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Corona
03.07.2022

Psychische Belastungen von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen nehmen zu

Pflege kostet Kraft: Pflegende Angehörige sollten daher gut auf ihre eigenen Bedürfnisse achten und Unterstützung annehmen.
Foto: Tom Weller, dpa

Eine Studie zeigt, dass Pflegebedürftige und Angehörige während der Corona-Pandemie diversen psychischen Belastungen ausgesetzt waren. Welche Präventionsmaßnahmen jetzt gefordert werden.

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf Pflegebedürftige und ihre Angehörigen ausgewirkt? Dieser Frage geht seit 2021 der Bayerische ambulante Covid-19 Monitor nach. Zwischenergebnisse zeigen nun: "Die Pandemie war und ist eine starke psychische Belastung für Pflegebedürftige wie auch für pflegende Angehörige", sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Sonntag. Die Studie läuft unter Federführung des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München. Auch physische und soziale Auswirkungen sollen untersucht werden.

Holetschek zufolge zeigt der Zwischenbericht, dass pflegende Angehörige besonders gefordert gewesen seien, weil Entlastungsmöglichkeiten wie Tageseinrichtungen, Kurzzeitpflege oder Ergotherapie ausfielen. Dagegen habe sich bei Angehörigen von Pflegebedürftigen, die in stationären Einrichtungen leben, aufgrund der Kontaktbeschränkungen die Sorge um die Pflegebedürftigen erhöht.

Video: dpa

Corona ist eine psychische Belastungsprobe für Pflegebedürftige und Angehörige

Studienleiter Jochen Gensichen, Direktor am Institut für Allgemeinmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität, sagte: "Das Gefühl des Alleinseins hat bei Pflegebedürftigen mit und ohne Covid-Erkrankung im Vergleich zu vor der Pandemie deutlich zugenommen." So änderten sich vertraute Beziehungen, wenn sie nur noch über das Telefon gelebt werden könnten. Diese unterbrochenen Prozesse in Familien hätten Pflegebedürftige besonders beeinträchtigt.

Der Bayerische ambulante Covid-19 Monitor soll Daten und Analysen für künftige Pandemien oder vergleichbare Krisensituationen liefern, sagte Holetschek. Ziel sei es, passende Präventions- und Nachsorgestrategien in die Wege zu leiten. Das könnten beispielsweise Long-Covid-Ambulanzen oder psychologische Betreuungs- und Therapieangebote sein.

Für weitere Studien werden noch Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegekräfte gesucht

Neben der Situation der Pflegebedürftigen erfasst die Studie auch die Folgen psychischer und physischer Belastungen wie Burnout und Depression bei Pflegekräften und Angehörigen. Auch Hausärzte werden befragt.

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Neben dem Uni-Klinikum München sind die Katholische Stiftungshochschule München sowie die Universitätskliniken in Würzburg und Erlangen an dem Projekt beteiligt. Das Gesundheitsministerium stellt für die Studie Fördermittel in Höhe von 3,4 Millionen Euro bereit.

Im ersten Jahr haben sich dem Ministerium nach rund 500 Personen an der Studie beteiligt. Weitere Teilnehmende werden gesucht. Angesprochen sind Pflegebedürftige, Nicht-Pflegebedürftige, die eine Corona-Infektion hatten, sowie pflegende Angehörige und Pflegekräfte. (dpa/lby)

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