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19.07.2007

Potter-Mania erreicht langsam ihren Höhepunkt

Eine Berliner Verkäuferin kurz vor dem Verkaufsstart des letzten Harry Potter-Bandes.
Foto: DPA

Das Harren auf Harry hat ein Ende: In der Nacht zum Samstag erscheint der siebte und damit letzte Band über Harry Potter, der rund um den Globus Millionen Leser verzaubert hat.

London (dpa) - Das Harren auf Harry hat ein Ende: In der Nacht zum Samstag um eine Minute nach Mitternacht britische Zeit (01.01 Uhr deutsche Zeit) erscheint der siebte und damit letzte Band über Harry Potter, der rund um den Globus Millionen Leser verzaubert hat.

Eine Saga, die vor genau zehn Jahren begonnen hat, geht damit zu Ende. "Harry Potter and the Deathly Hallows" kommt vorerst nur auf Englisch in die Läden, doch auch in Deutschland stehen die Fans des Jungen mit den magischen Kräften unter Hochspannung - selbst wenn im Internet bereits Raubkopien das Finale verraten und die "New York Times" schon am Donnerstag eine Rezension des Buchs brachte. Die quälende Frage aller Fragen lautet: Stirbt Harry?

Zwar wurde der finale Band für Millionen von Euro wie in einem Hochsicherheitstrakt gelagert. Doch in den USA sollen etwa 1200 Exemplare durch eine peinliche Panne zu früh ausgeliefert worden sein. Internetprofis stellten eine US-Ausgabe von mehr als 700 Seiten ins Netz, die "New York Times" brachte eilig eine Buchbesprechung, allerdings ohne das konkrete Ende zu verraten. "Diese Leute sind doch alle Spielverderber", klagt die Sprecherin des englischen Potter-Verlages Bloomsbury. Auf Harry-Fanseiten wurde dazu aufgerufen, keine Inhalte öffentlich zu machen.

Die Hysterie übertrifft alles bisher Dagewesene. Der größte Online-Buchhändler Amazon verzeichnete am Donnerstag fast 2,2 Millionen Vorbestellungen weltweit, mehr als 170 000 davon in Deutschland. Der US-Verlag Scholastic druckt als Startauflage zwölf Millionen Stück, in Großbritannien sollen in den ersten 24 Stunden drei Millionen Exemplare reißenden Absatz finden. Ein Wahnsinn, lag die Startauflage des ersten Bandes noch bei kümmerlichen 500 Stück.

Getrieben wird der Hype um den Zauberlehrling noch zusätzlich durch den fünften Film "Harry Potter und der Orden des Phönix", der vergangene Woche weltweit in die Kinos kam und sofort an die Spitze der Charts stürmte. Auch durch die geschickte Vermarktung mit Filmen, Videospielen und Hörbüchern verkauften sich die Bücher weltweit bisher sagenhafte 325 Millionen Mal.

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In Harrys Heimat Großbritannien rüsteten sich die Menschen mit Zauberstäben und Hexenbesen für den Tag der Tage, einige Fans lagern bereits seit Donnerstag nahe des Piccadilly Circus in London - dort soll Europas größte Potter-Party steigen: Der Buchhändler Waterstone's erwartet tausende Fans und lädt zum "Schlange-Stehen" plus Magierschau ein. Eine Hotline für aufgewühlte Fans soll für die folgenden 48 Stunden eingerichtet werden. "Falls Harry stirbt", erklärt eine Sprecherin.

Dieses Geheimnis wird die Autorin Joanne K. Rowling höchstpersönlich im Naturkundemuseum in London lüften. Am Samstag zur Geisterstunde werden ihr 1700 Fans bei einer Lesung lauschen. Zuvor hatte sie mit allerlei Andeutungen die Spekulationen befeuert: Mindestens zwei wichtige Charaktere werden sterben. Ist es der böse Lord Voldemort? Sind es Harrys Freunde Hermine und Ron, oder gar er selbst? Diese Frage wird in Fan-Foren seit Monaten ebenso diskutiert wie die deutsche Bedeutung des mehrdeutigen englischen Originaltitels. Von "todbringenden Heiligen", "Todesheiligen" oder "Reliquien des Todes" ist die Rede.

Auch in Deutschland können sich die Fans schon in der Nacht mit Lesestoff versorgen: Unter anderem am Frankfurter Flughafen, am Hauptbahnhof in Hamburg und in Stuttgart, in den Berliner Läden Hugendubel und Dussmann und selbst in Erfurt und Karlsruhe. Die meisten deutschen Buchläden öffnen aber erst am Morgen. Einige bieten - wie in Kiel und München - ein Harry-Frühstück. Für die deutsche Ausgabe, die am 27. Oktober erscheint, erwartet der Carlsen Verlag einen Absatz von mehr als drei Millionen Stück.

Die Spannung auf das Ende wird dann allerdings verflogen sein, denn spätestens am Samstag um Mitternacht weiß die Welt, ob die Romanfigur Harry Potter tot ist oder auch den letzten Band überlebt hat.

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