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Tarifabschluss: Mehr Geld für Pfleger wird zu Neid führen

Kommentar Von Rudi Wais
25.10.2020

Bei den Tarifverhandlungen in Potsdam wurde ein Kompromiss erzielt, mit dem Beschäftigte in Kliniken und Pflegeheimen gut leben können. Andere gehen leer aus.

Halb zog man sie, halb sanken sie hin. Mit dem Tarifabschluss für den Öffentlichen Dienst, den Gewerkschaften und Arbeitgeber jetzt ausgehandelt haben, können die 2,3 Millionen Beschäftigten gut leben. Ein Plus von bis zu 4,5 Prozent in den unteren Gehaltsgruppen, eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro für das laufende Jahr und spezielle Zulagen für den fordernden Dienst in der Pflege: Verglichen mit anderen Branchen steht der Öffentliche Dienst diesmal gut da.

In der Metall- und Elektroindustrie zum Beispiel läuft der alte Tarifvertrag ohne jede Erhöhung einfach weiter – ein Tribut an die schwierige Lage in der Pandemie. Trotzdem werden die Unterhändler der Arbeitnehmer in den eigenen Reihen noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten müssen.

Hunderttausende von Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung, bei der Müllabfuhr oder in den Job-Centern erhalten keine neuen Zulagen. Sie werden nun neidisch auf die Kollegen in Kliniken und Pflegeheimen schielen und ihrem Ärger vermutlich auch Luft machen. Diesen Konflikt aber müssen die Gewerkschaften aushalten. Anders wäre das Versprechen, die Pflegeberufe finanziell aufzuwerten, nicht einzulösen gewesen.

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26.10.2020

.
Den Beschäftigten in Klinikum und Pflegeheimen gönne ich
(nach meinem Eindruck aus Ihren Formulierungen zu schließen:
im Gegensatz zu Ihnen) das zusätzliche (!) Plus voll und ganz.

"Andere gehen leer aus"

Wer von diesen Tarifverhandlungen in Potsdam betroffenen
Beschäftigten geht leer aus??

Herr W a i s , lassen doch solch u n w a h r e n F e t t d r u c k !!
.

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25.10.2020

Herr Weis, Ihre Kommentare sind mittlerweile eine Zumutung und nicht mehr lesbar.

Warum versuchen Sie, unnötig zwischen den Berufsgruppen Unfrieden zu stiften?

Auch wenn ich nicht in einem sozialen Beruf arbeite, gönne ich es dem Pflegepersonal von ganzem Herzen, dass deren Arbeit endlich monetär besser wertgeschätzt wird. Ich gehe einen Schritt weiter. Das ist noch viel zu wenig, was das Pflegepersonal in meinen Augen verdient, weil irgendwann JEDER auf sie angewiesen sein wird. Sei es im Altenheim oder im Krankenhaus. Und das werden auch die Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung und in der Müllabfuhr verstehen.

Aber wie sieht es zum Beispiel mit Journalisten aus, die in meinen Augen überbezahlt sind und oftmals mittelmäßige Ergebnisse abliefern und ihr Geld bei weitem nicht mehr wert sind? Findet da auch eine Anpassung nach unten statt? Das wäre doch ein Vorschlag für zukünftige Tarifverhandlungen zwischen Medienkonzerne und den Gewerkschaften.

In diesem Sinne

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25.10.2020

Herr Wais, sie wissen genau, dass die Vergütung in der Metall und Elektroindustrie deutlich höher ist als im Pflegebereich. Wie zynisch ist es da zu sagen, dass zum Beispiel eine im Pflegebereich tätige alleinerziehende Mutter mit 2 Kindern
mit dem ausgehandelten Kompromiss "gut leben" kann. Manchmal frage ich mich, ob Sie nicht für die Tätigkeit als Pressesprecher der Arbeitgeberverbände besser geeignet wären.

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25.10.2020

Ich frage mich, ob ein seriöser Kommentar einen "Neid" herbeireden resp. -schreiben muß?

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25.10.2020

Ist es zu viel verlangt in einem Zeitungsartikel die korrekte Berufsbezeichnung zu nennen? Wir sind keine "Pfleger" sondern Pflegefachmänner - und frauen. Zu Piloten sagt ja auch niemand "Flieger".

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25.10.2020

Wollen Sie noch in den Adelsstand erhoben werden?

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25.10.2020

AFAIK sind wir das nicht: Den Ausbildungsberuf "Pflegefachmann/frau" [für den Uneingeweihten grob zusammengefasst: : diese generallisierte Ausbildung ersetzt seitdem die Einzelausbildung zu Gesundheits- und Krankenpfleger(in), Altenpfleger(in) und Kinderkrankenpfleger(in)] gibt es erst seit diesem Jahr, ergo gibt es noch gar keine Selbigen da man erst nach drei Jahren mit dem Diplom diese Berufsbezeichnung führen darf.
Ich gehe mal davon aus dass sie eine "Gesundheits- und Krankenpflegerin" sind.

Was mich viel eher nervt: Selbst in einem Berufsfeld in dem der Anteil der Frauen höher ist als der der Männer und es sich daher geradezu aufdrängt verwendet der Autor die männliche Bezeichnung "Pfleger" - und ja, es ist zumindest schön dass er nicht die alte "Krankenschwester" hervorkramt. Die Zeile hätte sicherlich nichts an ihrem Biß verloren wenn es die "Pflegekräfte" sind die durch mehr Geld beim Tarifabschluss - so die Vermutung des Autors - Neid erwecken werden.

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