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Wehrpflicht hilft nicht gegen rechtsradikale Umtriebe

Kommentar Von Michael Pohl
06.07.2020

Die Bundeswehr wird mal wieder von einem Skandal erschüttert. Die Idee der Wehrbeauftragten taugt aber höchstens als Sommerloch-Füller.

Dass ausgerechnet die Vorzeigeeinheit der Bundeswehr, das „Kommando Spezialkräfte“ als militärische Variante der GSG9, unter Verdacht steht, massiv von rechtsextremen Soldaten unterwandert zu sein, erschüttert die Truppe völlig zurecht als Skandal. Weil die Einheit besonders geheim agiert, müssen die Vorgänge und vor allem deren Ursachen nun besonders offen aufgeklärt werden.

Die Forderung vernebelt die Frage nach der Schuld

Dass der neuen Wehrbeauftragten des Bundestags Eva Högl dazu nichts Besseres einfällt, als eine Sommerloch-Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht aufzuwärmen, ist beschämend. Die Forderung der SPD-Politikerin lenkt nur von den tatsächlichen Problemen bei der KSK ab.

Selbst wenn es noch Wehrpflichtige gäbe, käme die Einheit nie mit ihnen in Kontakt. Zugleich vernebelt die Forderung Högls die Frage nach der politischen Verantwortung dafür, dass die Skandale bei der KSK seit Jahren nicht abreißen. Am bedenklichsten wirkt aber, dass ausgerechnet die Wehrbeauftragte über 99 Prozent der Truppe ein generelles Misstrauen bekundet. Denn „Bürger in Uniform“ gibt es längst auch ohne das vermeintliche Allheilmittel Wehrpflicht.

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06.07.2020

Ich denke ihr Kommentar greift zu kurz und beleuchtet zu einseitig. Eine Wiedereinführung des Wehr- UND Zivildienstes hat auch eine soziale Komponente. Gerade der Dienst am Menschen und die damit verbundene Prägung der Persönlichkeit, Empathie für Schwache, Kranke und andere Hilfsbedürftige ist hier zu nennen.

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07.07.2020

Der Kommentar setzt sich mit der Argumentation von Frau Högl auseinander, die durch Wehrpflicht den Rechtsextremismus in der Bundeswehr bekämpfen möchte.

Man kann sicher auch eine andere Argumentation finden, nur darf es dann keine durch das Geschlecht bedingte Ungerechtigkeit geben. Es wäre nicht gerecht Männer quasi mit einer Sondersteuer zu belasten, die diese für ein Jahr zum Billig-Sklaven eines überdehnten Sozialsystems macht.

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