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Graben

23.04.2019

Das Ende der Freien Wähler in Graben

Mit der Auflösung der Freien Wähler geht die kommunalpolitische Arbeit weiter. Der ehemalige Vorsitzende bespricht Themen aus dem übrig gebliebenen Aufgabenpaket (von links: Robin Pill, Volkmar Angerer, Stephan Hammer und Peter Käs).
Bild: Uwe Bolten

Plus Nahezu unbemerkt hat die parteipolitische Landschaft im Lechfeld ein Element verloren. Warum die Entscheidung gefallen ist und wie es nun weitergeht.

Die Freien Wähler (FW) Graben-Lagerlechfeld haben sich aufgelöst. Robin Pill, ehemaliger Vorsitzender der FW, und sein Stellvertreter Volkmar Angerer, der Dritte Bürgermeister der Gemeinde Graben, erläuterten in einem exklusiven Pressegespräch die Beweggründe zur Auflösung. Anwesend waren insgesamt die Hälfte aller ehemaligen Parteimitglieder: neben den zwei Vorsitzenden noch die Gemeinderäte Stephan Hammer und Peter Käs.

„Bevor die Partei existierte, gab es den Bürgerblock Graben. Darin formierten sich engagierte Bürger, die sich zum Wohle der Gemeinde Graben einsetzen wollten“, sagte Angerer. 1996 gelang dieser Initiative erstmals der Einzug in den Gemeinderat. „Der Name war schon etwas martialisch. Deswegen suchten wir eine Möglichkeit, unsere Ziele unter einem Namen zu verfolgen“, erläuterte Angerer weiter. Aus mehr oder weniger organisatorischen Gründen habe man im Juni 2007 den Ortsverband Graben-Lagerlechfeld der Freien Wähler gegründet.

Auf Günter Bäumler folgt Robin Pill

Erster Bürgermeisterkandidat der jungen Partei zur Kommunalwahl im Frühjahr 2008 war deren Vorsitzender Günter Bäumler. Im Dezember 2010 legte Bäumler die Führung nieder, Robin Pill folgte bis zur Auflösung. „Ich habe schon 2016 angekündigt, dass ich mich aus der politischen Arbeit zurückziehen möchte, habe jedoch der kommissarischen Führung für ein Jahr zugestimmt“, sagte Pill.

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Daraus wurde nichts. Es wurde kein anderes Mitglied für dieses Amt gefunden, und so dauerte es bis zum 15. Mai 2018. Einstimmig wurde auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung die Auflösung beschlossen. „Wir sind Bürger, keine Politiker. Wir brauchen keine Partei, um für unseren Ort zu wirken“, fügte Peter Käs an. Dass die Auflösung folgerichtig war, belegten die Mitgliederzahlen. „Der Höchststand waren einmal zwölf, zuletzt nur noch acht Mitglieder“, sagte Pill, ohne in seinen Unterlagen nachschauen zu müssen. Auf die Zusammensetzung des aktuellen Gemeinderates habe die Auflösung keine Auswirkungen, die Ratsmitglieder werden bis zu den Neuwahlen unter der Liste „Freie Wähler“ weiter firmieren, bestätigte Robin Pill.

Freie Wähler in Graben: Kein Zerwürfnis mit der Mutterpartei

Wichtig ist dem ehemaligen Vorsitzenden, dass es sich nicht, wie schon spekuliert wurde, um ein Zerwürfnis mit der Mutterpartei handelte. Auch Frustration habe keine Rolle gespielt. Der Verwaltungsaufwand sei für so wenige Mitglieder einfach zu hoch gewesen, sagte Angerer. Das Parteivermögen sei für die nächsten fünf Jahre treuhänderisch der Gemeinde übergeben worden. Die ehemaligen Parteimitglieder beenden mit der Auflösung der FW nicht ihre kommunalpolitischen Ambitionen. Die nun existierende Initiative Wir für Graben werde die Arbeit weiterführen und ohne Parteistrukturen weiter an der Entwicklung der kleinen Fuggergemeinde arbeiten. „Wir wollen frei für das Wohl unserer Heimat und deren Bürger entscheiden können“, sagte Stephan Hammer mit Blick nach vorne. „Dazu brauchen wir keine Partei“, ergänzte er.

Bei der nächsten Kommunalwahl im Frühjahr 2020 will sich die Initiative um Sitze im Gemeinderat bemühen, auch wenn derzeit noch kein direkter Ansprechpartner, ein sogenannter Beauftragter, bestimmt ist. „Unser Ziel ist, mit Blick nach vorne die Heimat zu erhalten und zu verbessern. Jeder Bürger kann sich einbringen, uns ist ein Miteinander wichtig“, sagte Angerer.

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