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Neuburg-Schrobenhausen

10.04.2015

Wie sehr hat Orkan "Niklas" dem Spargel zugesetzt?

Bilder wie diese hat es vergangene Woche während des Sturmtiefs vielerorts gegeben. Die Folien, die die Spargelbifänge abdecken, konnten mitunter den starken Windböen nicht standhalten. Nicht so schlimm, wie manche Spargelbauern fanden.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Vorsitzende der Spargelerzeuger, Josef Plöckl, spricht nach dem Orkan vergangene Woche von "sehr großen Schäden". Wir haben nachgefragt – und von Spargelbauern anderes gehört.

Für Josef Plöckl ist das Frühjahr die schönste Jahreszeit. Denn im Frühling wächst der erste Spargel, und wenn es um Spargel geht, kann man dem Vorsitzenden des Spargelerzeugerverbands Südbayern nichts vormachen. Denn seit 1977 ist der Schrobenhausener beinahe ununterbrochen – von ein paar wenigen Montagen abgesehen – der unangefochtene Spargelpapst im Schrobenhausener Land.

Josef Plöckl kennt sich also aus – was dem Spargel gut tut und was nicht. Und dass das Sturmtief Niklas vor gut einer Woche dem Spargel arg zugesetzt hat, stellt Plöckl außer Frage. „Es gab sehr große Schäden! Die kann man gar nicht beziffern!“, versichert er. Als Spätfolgen des Unwetters schließt er Wachstumseinbußen nicht aus. Vor allem die Spargelbauern südwestlich von Schrobenhausen, also bei Peutenhausen, in Weichenried oder in Gröbern, hätte es schlimm getroffen. Dort habe der Wind die Folien zerrissen, sodass die kalte Luft den Boden ausgekühlt hätte. Angeblich, so habe er gehört, gebe es gar keine Folien mehr zu kaufen, weil der Bedarf nach den Sturm so unerwartet hoch gewesen sei. Abgesehen von den Aufräumarbeiten und den Materialschäden haben die Bauern nach Informationen von Plöckl jetzt auch Umsatzeinbußen, weil der Spargel im ausgekühlten Boden schlechter wächst.

Keine Ernteverzögerung beim Spargel durch Orkan "Niklas"

Es sind also alles andere als rosige Zeiten für Spargelbauern. Oder? Auf dem Spargelhof von Andreas Sigllechner in Hohenwart sieht man das anders. Dort habe der Sturm „keine nennenswerten Schäden“ angerichtet, heißt es. Hie und da sei eine Folie zerrissen worden, was aber schnell ausgemerzt werden konnte. Und was das Wachstum anbelange: alles normal. Die Saison starte regulär ohnehin erst Anfang April. Vergangenes Jahr sei eine Ausnahme gewesen, weil der Winter so mild gewesen sei.

Im Krumbacher Stadtpark hat Sturm Niklas einen Baum gefällt und in die Kammel geworfen.
12 Bilder
So wütete Sturm Niklas in der Region
Bild: MN, Foto-Weiss, Feuerwehr

Auch auf dem Spargelhof Fuchs in Gröbern kann die Einschätzung von Josef Plöckl nicht geteilt werden. „Das war nicht dramatisch bei uns“, sagt Evi Fuchs über den Orkan vergangene Woche. Zwar hätten vier Mann eine geraume Zeit damit verbracht, sich um die kaputten oder lose gewordenen Folien zu kümmern – doch damit habe sich der Schaden auch schon erledigt. Von einer Ernteverzögerung will auch Evi Fuchs nicht reden. „Die Tunnelfolien bringen doch auch nur was, wenn die Sonne drauf scheint – und das war vergangene Woche nicht der Fall.“

Von „großen Schäden, die man nicht beziffern kann“ ist auch in Peutenhausen nicht die Rede. Wohl aber von viel Aufräumarbeit, wie Annemarie Karl vom dortigen Spargelhof erzählt. Vor allem die Dreifachfolie habe sich als nicht sturmresistent erwiesen, weil die oberste Lochfolie den starken Winden nicht standhalten konnte. „Wäre die Witterung wie vor dem Sturm geblieben, hätten wir vielleicht zu Ostern mehr Spargel verkaufen können“, schätzt Annemarie Karl.

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