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Brand

24.11.2019

Biogas: Dieser Geruch bedeutet Gefahr

Biogasanlagen waren Thema bei der Versammlung der Führungskräfte der Rieser Feuerwehren.
Foto: Jan Woitas/dpa

Plus In Fremdingen treffen sich rund 200 Führungskräfte der Feuerwehren im Ries. Ein Experte erklärt, warum mit Biogasanlagen nicht zu spaßen sei.

Ein Referat über Biogasanlagen auf der Tagesordnung einer Dienstversammlung von Feuerwehrführungskräften erscheint auf den ersten Blick ungewöhnlich. Doch nach den Ausführungen des Biogasexperten Rainer Weng aus Alerheim beim Herbsttreffen der Inspektion Ries am Wochenende in Fremdingen erscheint dieser Zusammenhang durchaus bedeutend. „Mit dem Biogas ist nicht zu spaßen“, leitete Weng seinen Vortrag ein.

Schwefelwasserstoff kann gefährlich werden

Insbesondere der in dem Gas enthaltene Schwefelwasserstoff könne in zu hohen Konzentrationen mitunter sehr gefährlich werden. „Wenn es in einer Anlage nach faulen Eiern riecht, ist Gefahr im Verzug,“ sagte Weng, der selbst zusammen mit einem Partner eine große Anlage betreibt.

Der Experte appellierte deshalb an die Betreiber, entsprechende Gasmessgeräte in den Anlagen zu installieren, damit rechtzeitig Gefahrensituationen angezeigt werden könnten. Diese Geräte seien im Falle eines Einsatzes auch für die Feuerwehren von Bedeutung, weil sie dann erkennen würden, in welchen Räumen sie besonders sensibel zu Werke gehen müssen. Gefährdungspotenziale für die Anlagenbetreiber aber auch die Wehren bestünden, wenn es beispielsweise zu Problemen mit der elektrischen Versorgung komme. Weng empfahl in diesem Zusammenhang den Feuerwehrverantwortlichen vor Ort, mit den Biogasbetreibern über Notstromkonzepte zu sprechen. Im Ernstfall seien diese von großer Wichtigkeit.

Öle und Fette richtig aufbewahren

Auch das Thema Öle und Fette sei nicht zu unterschätzen, fuhr Weng fort. Deshalb sollte darauf geachtet werden, diese in separaten Räumen aufzubewahren und nicht etwa in dem zur Anlage gehörenden Blockheizkraftwerk. Weng wollte nach eigener Aussage keine Horrorszenarien an die Wand malen. Dennoch sei er der Auffassung, dass neben den Anlagenbetreibern auch die Feuerwehren sich im Klaren sein müssten, was im Extremfall passieren könne. Da sich im Landkreis nahezu alle Biogasanlagen in einem guten technischen Zustand befänden, halte er die Gefahr eines Unfalls für relativ gering. Der Hersteller der Anlagen sorge durch die entsprechenden Wartungsintervalle in der Regel für einen störungsfreien Betrieb. Weng riet den Feuerwehrführungskräften: „Macht Euch mit der Biogasanlage in Eurem Ort vertraut. Geht raus und lasst sie Euch von dem Betreiber zeigen.“ Bei einem Notfall seien diese Kenntnisse sehr wichtig.

Rettungshundestaffel Ries verfügt über acht ausgebildete Tiere

Zuvor hatten Jana Adler und Larissa Wölfe die Feuerwehrvertreter über ihre ehrenamtliche Arbeit in der Rettungshundestaffel Ries informiert. Sie erläuterten, in welchen Bereichen die Hunde eingesetzt werden. Die Staffel im Ries verfüge über acht ausgebildete Tiere. Das Einsatzgebiet erstrecke sich weit über die Grenzen des Landkreises hinaus. Die Vierbeiner seien in der Lage, innerhalb von 30 Minuten flächendeckend nach vermissten oder orientierungslosen Personen zu suchen. Es gebe „Flächensuchhunde“, die bevorzugt in Wäldern eingesetzt würden. Ebenso „Trümmersuchhunde“, die verschüttete Personen ausfindig machen sollen sowie „Lawinensuchhunde“, die in erste Linie in den Bergen zum Einsatz kämen. Die Staffel arbeiteten vor Ort eng mit der Polizei und den Rettungskräften zusammen, betonten die Hundeführerinnen. Sämtliche Kosten für Ausbildung, Ausrüstung und Einsatzfahrten müssten sie selbst tragen. Deshalb sei jede Spende an die Organisation sehr hilfreich.

Kreisbrandinspektor Thomas Fink (Oettingen), der rund 200 Wehrmänner nach Fremdingen eingeladen hatte, wies in seinem Bericht darauf hin, dass mit dem inzwischen eingeführten Digitalfunk in den Feuerwehren noch „Übungsbedarf“ bestehe, um diese neue Kommunikationsform gut zu beherrschen. Nachholbedarf sieht Fink zudem bei den Nachbearbeitungen der Einsätze. „Hier krankt es noch mancherorts. Ich bitte Euch deshalb, die Einsätze zeitnah zu dokumentieren.“

Eine neue Herausforderung, die auf die Landkreisfeuerwehren zukomme, sei die Digitale Alarmierung. Es gebe allerdings noch kein konkretes Datum für deren Einführung, sagte Fink.

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