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13.07.2010

City-Check mit Licht und Schatten

Das Improvisationstheater "Tatwort" sorgte zwischendurch für Erheiterung.
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Das Improvisationstheater "Tatwort" sorgte zwischendurch für Erheiterung.

Monheim/Nördlingen In den letzten fünf Jahren haben die zwölf Städte Nordschwabens ihre Attraktivität gesteigert, "aber es gibt noch viel zu tun". Das lässt sich als Ergebnis aus der fünften City-Konferenz der City-Initiative Nordschwaben (CIN) resümieren, die in der kleinsten dieser zu einer Kooperationsgemeinschaft zusammengeschlossenen Kommunen, in Monheim, über die Bühne ging. Der City-Check 2009 ist ein Zahlenwerk, das Licht und Schatten offenbarte.

Abgefragt worden waren die Zahlen von der Industrie- und Handelskammer (IHK), deren Regionalgeschäftsführer Wolfgang Haschner es für notwendig hält, "in gewissen Abständen einen kritischen Blick auf die 'Attraktivitätsmerkmale' der Städte zu richten". IHK-Vizepräsident Jürgen Schmidt, der die Konferenz eröffnete, betonte, dass es einen City-Check wie in Nordschwaben "sonst nirgendwo gibt". Unter der Federführung der IHK gelinge es in Nordschwaben seit mehr als zehn Jahren, Wirtschaft und Kommune an einen Tisch zu bringen. Seither sei "eine Menge an Themen zur Stärkung der Innenstädte bearbeitet und entwickelt" worden. Beispielhaft nannte er ein Kalenderprojekt, die "Sterne für Nordschwaben" sowie regelmäßige Sitzungen einer Erfahrungsgruppe. "Voneinander lernen, nicht gegeneinander agieren", sei das Motto.

Umfangreiches Zahlenmaterial

Bevor Heinz Gerhards, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Gundelfingen sowie Sprecher der City-Initiative, das umfangreiche Zahlenmaterial erläuterte, schilderte Bürgermeister Anton Ferber von der gastgebenden Stadt Monheim die Flächenproblematik in seiner Kommune. Er anerkannte die Aktivitäten des Gewerbeverbandes in der Jurastadt und berichtete davon, dass in der Stadtverwaltung nunmehr eigens ein Ansprechpartner für die Gewerbetreibenden zur Verfügung stünde.

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Heinz Gerhards hatte die Aufgabe die Tagungsteilnehmer bei Laune zu halten. Er verwies darauf, dass die Befragung Stärken und Schwächen jeder Stadt im Detail offenbart habe. Es werde deutlich, dass "die Städte in den letzten Jahren stark gearbeitet haben".

Was hat sich konkret getan? Durchwegs scheint die "Erreichbarkeit von außen" verbessert worden zu sein, wie wohl mehrheitlich auch hinsichtlich der Parksituation Optimierungen erreicht wurden. Interessant auch die Zahlen bei Themen wie Kinderspielflächen oder Papierkörben. "Da wurden deutlich bessere Werte als noch vor fünf Jahren erzielt."

Fachgeschäfte sind Magnete

Den Vertretern der Städte, darunter zahlreiche Bürgermeister, machte Gerhards in seiner Moderation klar: "Fachgeschäfte sind Magnete." Ein Manko wurde deutlich: Es gibt immer weniger Lebensmittelgeschäfte in den Innenstädten, während die Zahl der Bäckereien und Metzgereien annähernd stabil blieb. Angesichts des Sterbens der Lebensmittelläden hätten Wochenmärkte stark an Bedeutung gewonnen. "Einheitliche Regelungen wären wünschenswert", kommentierte Gerhards die Zahlen über die Öffnungszeiten der Läden, die offenbar noch immer sehr unterschiedlich sind.

Positiv habe sich das Engagement der Städte und Werbegemeinschafen erwiesen, die Möglichkeiten der verkaufsoffenen Sonntage zu nutzen und mit ideenreichen Aktionen die Verbraucher in die Städte zu locken. Teilweise unterstützen die Städte ihre Werbegemeinschaften und deren Aktivitäten mit beträchtlichen Summen, wie die Erhebung ergab. So schießt Donauwörth beispielsweise jährlich 50 000 Euro der City-Initative-Donauwörth (CID) zu, Oettingen gibt an seine Werbegemeinschaft immerhin 33 000 Euro. Zugenommen hat nach der Erhebung die Zahl der Restaurants, Cafés und Kneipen. Gerhards: "Das ist enorm ausschlaggebend, wenn wir die Attraktivität steigern wollen."

Insgesamt ergab der City-Check ein Bild mit viel Licht und auch Schatten. So hat sich die Dichte der Arztpraxen "dramatisch verringert" - und zwar in allen zwölf Städten. Und auch die Zahl an Geschäften für Bekleidung oder Parfümerie ist geringer geworden - hier aber lokal sehr unterschiedlich. Dass die City-Initiative die Verantwortlichen in Nordschwabens Städten schon während der vergangenen Jahre gleichsam aus dem Schlaf gerüttelt hat, wurde allenthalben anerkannt. Nicolas Greno, Buchhändler in Donauwörth und Sprecher de Aktion: "Jammern hilft nicht - wir müssen akzeptieren und begreifen: Wer's besser macht, gewinnt - wer die Zeit verschläft, verliert."

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