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Toto-Pokal

09.08.2017

„Wollen die geringe Chance nutzen“

Großzügige Geste: VfR-Trainer Christian Krzyzanowski (links) verteilte am Montag bei der AWO Neuburg an minderjährige Flüchtlinge Tickets für das heutige Pokalspiel gegen den TSV 1860 München. Ebenfalls auf dem Bild sind Tom Rogler (2. von rechts) und Heinz Schafferhans (rechts) von der AWO.
Bild: Xaver Habermeier

VfR-Trainer Christian Krzyzanowski möchte sich mit seinem Team heute Abend gegen den TSV 1860 München nicht kampflos ergeben. Was er von seinen Jungs erwartet

Heute um 18.30 Uhr ist es endlich soweit: Bezirksligist VfR Neuburg trifft in der mit 3500 Zuschauern ausverkauften Sparkassen-Arena auf den TSV 1860 München. Wir haben vor diesem „Pokalkracher“ mit VfR-Trainer Christian Krzyzanowski gesprochen.

Herr Krzyzanowski, was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie an den TSV 1860 München denken?

Begeisterte Zuschauer, Stimmung, geile Atmosphäre und Abstieg in die Regionalliga. Das sind die ersten Dinge, die mir diesbezüglich durch den Kopf gehen.

Wie intensiv haben Sie die Löwen in den zurückliegenden Jahren verfolgt?

Da es sich um einen bayerischen Verein handelt, wirft man da schon immer ein Auge drauf. Gerade für die vielen treuen Zuschauer war es natürlich eine bittere Sache, diesen Zwangsabstieg in die vierte Liga hinnehmen zu müssen. Auf der anderen Seite sieht man aber auch, dass man in dieser schwierigen Phase auf seine Fans zählen kann und damit ein Fundament gefunden hat, auf das man aufbauen kann.

Wie haben Sie die Euphorie in Neuburg nach der Pokalauslosung vor rund eineinhalb Wochen wahrgenommen?

Man merkt es vor allem daran, dass man einerseits für viele Freunde und Bekannte Karten besorgen musste und andererseits, dass man hier in Neuburg immer wieder auf diese Partie angesprochen wurde. Auch innerhalb der Mannschaft ist das Fieber in den letzten Tagen nochmals deutlich gestiegen. Seit der Auslosung gab es ohnehin fast nur noch dieses Thema. Aber das ist ja auch in Ordnung so. Wir freuen uns jetzt, dass es am Mittwochabend endlich losgeht.

Lässt es sich bereits im Vorfeld definieren, was diese Begegnung für den Verein und die Region bedeutet?

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und in der Historie nachgesehen. Vor 40 Jahren gab es schon einmal eine Partie gegen 1860 München, zu der rund 4000 Besucher gekommen sind. Das heißt im Umkehrschluss: Es wird seit 1965 das Spiel mit den meisten Zuschauern beim VfR Neuburg sein. Und genau deshalb wollen wir dieses Erlebnis in vollen Zügen genießen.

Ihre Mannschaft ist am Samstag in der Bezirksliga Nord beim TSV Nördlingen II über ein 3:3-Remis nicht hinausgekommen. Denken Sie, dass das Löwen-Spiel bereits in den Hinterköpfen einiger Akteure steckte?

Das steckte schon in den Köpfen – allerdings in positiver Hinsicht! Die Jungs wollten sich ganz einfach aufdrängen, um auch am Mittwoch zu spielen. Das Ergebnis spiegelte in keiner Weise den Spielverlauf wider. Wir hatten insgesamt rund zehn hundertprozentige Chancen. Zudem haben wir uns mit individuellen Fehlern um den Lohn in Form eines Sieges gebracht.

Wie gehen Sie als Trainer mit einer solchen Partie wie gegen 1860 München um. Stellen Sie Ihr Team genau so ein, als wenn es sich um ein Punktspiel handeln würde oder gibt es irgendwelche Besonderheiten?

Wir sind hochmotiviert. Sowohl für meine Jungs als auch für mich selbst ist es „das“ Spiel schlechthin in der bisherigen Karriere. Dementsprechend werden wir alles in die Waagschale werfen, was wir haben. Ich hoffe, dass die Mannschaft schnell ihre Nervosität ablegen kann. Wir wollen uns auf dieser tollen Bühne mit 3500 Fans so teuer wie möglich verkaufen.

Was müsste heute Abend gegen 20.30 Uhr unter dem Strich stehen, damit Sie als Trainer ein positives Fazit ziehen könnten?

Wenn die Mannschaft alles gegeben hat, was in ihr steckt sowie Leidenschaft und sich möglichst teuer verkauft hat, dann wäre ich sehr zufrieden.

Wie groß schätzen Sie die Chance auf eine Pokal-Sensation ein?

Eine Siegchance ist grundsätzlich immer vorhanden. Zum Glück ist es im Fußball so, dass nicht immer die höherklassige oder bessere Mannschaft gewinnt. Wir haben eine geringe Chance – und diese wollen wir mit aller Macht versuchen zu nutzen.

Ihr heutiger Kader umfasst 16 Akteure. Nachdem auch im Pokal nur dreimal gewechselt werden darf, werden nicht alle Spieler zum Einsatz kommen...

...was für mich am Mittwochabend am schlimmsten sein wird! Ich muss zwei oder drei Jungs sagen, dass sie nicht zum Einsatz kommen werden. Aber das gehört zu meinem Trainer-Job dazu und ist daher letztlich auch meine Aufgabe.

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