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Medizin

23.02.2018

Die Influenza erwischt immer mehr Menschen

Eine schwere Grippe zwingt derzeit viele Menschen dazu, sich im Bett auszukurieren. Im Gesundheitsamt des Landkreises Donau-Ries sind bereits 100 Fälle der schweren Grippe gemeldet worden.
Bild: Maurizio Gambarini, dpa

Grippeepidemie breitet sich aus. Mit welchen Tipps man vorbeugen kann.

Ein Taschentuch nur ein Mal verwenden, in die Ellenbogenbeuge niesen und die Hände so oft wie möglich waschen: Unter anderem mit diesen Tipps von Dr. Rainer Mainka könnten Menschen einer schweren Grippe vorbeugen, die im Ries und vielen anderen Gebieten in Süddeutschland als Epidemie eingestuft wird. Außerdem warnt der Mediziner vor größeren Menschenansammlungen. Mainka, Leiter des Gesundheitsamts, spricht derzeit von 100 laborbestätigten Meldungen der Influenza, dem schweren Fall der Grippe, die dem Gesundheitsamt aus Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Altenheimen oder Krankenhäusern gemeldet wurden. In Marktoffingen, in dem vor Kurzem sogar mehr als 20 Kinder und einige Betreuer an der Grippe erkrankten, war der Betrieb in dieser Woche noch immer notdürftig. Laut Gesundheitsamt sollen Altenheime in Wemding und Monheim viele Fälle gemeldet haben.

Doch auch in anderen Einrichtungen hinterlässt die Erkrankung ihre Spuren. Erwischt hat es auch Lehrer und Schüler an der Mittelschule in Nördlingen. Von einer Epidemie aber spricht Schulleiterin Marga Riedelsheimer nicht. In der Grundschule in Hainsfarth fehlen viele Kinder, besonders Dritt- und Viertklässler. Dort sind nicht nur die Grippeviren für das Fernbleiben verantwortlich, sondern auch die Windpocken. Die stellvertretende Vorsitzende des BLLV-Kreisverbands Nördlingen und Klassenleiterin einer der Mischklassen, Karen Glöckner, erzählt, dass einige Kinder schon länger zu Hause bleiben müssen. Auch die Schüler in Hainsfarth werden mit den wichtigsten Ratschlägen versorgt, sagt die Lehrerin. Im Klassenzimmer steht beispielsweise eine Box mit Taschentüchern. Die Kinder sollen die Tücher nach dem Schnäuzen wegwerfen und oft ihre Hände waschen.

In Alerheim setzt man zudem auf Prävention. Schulleiterin Adelheid Schiele sagt, dass nicht mehr oder weniger Kinder krank seien als sonst zu dieser Jahreszeit üblich. Neben den bekannten Hygiene-Hinweisen gibt es das Projekt Klasse 2000, in dem Wert auf die Gesundheit der Schüler gelegt und das Immunsystem gestärkt wird. Deshalb wird in der Schule über die richtige Ernährung und Bewegung gesprochen. Die Lehrerin erklärt ihren Schülern zudem, wie wichtig frische Luft und Sonne sind.

Nicht nur in den öffentlichen Einrichtungen ist das Personal wegen der Grippeepidemie ausgedünnt, auch in vielen Betrieben. Das Personal am Nördlinger Stift sei aber nur minimal von den Erkrankungen betroffen. Professor Dr. Bernhard Kuch sagte Freitagnachmittag, dass auch bei den Patienten so scheint, als würde die Krankheitswelle abebben. Dort sind bislang ein 45-Jähriger und eine 90 Jahre alte Frau an der Grippe gestorben.

Viele Bürger fragen sich, ob eine Grippe-Impfung schützt. Experten sind sich nicht einig. Allerdings sagt Dr. Rainer Mainka, dass alle Mitarbeiter im Gesundheitsamt, die geimpft wurden, bislang nicht an der Grippe erkrankt sind.

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