

Plus Andere Betriebe stehen wegen des Coronavirus still, die Firma Symto arbeitet auf Hochtouren. Minister Aiwanger will Feldbetten.

Atemschutzmasken sind zurzeit weltweit begehrte Artikel, ihre Hersteller werden stark umworben. Der Neuburger Unternehmer Arnold Fischer stellt in seinem Burgheimer Betrieb „Symto“ nach eigenen Angaben täglich 20.000 Stück her. „Wir bräuchten 200.000 und mehr pro Tag“, sagt der Baringer mit Verweis auf seine Auftragslisten. Auch am Samstag ist gearbeitet worden.

Kliniken, Medizinhandel und öffentliche Einrichtungen bestellen in Burgheim. Aber „Symto“ kommt kaum nach. Er könnte derzeit 200 Mitarbeiter beschäftigen, so Arnold Fischer, vor allem Näherinnen seien gefragt. Zu Normalzeiten arbeiten in der früheren Schreinerei an der B 16 ein Dutzend Fachleute an der Produktion medizinischer Textilien und Reinigungsmittel. Jetzt hat die Viruskrise die Nachfrage explodieren lassen. Während andere Firmen stillstehen, läuft „Symto“ auf Hochtouren. „Seltsamerweise sind wir von Spaziergängern beschimpft worden, dass wir noch arbeiten“, wundert sich Arnold Fischer.

Mund- und Nasenschutz aus Burgheim: Zertifizierung beantragt

Der Mund- und Nasenschutz aus Burgheim ist noch nicht zertifiziert. Falls aber überhaupt keine Masken zur Verfügung stehen, „verringert unser Schutz die Gefahr einer Tröpfcheninfektion durch Husten oder Niesen auf jeden Fall“, versichert Unternehmer Fischer. Er habe sich vor der Herstellung von einem Uni-Wissenschaftler beraten lassen und die Zertifizierung beantragt.

Neuburger Unternehmen produziert Schutzmasken

Die Burgheimer Maske besteht aus mehreren Gewebelagen und soll weniger den Träger als vielmehr die Kontaktpersonen vor Ansteckung schützen. Es handelt sich um eine waschbare Behelfsmaske. Zunehmend statten sich Bürger beim Einkaufen oder anderen Kontakten mit solch einfachen Masken aus. Hohen Schutz bieten aus Sicht der Fachwelt nur sogenannte Filtrierende Halbmasken (FFP). In einfacher Ausfertigung halten sie Staub und Schmutz ab, in der Ausführung FFP2 sollen sie auch gegen Feinstaub, Rauch und Aerosole helfen. Die hochwertige Fassung FFP3 soll kleinste Organismen, giftige und radioaktive Partikel „schlucken“ können. Die noch knappen FFP-Masken sollen derzeit ausschließlich Ärzten, Krankenschwestern, Pflegern, Laboranten und Betreuern vorbehalten sein, die Schwerarbeit leisten.

Aiwanger fordert Feldbetten bei Neuburger Unternehmen an

Die schnelle Reaktion des Burgheimer Herstellers „Symto“ auf den aktuellen Hochbedarf findet Anerkennung in der Politik. „Arnold Fischer hat hier blitzschnell gehandelt“, urteilte Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling bei einem Betriebsbesuch. Das Unternehmen zeige Leistung und Innovationsstärke, „diese Eigenschaften werden auch nach der Krise sehr gefragt sein.“

Auch die Sparkasse Neuburg-Rain profitiert von dieser Leistung. Arnold Fischer überreichte Vorstandsmitglied Wolfgang Pöppel 100 Mund- und Nasenmasken zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Sparkasse Neuburg-Rain hat weiterhin alle Geschäftsstellen geöffnet.

Oberbürgermeister Gmehling hat eine Gruppe „Zukunft Neuburg“ eingerichtet, die insbesondere Klein- und Mittelbetrieben helfen und die Konjunktur wieder ankurbeln soll. Bei „Symto“ informierte sich Bernhard Gmehling über die Verfügbarkeit großer Mengen Hygieneartikel im Krisenfall. Das macht wohl auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im täglichen Krisenmodus. Telefonisch hat er den Neuburger Hersteller Arnold Fischer aufgefordert, seine neuen Feldbetten zur Messe München zu transportieren. Die Burgheimer Schreinerei habe einen Prototyp entwickelt, der rasch aufbaubar und für provisorische Notunterkünfte gut geeignet sei. Sollte sich die Lungenkrankheit Covid-19 noch stärker ausbreiten, sei an eine Produktion von 300 bis 400 Betten täglich gedacht.

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