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Donald Trump (ver-)geht nicht - und sein Einfluss wird bleiben

Kommentar Von Gregor Peter Schmitz
24.11.2020

Auch wenn Donald Trump nach der verlorenen US-Präsidentschaftswahl nun endlich seinen Auszug aus dem Weißen Haus einleitet: Komplett verschwinden wird er nicht.

"Niemals geht man so ganz". Diesen Liedtext hat die Kölnerin Trude Herr unsterblich gemacht. Man darf kaum davon ausgehen, dass Donald Trump ihn kennt, auch wenn er deutsche Vorfahren hat. Auf ihn passt er dennoch – denn selbst wenn Trump nun den zaghaften Auszug aus dem Weißen Haus einleitet, wird sein Einfluss keineswegs vergehen.

Trump will den "Trumpismus" als Dauerbewegung verankern

Gewiss, als Präsident hat er die größtmögliche Blamage erlitten. Nach nur einer Amtszeit  wurde er am Ende doch deutlich vom Wähler davongejagt. Aber Trump hat in seinem Leben aus jedem Rückschlag einen Neuanfang gemacht – auch dadurch, dass er stets seine ganz eigene Realität geschaffen hat. So schaffte er es, dass Banken ihm noch Geld nachschossen, als schon klar war, dass er nicht einmal als Casino-Betreiber Geld zu verdienen wusste. So gelang es ihm, eine Präsidentschaftskandidatur anzufangen, als er als TV-Star im Quoten-Niedergang fast abdanken musste. Und so will er nun auch den "Trumpismus" als eine Dauerbewegung verankern – fortgeführt entweder von ihm oder von Mitgliedern seiner Familie, assistiert durch ein altes und neues rechtes Medien-Netzwerk.

Die Chancen dafür stehen gar nicht so schlecht. Über 70 Millionen Stimmen hat Trump immerhin gewonnen, weswegen seine Republikaner die echte Abnabelung weiter scheuen. Der Demokrat Joe Biden ist ein Übergangspräsident, dessen Durchschlagskraft sich erst erweisen muss. Und Amerikas Spaltung ist ja mehr als real: In einer Umfrage eines Forschungsprojekts vor den Wahlen gaben 20 Prozent der Demokraten und 15 Prozent der Republikaner an, den USA ginge es besser, wenn viele Anhänger der anderen Partei "einfach sterben". Das ist die Stimmung, die Trump nutzen will, damit er nicht (ver-)gehen muss.

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