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25.06.2008

Ungewöhnliche Maßnahmen als Schlüssel zum Erfolg

Was die Männer können, können die Frauen schon lange - jedenfalls wenn es um Basketball geht: Nachdem sich die Nördlinger Giants in letzter Minute die Lizenz für die erste Bundesliga gesichert haben, ist nun auch der Aufstieg der Basketballfrauen in trockenen Tüchern.

Kurz vor Ablauf der von der Damenbasketball-Bundesliga (DBBL) gesetzten Frist fand sich mit WWK Versicherungen ein weiterer Haupt- und sogar Namenssponsor. Damit sei "das Märchen an der Romantischen Straße" wahr geworden, verkündete der sportliche Leiter Kurt Wittmann am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz.

Landkreisweite Kooperation ist ein Stück Sportgeschichte

Antreten werden die Frauen unter dem neuen Namen WWK Donau-Ries und mit dem neu gegründeten Verein BG Donau-Ries im Rücken - die Ausgliederung aus dem TSV Nördlingen war von Seiten des Vereins im Falle eines Aufstiegs gefordert worden. Dass im Damenbasketball nun in landkreisweiten Dimensionen gedacht wird, ist dem stellvertretenden Landrat Peter Schiele zufolge "fast ein Stück Sportgeschichte". Ungewöhnliche Herausforderungen - nämlich dass in einer Kleinstadt wie Nördlingen in einer Saison zwei Mannschaften den Schritt in die erste Liga wagen wollen - erforderten eben ungewöhnliche Maßnahmen, sagte Schiele.

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Der Gedankengang der Verantwortlichen ist dabei nachvollziehbar: Es galt, die über 20-jährige Tradition in der Basketball-Bundesliga fortzuführen und den Wunsch, nach der erneuten sportlichen Qualifizierung endlich wieder in die erste Liga aufzusteigen, zu realisieren. "Diese Möglichkeit wollten wir den Damen, die in der vergangenen Saison gnadenlos gut gespielt haben, unbedingt geben", sagte der BG-Vorsitzende Michael Koch. Und um den damit verbundenen finanziellen Kraftakt zu stemmen, ging man neue Wege.

Die Sponsorensuche wurde auf den gesamten Landkreis ausgeweitet. Neben der Sparkasse Nördlingen - seit 24 Jahren als Partner mit ihm Boot - ist von nun an auch die Sparkasse Donauwörth offizieller Hauptsponsor. Dass es mit dem Aufstieg letztendlich klappte, ist aber dem neuen Namenssponsor zu verdanken: "Die WWK haben wir kurz vor knapp noch durch unser Konzept überzeugt", so Koch. Über die genaue Summe, die an die BG Donau-Ries fließen wird, spricht man nicht. "Allerdings waren wir uns schnell einig, dass wir so viel Geld bekommen würden, dass der Aufstieg möglich ist", sagte Wittmann. Der Kontakt zur WWK sei über Andreas Ebertz zustande gekommen, der geschäftlich mit der WWK zu tun habe. "Er ist unser Verbindungsmann." Und nicht nur das: In der kommenden Saison wird Ebertz als Co-Trainer an der Seite von Coach Patrick Bär tätig sein.

Den Spielerinnen ist die Freude über den geglückten Aufstieg sichtlich anzumerken. "Wir haben die Hoffnung nie aufgegeben", sagte Sandra Kröpelin. Die neue sportliche Herausforderung werde der Mannschaft gut tun. "Es ist einfach besser, mal gegen andere Teams zu spielen." Auch Imre Szittya, Nationaltrainer und Gründungsmitglied der BG, zeigte sich zufrieden: "Ich war selber zwölf Jahre Trainer in Nördlingen und habe die Sache deshalb nicht ganz leidenschaftslos verfolgt." Hätte es mit der ersten Liga nicht geklappt, hätte es bald auch keine zweite Liga mehr gegeben, gab er zu bedenken. "Die Verantwortlichen hätten sich unglaubwürdig gemacht, einige Spielerinnen wären vielleicht weggegangen." Und in der dritten oder vierten Liga zu spielen, wirke sich negativ auf die Jugendarbeit aus, in der Nördlingen bayernweit eine Vorreiterrolle innehabe.

Ein weiteres wichtiges Element im neuen Verein ist deshalb die Nachwuchsförderung: In der Satzung ist festgelegt, der Jugend im Landkreis eine Perspektive zu geben und das Nachwuchsprogramm des TSV Nördlingen - und die damit verbundene Fendt Caravan Basketball Akademie Donau-Ries - finanziell zu unterstützen. Zehn Prozent des Budgets sollen an den TSV fließen, sagte Stefan Thalhofer, der in der BG für die Finanzen zuständig ist. "Dieses Angebot steht, allerdings warten wir noch auf eine Rückantwort." Auch mit anderen Vereinen im Landkreis soll es Kooperationen geben, zum Beispiel mit dem VSC Donauwörth: Angedacht sind eine Ausbildungsförderung und Trainerlehrgänge.

Kurt Wittmann denkt indessen schon wieder einen Schritt weiter: In Zukunft könnte man mit vielen anderen Vereinen zusammenarbeiten: "In Löpsingen, Deiningen, Wemding." Denn langfristiges Ziel der BG Donau-Ries sei es nicht nur, attraktiven Damenbasketball auf höchstem Niveau zu bieten, sondern auch die jungen Spielerinnen zu pushen. "Damit wir auch in Zukunft mit Nördlinger Eigengewächsen in der ersten Bundesliga spielen können."

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