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Fußball

23.02.2021

SV Karlshuld: Der künftige Trainer Thomas Schmalzl im Interview

Kehrt in der Saison 2021/2022 zu seinem Heimatverein SV Karlshuld als Trainer zurück: Thomas Schmalzl, derzeit noch beim Kreisklassisten FC Gundelsdorf tätig.
Bild: Roland Geier

Plus Im ausführlichen Interview mit der Neuburger Rundschau spricht der „Rückkehrer“ über seine künftige Aufgabe, die Kaderplanung sowie die Personalie Dominik Berchermeier.

Ziemlich viel Staub hat beim Donau/Isar-Kreisligisten SV Karlshuld die Trainer-Verpflichtung von Thomas Schmalzl für die Saison 2021/2022 aufgewirbelt (wie berichteten). Durch die Corona-Pandemie müsse laut 1. Vorsitzendem Oliver Hausmann das Budget aller Abteilungen im Verein stark reduziert werden, was freilich auch die Fußball-Sparte treffe. Der aktuelle Spielertrainer Nico Ziegler geht am Saisonende als Spieler zum FSV Pfaffenhofen, was bereits vor dem zweiten Lockdown feststand. Sein Kollege Claudio Maritato wird indes Spielercoach beim Kreisklassisten BC Uttenhofen, während der Übungsleiter der „Zweiten“, Michael Seeberger, künftig den SV Fahlenbach übernimmt.

Im Gespräch mit der Neuburger Rundschau äußert sich Thomas Schmalzl nun erstmals über seine neue Aufgabe bei den Möslern.

Herr Schmalzl, wie kam der Kontakt mit dem SV Karlshuld zustande?

Schmalzl: Dieser entstand über den 2. Abteilungsleiter Stephan Müller. In den Gesprächen ging es darum, den Posten des sportlichen Leiters zu übernehmen. Im weiteren Verlauf kam dann von mir der Vorschlag, ob ich nicht auch als Trainer fungieren könnte, da ich mitbekommen habe, dass der bisherige Spielertrainer Nico Ziegler nach der Saison zum FSV Pfaffenhofen wechseln und zugleich das Budget brutal nach unten gesenkt wird. Mir war klar, dass wir dadurch wohl auch Claudio Maritato nicht werden halten können.

Der bisherige sportliche Leiter beziehungsweise Abteilungsleiter Rüdiger Zach hat – wie frühzeitig angekündigt – aufgehört. Stephan Müller sollte ursprünglich das Amt übernehmen, kam aber während des vergangenen Jahres zu der Erkenntnis, dass dies aus zeitlichen und beruflichen Gründen doch nicht möglich sei. Sprich: Derzeit stehen die Fußballer des SVK ohne Führung da. Wie schätzen Sie die aktuelle Situation ein?

Schmalzl: Wie ja schon bekannt gegeben wurde, bleibt Stephan Müller 2. Abteilungsleiter, während der 1. Vorsitzende, Oliver Hausmann, kommissarisch das Amt des Spartenleiters übernimmt. Wie es in Zukunft weitergeht, wird man sehen.

Was lief aus Ihrer Sicht schief, dass sowohl die beiden Trainer als auch der ebenfalls in die sportliche Leitung eingebundene Kapitän Max Seitle von dieser Aktion derart überrascht wurden und nicht eingeweiht waren?

Schmalzl: Im Fall von Nico Ziegler war es ja schon klar, dass er den Verein am Saisonende verlässt. Bei Claudio Maritato verstehe ich zu 100 Prozent, dass er sauer war. Wenn ich irgendwo Trainer bin, dann möchte ich als Erster erfahren, was Sache ist. Ich denke, der Verein hätte sich einiges an Ärger erspart, wenn man Claudio reinen Wein eingeschenkt und ihm gesagt hätte, dass das Budget drastisch runtergefahren wird. Dass er das Ganze erst nach mir erfahren hat, ist sehr unglücklich gelaufen. Da hat der Vorstand einen Fehler gemacht. Mit ihm wurde aber mittlerweile gesprochen und ich glaube, dass das vom Tisch ist.

Und bei Max Seitle?

Schmalzl: Max ist eigentlich der letzte „Überlebende“, der sich die ganze Zeit den Hintern aufgerissen hat, damit hier etwas vorangeht. Dass er natürlich angefressen ist, weil er nichts erfahren hat, ist doch verständlich. Ich habe mit Max gesprochen. Dabei hat er mir gesagt, dass er wahrscheinlich den Verein verlässt, wenn ihm ein passendes Angebot von einem höherklassigen Verein vorliegen würde.

Sprich: Die Fußball-Fachkompetenz innerhalb des SV Karlshuld liegt ausschließlich bei Ihnen. Ist das überhaupt zu stemmen?

Schmalzl: Ja das ist momentan das große Problem. Bei den Unterhaltungen mit den Spielern musste ich erst einmal wissen, was letztes Jahr alles war. Mittlerweile sind bereits einige Gespräche zustande gekommen. Da unser Budget sehr niedrig ist, ist es natürlich sehr schwierig, Spieler zu halten. Man muss ihnen schließlich sagen, dass sie ihre Vorstellungen zurückschrauben müssen. Aber wir sind diesbezüglich auf einem guten Weg.

Worauf legen Sie bei diesen Gesprächen Ihr Hauptaugenmerk?

Schmalzl: Was mir besonders am Herzen liegt: Im aktuellen Kader stehen 23 junge Akteure, die 22 Jahre und jünger sind. Diese Jungs stehen bei mir im Vordergrund. Wenn man zudem zurückblickt: Die Zuschauerzahl hat in den vergangenen fünf Jahren stetig abgenommen. Jetzt besteht die Möglichkeit, dass die Väter und Opas ihren Jungs und Enkeln beim Fußballspielen zusehen können. Davon verspreche ich mir, dass künftig wieder mehr Leute zu uns ins Stadion kommen. Schon allein deshalb versuchen wir es mit einheimischen Spielern.

Ausnahmslos mit Kickern aus der eigenen Jugend wird es aber wohl nicht gehen, oder?

Schmalzl: Definitiv. Ich glaube, das muss jedem letztlich klar sein und so ehrlich muss man dann auch sein. In einer solchen Konstellation braucht es sicherlich erfahrene Kicker, welche die jungen Spieler führen.

Haben Sie bereits Mitstreiter gefunden, die Sie bei diesem Neuaufbau tatkräftig unterstützen?

Schmalzl: „Fest steht, dass ich mit Christopher Näder als spielenden Co-Trainer einen erfahrenen Mann an meiner Seite haben werde, der bis 2014 beim SV Karlshuld gespielt hat und die vergangenen vier Jahre beim FC Gundelsdorf bereits mein Assistent war. Wichtig ist vor allem, dass Dominik Berchermeier vom SV Klingsmoos zurückkommen wird. Er hat mir bereits seine Zusage gegeben und wird mich hier zudem in der sportlichen Leitung unterstützen. Darüber hinaus wird uns Torwart Marco Hauschild erhalten bleiben. Das sind allesamt Positionen, die gerade bei einem Neuaufbau eminent wichtig sind.

Gibt es auch in Sachen Organisation bereits etwaige Zusagen?

Schmalzl: Ja. So habe ich beispielsweise die beiden Spielleiter der JFG Donaumoos, Alexander Hemauer und Jürgen Eichlinger, an meiner Seite, die den Schriftverkehr mit dem Verband übernehmen. Zudem verfügen wir mit Manuela Schimmer über eine gewissenhafte Kassiererin, während sich Oliver Hausmann um die Zahlen und Finanzen kümmern wird. Damit sind wir schon einmal gut aufgestellt, um etwas auf die Beine zu stellen.

Sie haben schon verraten, dass Sie „Rückkehrer“ Dominik Berchermeier auch in der sportlichen Leitung unterstützen wird. Wie sieht das genau aus?

Schmalzl: Dominik wird zunächst einmal in erster Linie damit beschäftigt sein, ältere ehemalige SVK-Spieler wie beispielsweise Sascha Feger zu animieren, am Neuaufbau mitzuwirken. Wir müssen einfach schauen, dass in den Verein wieder Stimmung reinkommt. Ich glaube, dass wir diesbezüglich auf einem guten Weg sind, auch wenn die Corona-Pandemie viel durcheinandergebracht hat und bremst. So hast du zum Beispiel plötzlich keine Einnahmen mehr. Insgesamt müssen wir aber froh sein, dass ein Großteil unserer Spieler noch ziemlich jung ist. Hätte man hauptsächlich ältere Akteure im Kader, wäre die Gefahr, dass diese nach der Pandemie die Schuhe an den Nagel hängen, sicherlich deutlich größer.

Bislang hatte die Reserve-Mannschaft stets ihren eigenen Trainer. Wird es dabei bleiben?

Schmalzl: Als Trainer habe ich die Verantwortung für beide Teams. Die Jungs sollen spüren, dass ich auch für sie da bin. Wenn sich einer in der „Zweiten“ aufdrängt, wird er auch in der ersten Mannschaft seine Chance erhalten. Das möchte ich von Beginn an geklärt haben.

Der SV Karlshuld ist bekanntlich in der laufenden Saison noch im Abstiegskampf verwickelt. Was wäre einfacher: Den Neuaufbau in der Kreisliga oder Kreisklasse zu beginnen?

Schmalzl: „Ich wünsche den Jungs, dass sie den Abstieg aus der Kreisliga verhindern. Die Mannschaft kann in der kommenden Saison davon nur profitieren, da sie wichtige Erfahrungen gesammelt hat. Natürlich würde es im Falle des Ligaverbleibs in der kommenden Spielzeit nicht einfacher werden. Trotzdem sehe ich fünf, sechs Teams in der Kreisliga, gegen die wir eine Chance hätten zu bestehen. Man darf aber die Realität dennoch nicht aus den Augen verlieren.

Wie weit ist die Kaderplanung fortgeschritten?

Schmalzl: Wir sind, wie bereits beschrieben, dabei – aber es ist schwierig! Die Jungs, die bereits da sind, möchten wissen, wer kommt. Umgekehrt wollen die Akteure, die möglicherweise dazukommen, wissen, wer bleibt. Das ist ein schmaler Grat, auf dem wir uns befinden. Diesbezüglich haben Dominik Bechermeier und Marco Hauschild zumindest schon mal den Anfang gemacht. Das kann beflügeln. Weitere Zusagen haben wir zudem von Bryan Reisner, der es noch einmal beweisen will und Dominik Hausler (SV Grasheim). Beide haben ja schon in der Jugend für den SVK gespielt. Kurzum: Wir arbeiten weiter daran, eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen.

In den zurückliegenden zehn Jahren waren Sie als Trainer beim FC Gundelsdorf tätig. Was hat sie dazu bewegt, gerade in einer solch heiklen Situation zu Ihrem Heimatverein zurückzukehren?

Schmalzl: „Dahoam is dahoam“ – das ist einfach so! Ich war zehn Jahre weg. Und wenn ich mal zugeschaut habe, dann habe ich auch mal einen Satz gesagt, der mir im Nachhinein leidgetan hat. Schließlich bin ich zu der Feststellung gekommen, dass man selber etwas machen sollte, bevor man schimpft. Mein jetziger und künftiger Co-Trainer Chris Näder ist im Übrigen genauso eingestellt wie ich. Wir waren jetzt gemeinsam sieben Jahre in Gundelsdorf, wovon er vier Spielzeiten als mein Assistent fungiert hat. Chris hat immer wieder zu mir gesagt: Wie schaut’s aus, gehen wir zum SV Karlshuld zurück? Als dann tatsächlich das Angebot kam, musste ich nicht lange überlegen.

Zumal es ja auch eine „familiäre Bande“ mit Karlshuld gibt...

Schmalzl: Ja, das ist für mich wirklich daheim. Ich habe jetzt einen zweijährigen Sohn, was zusätzlich eine kleine Rolle spielt. Meine Frau kann mit dem Rad zum Sportplatz fahren und zuschauen. Auch für mich werden die Wege kürzer. Mein Vater und mein Großvater, die ebenfalls für den SV Karlshuld gespielt haben, haben eine große Bedeutung für mich. Vielleicht spielt ja bald mal die vierte Generation beim SVK (lacht). Auch wenn man zuletzt nicht ganz so erfreuliche Nachrichten über den Verein gelesen hat: Für uns geht der Blick nach vorne! Ob unser Vorhaben funktioniert, kann ich nicht versprechen. Was ich jedoch sagen kann, ist die Tatsache, dass ich es auf alle Fälle versucht habe.

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