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Mobilität

10.01.2020

Verkehrssprecher Lange will Deutsche Bahn zu bundeseigenem Betrieb machen

Ulrich Lange ist verkehrspolitischer Sprecher und stellvertretender Unionsfraktionschef. Er will eine grundlegende Reform der Bahn.
Bild: Szilvia Izsó (Archiv)

Exklusiv Der CSU-Politiker will eine grundlegende Bahnreform mit einer endgültigen Abkehr von der Organisation der Deutschen Bahn als Aktiengesellschaft.

In der Unionsfraktion wird der Ruf nach einer grundlegenden neuen Bahnreform mit einer endgültigen Abkehr von der Organisation der Deutschen Bahn als Aktiengesellschaft laut. „Es ist Zeit für eine neue Bahnreform“, sagte der verkehrspolitische Sprecher und stellvertretende Unionsfraktionschef Ulrich Lange unserer Redaktion. „Wir merken immer deutlicher, dass die Deutsche Bahn die neuen Anforderungen nicht meistern kann“, betonte der CSU-Politiker. Lesen Sie hier das gesamte Interview.

„Es ist nicht in Stein gemeißelt, dass die Bahn eine Aktiengesellschaft sein muss“, sagte der Unions-Verkehrsexperte. Lange befürwortet die Rechtsform einer GmbH im Besitz des Bundes. „Dort gibt es ein Weisungsrecht an die Geschäftsführer. Das haben wir bisher bei den Vorständen der Bahn nicht.“

Der Unionsfraktionsvize begründete seinen Vorstoß mit den Herausforderungen der Klimapolitik. „Wenn wir es mit dem Klimaschutz ernst meinen, dann müssen viel mehr Reisende und Güter über die Schiene transportiert werden“, betonte er. Der Bund wolle zwar 200 Milliarden Euro in die Schiene investieren. „Meine Befürchtung ist, dass wir das Geld versenken, wenn es so weiterläuft wie bisher“, warnte der CSU-Politiker.

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Unzählige Tochterfirmen der Bahn seien ein gravierendes Problem

Die jetzige Organisation der Bahn mit unzähligen Tochterfirmen sei ein gravierendes Problem bei der Bahn. „Sie muss sich künftig wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, das ist die Beförderung von Passagieren und Gütern in Deutschland“, forderte Lange. „Die Bahn braucht auch keine Beteiligung an Drohnenlandeplätzen in Singapur und Los Angeles“, fügte er hinzu. Auch die Frage der Trennung von Netz und Bahnbetrieb, müsse neu gestellt werden. „Der Bund würde sich um Gleise, Brücken und Bahnhöfe kümmern“, sagte Lange. „Bei Instandsetzungen und dem Ausbau wäre allein der Bund in der Verantwortung. Jetzt ist es doch so, dass wir munter Geld geben, aber sich die Zufriedenheit nicht verbessert.“

Lange forderte eine breit angelegte Strategiediskussion über alle Parteigrenzen. „Wir brauchen einen neuen Schienenkonsens“, betonte der Verkehrspolitiker. „Deshalb kann das kein Projekt allein der CSU, der Union, selbst der Koalition sein“, fügte er hinzu. „Aber alle wollen ja, dass die Bahn besser wird. Ich sehe da die Möglichkeit für einen Konsens. Eine neue Bahnreform werde nicht in wenigen Monaten über die Bühne gehen.

Verkehrsbündnis Allianz unterstützt den Vorstoß von Ulrich Lange

Unterstützung erhält der Vorstoß des Unionspolitikers vom Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene. „26 Jahre nach der großen Bahnreform brauchen wir dringend eine Bahnreform 2.0“, sagt der Chef der Allianz, Dirk Flege. „Ein Renditeziel von sieben Prozent für das Schienennetz ist nicht mehr zeitgemäß und steht im Widerspruch zu den politischen Zielen für den Ausbau des Bahnverkehrs.“ Diese Profitvorgabe bremse die Bahn in der Fläche aus.

Lesen Sie dazu auch: Die Bahn muss endlich die Weichen stellen

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