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Basketball

30.03.2012

Nur ein Halbzeit lang in Schlagdistanz

Die junge Fanny Szittya trumpfte in Wolfenbüttel frech auf, aber zur Überraschung hat es für die Heli-Girls trotzdem nicht gereicht.
Bild: Jochen Aumann

Heli-Girls verpassen in Wolfenbüttel eine Überraschung, weil einige Stammkräfte ihre Normalform nicht abrufen können

In der ersten Play-Off-Partie um die deutsche Meisterschaft 2012 unterlagen die Heli-Girls Nördlingen Donau-Ries erwartungsgemäß dem Erstplazierten BV Wolfenbüttel mit 52:67 (26:27). Zwar stemmte man sich gegen die drohende Niederlage und hielt eine Halbzeit mit, doch für einen Überraschungs-Coup mangelte es schlichtweg an Treffsicherheit.

Aufgrund der Magen-Darm-Erkrankung von Caro Sterner und des gleichzeitigen Regionalliga-Spiels des TSV, für das Teresa Kucera, Carina Högg und Amelie Wittmann abgestellt wurden, liefen die Heli-Girls in Niedersachsen nur zu Acht auf. Doch diese Acht präsentierte sich lange als kompakte Einheit voller Energie und Tatkraft, keineswegs gewillt, dem offensichtlichen Favoriten einfach so das Feld zu überlassen. Sogar vom 0:7-Kaltstart im kühlen Niedersachsen erholten sich die Underdogs aus Bayern schnell und schlossen zum 7:7 auf. Doch der Meisterschaftsanwärter und Tabellenführer nutzte die Gelegenheiten, die sich aus Gästefehlern ergaben, erneut davonzuziehen (12:7, 8. Minute).

Fanny Szittyas Einwechslung ein echter Glücksgriff

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Coach Bärs Antwort war die Einwechslung von Fanny Szittya und diese machte sich sofort bemerkbar. Mit einem Sprungwurf und zwei Fast-Breaks erzielte die 17-jährige gebürtige Nördlingerin sechs Punkte in Serie. Zwei Dreier von Wolfenbüttels Estin Rosenfeld hielten die Gastgeber in Front und brachten eine verdiente 18:13-Führung nach dem ersten Viertel.

Doch der U18-Nationalspielerin war dies noch nicht genug. Mit einem Assist auf Jenny Sommer und einem weiteren Fast-Break hielt Szittya die Heli-Girls auf Tuchfühlung (20:19, 15. Minute).

Bis zur Halbzeit sogar auf einen Punkt heran

Ein Sprungwurf von Amber Sprague brachte gar die erste Führung der Gäste. Es sollte die einzige bleiben im ganzen Match. Wolfenbüttel ist nicht von ungefähr Tabellenführer nach der regulären Spielzeit. Die individuelle Klasse von Nationalspielerin Haldin ließ die Gastgeber erneut davonziehen, jedoch nicht so weit, dass man die Helis hätte abhängen können. Im Gegenteil: mit einer couragierten Teamleistung knabberten Henderson und Co. am Wildcats-Vorsprung und konnten ihn bis zur Halbzeit auf ein mageres Pünktchen abnagen. Beim korbarmen Score von 27:26 baten die Coaches ihre Teams zur Pausenansprache.

Die zweite Hälfte begann wie die erste. Wieder verschliefen die Gäste den Start und erlaubten fünf Punkte der Wildcats in Folge, was in einem Low-Score-Game wie diesem schon ein Pfund bedeutet. Die Gastgeber agierten jetzt deutlich aggressiver und treffsicherer, sodass sie zweistellig enteilten, diese ungeschriebene magische Grenze im Basketball, die die Psyche der Spieler offenbar drastisch beeinflusst. Bislang unbekannte Schwächen an der Freiwurflinie und ein paar gastgeberfreundliche Pfiffe, darunter ein T-Foul gegen die Nördlinger Bank, und schon war der dritte Durchgang vorbei. Man lag mit 35:45 im Hintertreffen.

Kurz nach Start des letzten Abschnitts verabschiedete sich Kapitän Richter, die offensiv einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, mit ihrem fünften Foul aus dem Spiel. Ihre Souveränität und Energie hätte das Team gebraucht, um sich noch einmal heranzuarbeiten. So blieb eigentlich nur das Bestreben, sich respektabel aus der Affäre zu ziehen um erhobenen Hauptes die Heimreise und danach die Vorbereitung auf das Rückspiel angehen zu können.

Zweite Chance am Karsamstag in eigener Halle

Die Einstellung der Heli-Girls hat gestimmt, doch die Trefferquote aus dem Feld und von der Linie waren einfach nicht gut genug, um das Spitzenteam aus dem Norden zu schlagen. Um dies zu realisieren, müssen die etablierten Stammkräfte zumindest ihre Normalform abrufen oder besser noch über sich hinauswachsen. Um Play-Off-Spiele zu gewinnen, ist dies Pflicht. Den Beweis, dass sie dies können, blieben die Heli-Girls in Wolfenbüttel schuldig, am Karsamstag Abend im Rückspiel vor eigenem Publikum, wenn möglich mit komplettem Kader, wollen sie ihn erbringen.

Die Statistik des ersten Play-Off-Vergleichs

Heli-Girls Amanda Rego (7), Dorothea Richter, Fanny Szittya (9), Mirijam Unger, Nina Djokovic (5), Amber Sprague (12, 8 Rebounds, 4 Blocks), Jenny Sommer (3, 9 Rebounds), Morgan Henderson (16).

Wurfquote aus dem Feld: 19 von 59 (32%). Dreier: 3 von 16 (19%), Freiwurfquote: 11 von 16 (69%).

Bei den Wolfenbüttel Wildcats fielen auf: Watson (15), Harris (12), Haldin (11).

Wurfquote aus dem Feld: 26 von 57 (46%). Dreier: 7 von 17 (41%). Freiwurfquote: 8 von 16 (50%).

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