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Landkreis Dillingen

24.09.2017

Fotografieren für die Zeitung im Wahllokal verboten?

Diese Hinweise hingen gestern vor einigen Wahllokalen im Landkreis Dillingen.

In Unterglauheim verstehen Wahlhelfer eine Anweisung bei der Bundestagswahl offensichtlich falsch. Landratsamts-Sprecher Hurler erklärt die Sachlage

Es ist kurz vor 10 Uhr. Der Direktkandidat der Freien Wähler, Stephan Stieglauer, hat soeben seine beiden Stimmen im Wahllokal in der Unterglauheimer Schule abgegeben. Eigentlich hätten wir den FW-Politiker gerne im Wahllokal fotografieren wollen. Doch Wahlvorstand Thomas Häußler und die Wahlhelfer Johannes Oberfrank und Holger Zinsmeister verweisen auf einen Zettel, den das Trio mit den Wahlunterlagen der Bundestagswahl erhalten hat. „Fotografieren und Filmen verboten!“, so steht es auf dem Zettel, der auch in anderen Wahllokalen in der Region angebracht ist. Und Häußler nimmt die Sache genau, Fotografieren sei nicht erlaubt. „Tut uns leid.“

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Landratsamts-Sprecher Peter Hurler sieht die Sache nach Rücksprache mit der Kreiswahlleiterin anders. Er zitiert die Landeswahlleitung: „Allgemeine (kurze) Film-, Fernseh- und Hörfunkübertragungen von Medienvertretern aus den Wahl- und Auszählungsräumen sind im Hinblick auf die Öffentlichkeit und die grundrechtlich geschützte Presse- und Medienfreiheit grundsätzlich zulässig, sofern der ordnungsgemäße Ablauf der Wahl nicht gestört oder verzögert wird und die Wahlfreiheit und das Wahlgeheimnis nicht beeinträchtigt werden. Aufnahmen von Wählern sind nur mit deren Zustimmung zulässig.“ Im Wahllokal in der Gundelfinger Mittelschule ist der ominöse Hinweis auch nicht zu finden. Dort macht der FDP-Direktkandidat Walter Lohner um 11 Uhr seine beiden Kreuzchen. „Eine leichte Anspannung ist doch zu spüren“, sagt der Gundelfinger. Der Wahlkampf habe ihm aber Spaß gemacht.

Im Wahllokal in Gundelfingen ist einiges los. Viele Bürger machen sich bei herrlichem Herbstwetter auf den Weg zu den Urnen. Maria Bayer, Andreas Dennenmoser und Edelbert Reile zählen zu den knapp 1300 Wahlhelfern, die am Sonntag im Landkreis Dillingen Dienst tun. „Das gehört zur Bürgerpflicht in einer Demokratie dazu, und wir müssen da ja nicht jeden Tag ran“, sagt Reile. Max Wetzstein hält das Wählen für eine Bürgerpflicht. Seit 1956 wählt der 79-Jährige den Bundestag. „Wer nicht wählt, hat keinen Grund, sich hinterher zu beschweren“, sagt der Senior. Und seine Frau Erna betont: „Das Wählen gehört zur Demokratie dazu.“

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