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Verkehr

18.02.2020

Protest gegen Entfernung des Bahnübergangs bei Hainsfarth

Die Bayern-Bahn will den Bahnübergang an der Staatsstraße 2216 nach Hainsfarth schließen. Die Gemeinde ist strikt dagegen.
Bild: Bernd Schied

Plus In Hainsfarth soll ein Bahnübergang beseitigt werden. Der Ort könnte so von der Bundesstraße 466 aus nicht mehr angefahren werden. Was der Bürgermeister fordert.

Klaus Engelhardt will nicht lockerlassen. „Kampflos gebe ich den Bahnübergang nicht auf“, sagte der Hainsfarther Bürgermeister am Wochenende bei einer Bürgerversammlung im Steinharter Schützenhaus. Wie berichtet, hat das private Eisenbahnunternehmen Bayernbahn mit Sitz in Nördlingen bei der zuständigen Regierung von Oberbayern einen Antrag auf Beseitigung des Übergangs an der Heimostraße aus wirtschaftlichen Erwägungen gestellt. Dies würde bedeuten, dass Hainsfarth über die Staatsstraße 2216 von der Bundesstraße466 aus nicht mehr angefahren werden kann. Bei der jüngsten Bürgerversammlung in Hainsfarth hatte Engelhardt die Überlegungen als „Oberhammer“ bezeichnet.

Bürgermeister bezeichnet Gespräche mit Behörden als ernüchternd

Der Bürgermeister verwies auf ein Treffen in der vergangenen Woche mit Vertretern des Staatlichen Bauamtes, der Polizei, der Regierung von Oberbayern und der Bayernbahn, um die Thematik zu erörtern. Das Gespräch sei sehr ernüchternd gewesen. Die übrigen Teilnehmer hätten ihm und seinen beiden Stellvertretern das Gefühl vermittelt, dass die Gemeinde Hainsfarth bei der Angelegenheit zunächst einmal außen vor bleibe. Engelhardt: „Klar, uns gehört weder die Straße noch der Übergang.“ Geplant sei jetzt eine Machbarkeitsstudie, die Alternativen für den Bahnübergang aufzeigen solle – auch im Hinblick auf eine mögliche Reaktivierung der Hesselbergbahn. Von daher müsse man abwarten, wie es weitergehe.

Nicht nachvollziehen könne er zudem die Argumentation der Bayernbahn, dass die Ortsmitte Hainsfarths doch über die beiden anderen Zufahrten (von der B466 nahe der Abzweigung nach Auhausen und der Staatsstraße nach Megesheim aus) angefahren werden könne. Allein aus verkehrstechnischen Gründen sei das aus Sicht der Gemeinde nicht möglich, bekräftigte Engelhardt. Das könne man komplett vergessen.

Protest gegen Entfernung des Bahnübergangs bei Hainsfarth

Der Rathauschef stellte in Steinhart eine weitere Forderung auf. Sollte das Straßenbauamt im Zuge des Ausbaus der Staatsstraße 2214 Richtung Wemding den Geh- und Radweg entsprechend anpassen, müsse dieser drei Meter breit werden, damit landwirtschaftliche Fahrzeuge darauf fahren könnten. „Die Gemeinde ist aber nicht bereit, die Kosten dafür zu tragen.“

Das Staatliche Bauamt vertritt hierzu eine gänzlich andere Auffassung. Bayernweit sei es bisher üblich, dass bei Bundes- oder Staatsstraßen parallel dazu verlaufende Radwege auf 2,50 Meter ausgebaut würden und dafür der Staat die Kosten übernehme. Darüber hinaus gehende Breiten, um beispielsweise den Landwirten entgegenzukommen, gingen zu Lasten der jeweiligen Kommune, machte Bauoberrat Stefan Greineder, der in der Behörde für den Landkreis Donau-Ries zuständig ist, gegenüber den Rieser Nachrichten deutlich.

Die Gemeinde plant einen Helferkreis für Senioren

Zuvor hatte Engelhardt vor rund 30 Zuhörern ausführlich die Gemeindefinanzen erläutert und war auf die anstehenden Vorhaben in der Gesamtgemeinde eingegangen. Dazu gehöre unter anderem die Neugestaltung des Ortsbereiches in Wornfeld. Außerdem plane die Gemeinde, einen Helferkreis für Senioren ins Leben zu rufen.

Kein Thema mehr ist Engelhardt zufolge der Bau eines Mobilfunkmastes durch die Telekom auf Gemeindegrund. Das Unternehmen gehe jetzt im Rahmen der Standortsuche auf Privatpersonen zu.

Im Gegensatz dazu könne er sich vorstellen, dass eines Tages der Bau von Windrädern in der Region wieder auf der Agenda erscheine. Er würde dies durchaus begrüßen.

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