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Glosse

29.09.2020

Wer heute hustet, macht sich sofort verdächtig!

Immer schön das Taschentuch entsorgen!
Bild: Stefanie Grewel, dpa

Früher haben wir Mitmenschen, die niesen mussten, noch Gesundheit gewünscht. Inzwischen ist das Toleranzkonto vieler Leute notorisch überzogen. Eine Glosse.

Wenn es um das Ausleben von Erkältungssymptomen geht, hat ja jeder seine eigene Toleranzgrenze. Der eine zieht schon den inneren Mundschutz ein bisschen strammer, wenn sich am anderen Ende des Raums nur jemand leise räuspert. Andere nehmen es mit aufreizender Gleichgültigkeit zur Kenntnis, wenn der Nebensitzer in der Tram derart inbrünstig niest, dass sich die Zeitung von alleine durchblättert. Stichwort: Druckwelle. Früher konnte man dieses so oder so etwas merkwürdige Verhalten im gedanklichen Ordner Schrulligkeiten abheften. Aber jetzt? Jetzt ist Pandemie. Und da stellt jedes grippale Geräusch eine Probe für die nervliche Belastbarkeit dar. Das geht nicht spurlos am Menschen vorbei. 

In der Warteschlange am Postschalter hustet sich ein vorbildlich vermummter Mann die Seele aus dem Leib, worauf alle anderen die einsfünfzig Abstand spontan etwas großzügiger auslegen. Dass der Verdächtige in den Hustepausen hastig versichert, er habe sich lediglich verschluckt, ändert wenig an der sozial distanzierten Haltung seines unfreiwilligen Umfelds.

Der hypochondrische Kollege trägt auch im Keller Mundschutz

Harte Tage auch für den hypochondrischen Kollegen, der schon früher Türen stets umständlich mit dem Ellenbogen öffnete, um dann zu erklären, wie viele Bazillen auf einer solchen Klinke... Während er seinen Mundschutz am liebsten selbst während der Videokonferenz aus dem Homeofficehobbykeller tragen würde, sind andere froh, das atemberaubende Teil wenigstens draußen abnehmen zu können. Wobei: Selbst an der frischen Luft zeigt sich bisweilen, wie sehr das Toleranzkonto mancher Menschen überzogen ist – wenn ein Niesen nicht mehr mit einem mitfühlenden "Gesundheit!" beantwortet wird, sondern mit "Maske!"

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