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Fußball-WM

13.07.2018

Flagge zeigen für den Weltmeister

Die Weltmeister-Flagge ist in jedem Fall blau-weiß-rot, egal, wer am Sonntag gewinnt. Mit den RN plauderten gestern im Café Adria (von links) Charlotte Cohonner, Marion Beillard, Marian Matkovic, Luka Scekic und Drazen Matkovic.
Bild: Robert Milde

Zwei Französinnen, zwei Kroaten und ein Serbe diskutieren mit den RN, wer am Sonntag gewinnen wird. Schon die Vorstellungsrunde bringt eine Überraschung.

Zugegeben, wir hatten uns das einfacher vorgestellt. Unser Tipp für das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft lautete Anfang der Woche Frankreich gegen England und die Interviewpartner hatten wir auch schon ausgesucht: Sebastian, Ehemann unserer Redaktionsleiterin mit englischem Vater, würde leidenschaftlich den Fußball der „Three Lions“ erklären, und Edith, seit Jahrzehnten allseits bekannte Servicekraft in der Nördlinger Gastronomie, mit ihrem herrlich rollenden R überzeugend vermitteln, warum die „Équipe tricolore“ Weltmeister wird. Und nun das: Sebastian und seine Engländer sind seit Mittwoch raus, und Edith ist zum Heimaturlaub nach Frankreich gereist, ohne uns um Erlaubnis zu fragen. Eine mittlere Katastrophe.

Allerdings ist man als Zeitungsmann ja flexibel und so traf sich gestern Nachmittag eine mindestens genauso kompetente Runde stilgerecht im Eiscafé Adria am Daniel (die Inhaber sind Kroaten) zum lockeren Meinungsaustausch über das bevorstehende WM-Endspiel. Die französische Seite vertraten Charlotte Cohonner, 25-jährige Tochter von Edith (in Deutschland geboren und aufgewachsen, deswegen ohne rollendes „R“), sowie Marion Beillard (34), die zusammen mit ihrem Partner Florian Kätker und Töchterchen Mathilda (16 Monate) in Reimlingen wohnt. Kroatien die Daumen drücken hingegen Drazen Matkovic (25), sein Bruder Marian (17) und Luka Scekic (18), Sohn einer Mitarbeiterin im Café Adria. Luka ist zwar Serbe, seiner Fußball-Begeisterung für Kroatien tut das aber keinen Abbruch.

Schnell wird klar, dass fußball-technisch durchaus gegenseitige Sympathien vorhanden sind. „In den bisherigen Spielen habe ich mich immer für Kroatien gefreut“, erklärt Charlotte, nicht zuletzt habe man in dem wunderschönen Land an der Adria ja oft genug Urlaub gemacht. Den Kroaten wiederum haben die Spielfreude und das Tempo des französischen Teams Spaß gemacht – bis jetzt jedenfalls. „Aber am Sonntag werden wir trotzdem gewinnen, weil wir mit viel Herz und großem Willen spielen werden“, glaubt Drazen. Das kroatische Team sei schließlich so abwehrstark, dass es auch Superstars wie Mbappé oder Griezmann stoppen könne. Apropos Mbappé: Der pfeilschnelle Stürmer sei gerade mal ein Jahr älter als er selbst – unfassbar, meint Marian.

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Marion, die junge Mutter aus Reimlingen, ist die einzige in der Runde, die sich an das letzte Aufeinandertreffen der beiden Nationen mit den blau-weiß-roten Flaggen noch gut erinnern kann. Im Halbfinale der WM 1998 gewannen die Franzosen durch zwei Tore von Lilian Thuram gegen Kroatien mit 2:1 und im Endspiel wurde vor 80 000 begeisterten Zuschauern in Paris Brasilien glatt mit 3:0 bezwungen. „Ich war knapp 15 und das war schon ein sehr spezieller Moment in meinem Leben“, erinnert sie sich. Aber das sei schließlich 20 Jahre her und deswegen sei es höchste Zeit für den nächsten Triumph der großen Fußball-Nation.

Während Marion und ihre Familie am Sonntag bei Freunden in Aalen und Charlotte daheim vor dem Fernseher mitfiebern werden, wird das WM-Finale im Hause Matkovic in der Augsburger Straße ein größeres Ereignis. „Wir haben einen Pavillon im Garten und 25 bis 30 Leute werden da gemeinsam schauen“, ist Drazen, Marian und Luka die Vorfreude anzumerken. Und wenn Kroatien gewinnt? „Dann springen wir am Abend in den Kriegerbrunnen“, kündigt Drazen eine feuchtfröhliche Siegesfeier an.

Marion Beillard und Drazen Matkovic werden vielleicht am Tag nach dem WM-Finale den Ausgang des Endspiels freundschaftlich diskutieren – auch ohne Einladung der RN. Bei der gestrigen Vorstellungsrunde stellten sie fest, dass sie beide im Nördlinger Unternehmen Symrise arbeiten – und nichts voneinander gewusst haben. „Ich habe mich schon gewundert, was da für ein Auto mit den kroatischen Nationalfarben an den Spiegeln auf unserem Parkplatz steht“, erzählte die zierliche Französin. Jetzt weiß sie es.

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