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Klima

22.02.2021

Klima-Aktivisten suchen Mitstreiter im Ries

In Städten wie Augsburg ist die Klima-Bewegung Fridays-For-Future gut organisiert. In Nördlingen ist der Zulauf überschaubar.

Ein Reimlinger hat die öffentliche Nördlinger WhatsApp-Gruppe von Fridays For Future gegründet. Was Walter Price bewegt und wie der Chat der Oettinger Gruppe von Moped-Fans übernommen wurde

Ein globaler Demonstrations-Tag der Fridays-For-Future-Bewegung (FFF) findet am Freitag, 19. März, findet statt. Auch in der öffentlichen Nördlinger WhatsApp-Gruppe von Fridays for Future findet sich ein Aufruf zur Teilnahme an den Demonstrationen. Ob es allerdings auch in Nördlingen eine Veranstaltung geben wird, ist noch unklar. Walter Price, der Initiator der Chatgruppe, könnte sich vorstellen, vielleicht eine Kundgebung zu veranstalten. Anders als in den Nachbarstädten der Region, Donauwörth und Aalen, hat FFF in Nördlingen noch wenig Unterstützer. Doch wer sind die Gründer der Nördlinger WhatsApp-Gruppe von FFF und wie ist die Gruppe entstanden?

Walter Price ist 54 Jahre alt und kommt aus Reimlingen. Im Dezember 2019 gründete er die öffentliche WhatsApp-Gruppe von FFF, der jeder beitreten kann. Er ist einer der Administratoren. Die Gruppe habe er nur gegründet, sagt er, weil ja einer die Initiative ergreifen müsse. Er habe die Hemmschwelle für die Jugendlichen senken wollen, bislang aber leider ohne Erfolg. Aktuell zählt die Gruppe elf Mitglieder. Price würde sich wünschen, dass engagierte Jugendliche die Gruppe übernehmen und fortführen, denn er würde „den Stab gerne weitergeben“. Unter den Mitgliedern der Nördlinger Gruppe befinden sich anscheinend auch FFF-Aktivisten aus anderen Teilen Bayerns, die vernetzt sein wollen. Schaut man die Chatnachrichten der letzten Zeit an, so findet man vor allem Petitionsaufrufe, Fernsehhinweise, Briefaktionen, Web-Seminare zu Photovoltaikanlagen, Fotos und Neuigkeiten aus der Klimapolitik – oder wie jetzt Bemühungen, eine Demonstration oder Kundgebung auf die Beine zu stellen. Die WhatsApp-Gruppen sind ein zentrales Medium, über das die Orts- und Regionalgruppen von FFF organisiert sind, über www.fridaysforfuture.de ist es möglich, die Nördlinger Gruppe und den entsprechenden Einladungslink finden.

Walter Price ist mit seinen 54 Jahren zwar deutlich entfernt von den Jugendlichen, die weltweit die FFF-Bewegung tragen, aber die ökologische Idee teilt er. Von den Mitgliedern der Nördlinger FFF-Chat-Gruppe kennt Price nur zwei weitere persönlich.

Zusammen kommen die drei ursprünglich vom „Donau-Ries-Bündnis 100% Erneuerbare bis 2030“. Das Ziel dieser Bürgerbewegung sei „die vollständige, dezentrale, bürgernahe Erneuerbare Energiewende bis spätestens 2030“, wie auf der Website des Bündnisses steht. Das Bündnis hat ein wesentliches gemeinsames Ziel mit FFF: die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens, insbesondere des 1,5 Grad Ziels. Die drei Aktivisten verbindet auch der Solarenergie Förderverein.

Die Nördlinger FFF-Chatgruppe gründete Price, nachdem er in der Oettinger FFF-Chatgruppe ein Desaster miterlebt hatte. Die Oettinger Gruppe, erinnert sich Price, sei zwar von Jugendlichen getragen worden, allerdings hätten sich im November 2019 Moped-Fans einen Administrator-Account verschaffen können, als es Probleme mit Spam-Bots gab. Das sind Computerprogramme, die automatisiert Werbenachrichten im Netz und auch in Chat-Gruppen verbreiten. Die Moped-Fans hätten daraufhin die anderen Administratoren hinausgeworfen und zahlreiche Fotos von ihren Mopeds gepostet – eine feindliche Übernahme der Gruppe. Daraufhin habe Price die Chat-Gruppe verlassen und für Nördlingen eine eigene gegründet, auch wenn diese bislang keinen großen Zulauf hatte. Anders sieht es in Donauwörth aus. Dort zählt die FFF-Chatgruppe 65 Teilnehmer und auch Lokalpolitiker wie Albert Riedelsheimer finden sich darunter. Die Gruppe Ostalb (Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd) hat sogar 197 Mitglieder.

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