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12.10.2018

Drei Handwerker aus Leidenschaft werden Kammersieger der HWK

Bei der Ehrung in Augsburg (von links): Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben, Nico Hänlein, Daniel Schneider, Josef Wolf, HWK-Präsident Hans-Peter Rauch.
Bild: Schöllhorn, HWK

In den Bereichen Antriebstechnik, Straßenbau und Tischlerei kommen die besten Auszubildenden aus dem Ries. Was die drei jungen Männer antreibt.

Immer wieder ragen junge Handwerker aus dem Ries nach Abschluss ihrer Lehren durch ihre Leistungen heraus. So konnten sich auch bei der Leistungsschau des deutschen Handwerks in den Berufen Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik, Straßenbauer, sowie Tischler drei Rieser als Kammersieger qualifizieren. Sie wurden zusammen mit anderen Spitzenhandwerkern in einer großen Feier geehrt, die im Atrium des Servicezentrums der Handwerkskammer für Schwaben in Augsburg stattfand.

Der Tischler Josef Wolf aus Marktoffingen gehört zu denen, die aus Familientradition zu ihrem Handwerk fanden: „Mein Vater ist Tischler und hat zuhause eine Werkstatt, mein Onkel führt eine Schreinerei.“ Dort habe er schon immer mit geschafft und viel Freude an der Arbeit gehabt. Gegen die Faszination, die daraus erwuchs, kamen Schulpraktika wie Technischer Zeichner oder Mechatroniker nicht an; Tischler blieb der Traumberuf und er machte seine Lehre bei Axel Pfleiderer in Nördlingen. Während der Lehre zeichnete sich schon ab, dass er sein wahres Talent gefunden hatte, in der Berufsschule war er fast immer Klassenbester. Jetzt kehrt er zurück zu den Wurzeln, arbeitet beim Onkel in der Schreinerei und wird später die Meisterschule absolvieren.

Wer so viel auf dem Kasten hat, Kammersieger zu werden, hätte wohl auch Abitur machen und studieren können, aber Josef Wolf hält dagegen: „Ich hocke nicht gerne am Schreibtisch.“ Das sieht Daniel Schneider aus Wallerstein, kammerbester Straßenbauer, differenzierter: Er machte in Nördlingen Abitur, wollte aber immer schon einen praktischen Beruf mit einem Studium verknüpfen und studiert jetzt an der Technischen Universität München Bauingenieur. In Gesprächen mit anderen Studenten stelle er jetzt schon fest, dass er aufgrund seines Ausbildungsberufes klarere Vorstellungen als andere hat, wie seine Arbeit nach Absolvierung des Bachelor-Titels aussehen wird. Die Wurzeln der Berufswahl gehen bis in die Kindheit zurück: „Ich war immer schon fasziniert von Baustellen oder wenn eine Baufirma kam, um unseren Hof zu pflastern.“ Als Schüler jobbte er auf dem Bau, nach dem Abitur machte er eine Lehre beim Bauunternehmen Frisch in Wallerstein. „Die Vereinigung von Praxis und Studium ist ein gutes Gefühl und ich weiß, wo mein Weg hin geht“, resümiert Daniel Schneider.

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Nico Hänlein aus Nördlingen ist der beste Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik seines Fachs. Ihm halfen bei der Berufsorientierung die Praktika in der Schule: „Ein elektronischer Beruf taugte mir am besten und machte am meisten Spaß, das wollte ich machen.“ Er machte seine Ausbildung bei Bürkle & Schöck in Fremdingen und merkte bald, dass seine guten Leistungen in der Berufsschule auf die Kombination aus passender Berufswahl und guter Ausbildung zurückzuführen sind. Der frisch gebackene Kammersieger arbeitet jetzt bei Valeo in Wemding und stellt fest, dass sein Talent hier durchaus seinen Platz gefunden hat: „Es ist ein Unterschied zur Lehre, aber ein Großteil entspricht schon der Arbeit in der Ausbildung.“ Jetzt konzentriert er sich erst einmal auf die Arbeitsstelle; möglicherweise will er später die Technikerschule besuchen, um sich noch höhere Qualifizierungen anzueignen.

In seiner Festansprache hob der Präsident der Handwerkskammer für Schwaben, Hans-Peter Rauch, hervor, welch vielfältige Möglichkeiten Spitzenkräften im Handwerk offen stehen: „Besonders reizvoll ist es, sein eigenes Handwerksunternehmen zu führen, sein eigener Herr zu sein und seine Ideen umsetzen zu können. Ich selbst kann mir beruflich nichts Schöneres vorstellen.“ Im gleichen Zuge nahm er die Politik ins Gebet und kritisierte, dass die politische Botschaft der letzten Jahre klar in Richtung Steigerung der Abiturienten- und Studentenzahlen ging.

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