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Brexit News
29.03.2019

Unterhaus stimmt am Freitag noch einmal über Brexit-Deal ab

Theresa May will ein drittes Mal über ihren Brexit-Deal abstimmen lassen. Dieser müsste sich jedoch "substanziell" von vorherigen unterscheiden.
Foto: PA Wire, dpa

Der britische Parlamentspräsident Bercow hat die dritte Brexit-Abstimmung zugelassen. Fraglich ist, ob der Deal von Theresa May diesmal eine Mehrheit findet.

Das britische Parlament stimmt am Freitag (gegen 15.30 Uhr) erneut über das EU-Austrittsabkommen ab. Parlamentspräsident John Bercow ließ das von der Regierung geplante Votum zu, weil sich die Vorlage "substanziell" von den vorhergehenden unterscheide. 

Geplant ist nun, das Vertragspaket zum EU-Austritt in zwei Teile zu zerlegen. Demnach soll am Freitag nur der Vertrag über den Austritt, nicht aber die politische Erklärung über die künftigen Beziehungen zur Abstimmung stehen. Ob das beim Thema Brexit völlig zerstrittene Unterhaus dem Vertrag nunmehr zustimmt, ist allerdings sehr fraglich.

Theresa May hatte wegen des Brexit bereits ihren Rücktritt angeboten

Die Premierministerin hatte am Donnerstag ihren baldigen Rücktritt angeboten, sollte das Abkommen im Unterhaus doch noch angenommen werden. Etliche Widersacher in ihrer Konservativen Partei gaben ihren Widerstand daraufhin auf. Noch nicht von Erfolg gekrönt waren jedoch Versuche, die DUP zu überzeugen. Mays Minderheitsregierung hängt von den zehn Stimmen der nordirischen Protestantenpartei ab. May muss daher auch auf Unterstützung aus der Opposition hoffen.

Als Ganzes hatte das Unterhaus den Deal, den May mit der EU ausgehandelt hatte, zuvor bereits zweimal abgelehnt. Eine dritte Abstimmung hatte Bercow kürzlich verhindert. Er berief sich dabei auf eine 415 Jahre alte Regel, wonach ein und dieselbe Vorlage nicht beliebig oft zur Abstimmung gestellt werden kann. 

Mit der neuen Abstimmung will London verhindern, dass der Brexit über den 22. Mai hinaus verschoben wird und Großbritanniens an der Europawahl vom 23. bis 26 Mai teilnehmen muss. Zudem will die Regierung Zeit für die Ratifizierung gewinnen. 

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Ende dieser Sitzungswoche läuft eine von der EU gesetzte Frist ab, bis zu der in London zumindest der Brexit-Vertrag gebilligt sein muss. Fehlt die Zustimmung, droht zum 12. April ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU ohne Abkommen oder eine sehr lange Verschiebung des Brexits.

Oppositionschef Corbyn wll gegen das Brexit-Abkommen stimmen

Nachteil der Aufspaltung des Brexit-Vertragspakets ist, dass auch bei einer Zustimmung des Parlaments am Freitag eine Ratifizierung noch nicht möglich ist. Nach dem britischen EU-Austrittsgesetz ist dafür die Zustimmung des Unterhauses zu beiden Teilen des Deals notwendig.

Die Regierung will die Möglichkeit offenhalten, bis zum Austritt am 22. Mai die politische Erklärung noch nachzuverhandeln. Anders als das Abkommen ist die politische Erklärung aber kein Vertragswerk. Künftige Premierminister müssten sich nicht daran halten. 

Oppositionschef Jeremy Corbyn kündigte deshalb an, seine Partei werde am Freitag gegen das Brexit-Abkommen stimmen. Die Labour-Fraktion könne sich nicht hinter einen Brexit im Blindflug stellen. "Es gibt keinen Weg zurück, wenn man es einmal unterschrieben hat und sich drauf eingelassen hat", so Corbyn. Etliche Widersacher in Mays Konservativer Partei haben hingegen ihren Widerstand aufgegeben. Doch die nordirische Protestantenpartei DUP, auf deren zehn Stimmen Mays Minderheitsregierung angewiesen ist, sperrt sich weiter. 

Die für Parlamentsfragen zuständige Ministerin Andrea Leadsom appellierte an die Abgeordneten, den Vertrag zu unterstützen und so dafür zu sorgen, dass Großbritannien die EU geordnet verlassen könne.

Brexit-Chaos: Am Freitag läuft die nächste Frist für die Briten ab

Auch der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) für die Europawahl, Manfred Weber, forderte das Unterhaus auf, dem Scheidungsvertrag mit der EU doch noch zuzustimmen. Großbritannien müsse sich entscheiden, ob es sich "in einem vernünftigen Miteinander oder chaotisch" von der EU trennen wolle, sagte der CSU-Vize den Zeitungen der Funke Mediengruppe. SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley sagte: "Sollte es zu keiner Einigung kommen, könnte ein zweites Referendum für Klarheit sorgen." 2016 hatten die Briten in einer Volksabstimmung mit knapper Mehrheit für den Brexit votiert.  

Die britischen Abgeordneten hatten am Mittwoch über acht Alternativen zum Brexit-Kurs der britischen Premierministerin abgestimmt - doch hatte kein Vorschlag eine Mehrheit bekommen. Am Montag sind im Unterhaus weitere Abstimmungen geplant. Zugleich soll es dann eine Debatte über die Online-Petition für den Verbleib Großbritanniens in der EU geben, die rund sechs Millionen Menschen unterzeichnet haben. (dpa)

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