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Coronavirus: Warum wir trotz aller Sorgen hoffen dürfen

Kommentar Von Markus Bär
24.02.2020

Im Wettlauf mit der Zeit kann jeder von uns seinen Beitrag leisten. Gerade jetzt, da der Corona-Erreger immer noch bedrohlicher wird.

Wer in die Medizingeschichte blickt, dem fällt angesichts des derzeit grassierenden Coronavirus sicher schnell ins Auge, dass vor 100 Jahren ebenfalls eine Epidemie um die Welt zog: die Spanische Grippe. Mit einer unvorstellbar hohen Zahl an Opfern. Geschätzt werden zwischen 25 und 50 Millionen Tote. Um es gleich vorwegzunehmen: So schlimm wird es bei Corona sicherlich nicht werden. Weil Medizin und Wissenschaft inzwischen natürlich viel weiter entwickelt sind.

Zwar wird die Lage angesichts der zunehmenden Zahl an Todesfällen in Italien immer bedrohlicher. Unsere österreichischen Nachbarn haben bekanntlich schon den Zugverkehr mit Italien ausgesetzt. Was natürlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Denn der viel größere Austausch mit Italien findet ja auf der Straße statt.

Abseits unserer wachsenden Sorgen arbeiten aber Wissenschaftler verschiedenster Forschungseinrichtungen derzeit mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffes. China vermeldete schon am vergangenen Freitag, dass das erste Präparat „gegen Ende April in klinischen Tests erprobt wird“.

Impfstoff gegen Coronavirus: Deutschland bei Forschung ganz vorn dabei

Zudem gibt es – eigens 2017 in Davos für solche Epidemien gegründet – die Allianz Cepi (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations, etwa: Koalition, um sich innovativ auf Epidemien vorzubereiten). Das ist eine gute Sache: Weil Viren schnell mutieren können, muss man auch in Zukunft jederzeit mit neuen Infektionskrankheiten rechnen. Cepi wird finanziell von den Ländern wie Deutschland, Großbritannien, Japan, Kanada, unter anderem der WHO, der EU-Kommission, der Impfstoff-Industrie und privaten Geldgebern wie etwa der Bill-&-Melinda-Gates-Stiftung getragen. Ein Gründungsmitglied von Cepi ist übrigens das Bundesforschungsministerium.

Und Cepi unterstützt fünf große Forschungsinstitutionen in der westlichen Welt, die derzeit den öffentlichen Auftrag haben, einen Corona-Impfstoff zu entwickeln: neben zwei US-Firmen und dem amerikanischen Nationalen Institut für Allergien und Infektionskrankheiten noch die australische Universität in Queensland – und das deutsche Forschungsunternehmen CureVac in Tübingen.

Ein Impfstoff gegen den Coronavirus soll bald verfügbar sein

Viele Experten sind sich darum sicher, dass relativ bald ein Impfstoff gefunden wird. Wir dürfen also trotz aller Sorgen auch hoffen. Selbst wenn das Präparat wohl erst dann zur Verfügung stehen wird, wenn der Höhepunkt der Epidemie schon überschritten ist. Aber auch danach braucht man ja ein Medikament, weil Epidemien immer wieder erneut ausbrechen können.

Was sollen wir nun tun, bis es in solches Präparat gibt? Sicher das, was der gesunde Menschenverstand gebietet: nicht in Panik verfallen. Seinen Alltag weiterleben. Sich Expertentipps anhören. Tendenziell vielleicht vorerst lieber daheimbleiben, als große Menschengruppen aufzusuchen. Aber bitte: mit Augenmaß. Oft die Hände gründlich waschen. Ins Taschentuch oder die Armbeuge husten oder niesen, um andere nicht anzustecken.

Derzeit hat ja auch die „richtige“ Grippe ihre Hochphase

Das Ziel eines jeden von uns muss es sein, eine Ausbreitung des Virus in Deutschland möglichst lange zu verhindern oder zumindest zu verschleppen. Um Zeit zu gewinnen. Damit Forschungseinrichtungen ihre Arbeit machen können. Und auch, um ein Zusammentreffen von Corona mit der derzeit in ihrer Hochphase laufenden „richtigen“ Grippe, also der Influenza, zu verhindern. Denn deren Auswirkungen sind hierzulande immer noch viel verheerender als Corona: Seit Herbst 2019 registrierte das Robert-Koch-Institut rund 80.000 Influenzafälle und 130 Tote, die nachweislich auf die Grippe zurückzuführen sind.

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