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Landkreis Augsburg

29.11.2019

Der Schnee kommt: Wer hilft beim Räumen?

Vor dem eigenen Haus den Schnee wegzuräumen ist meist schon Arbeit genug. Deswegen tun sich Nachbarschaftshilfen schwer, Freiwillige zum Räumen zu finden.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Plus Seit zehn Jahren sucht Karina Pade vom Helferpool Graben Freiwillige, die für Senioren Schneeräumen. Ihre Bilanz ist bedrückend - wie auch in anderen Gemeinden.

Schieben, schaufeln, streuen: Im Winter die Bürgersteige schneefrei zu halten, kann ziemlich anstrengend sein. Gerade ältere Menschen tun sich da schwer. Deshalb sucht Karina Pade Freiwillige, die diese Arbeit für Senioren und körperlich eingeschränkte Menschen im Gemeindegebiet von Graben übernehmen. Doch sie findet niemanden. Seit zehn Jahren.

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Pade ist Leiterin des Helferpools Graben. Ihre derzeit 52 Helfer gehen bei der Gartenarbeit zur Hand, übernehmen Fahrdienste, organisieren Mittagstische und kümmern sich als Leih-Omas um Kinder. Alles mit Erfolg. Nur beim Winterdienst will es einfach nicht klappen. „Ich versuche jedes Jahr, Leute zu finden, aber bisher leider erfolglos“, sagt Pade. Die meisten ihrer Helfer seien selbst schon älter, für die sei es keine passende Aufgabe.

Schüler könnten Senioren beim Räumen helfen, aber es melden sich kaum welche

„Besser wären Einwohner, die von zu Hause aus arbeiten und am Morgen zur Schneeschaufel greifen können. Oder Schüler, die das vor dem Unterricht erledigen“, meint Pade. Einmal hätten sich tatsächlich zwei Schüler gemeldet. Pades Freude währte nur kurz: Schon nach dem ersten Räumen stellten die beiden fest, dass sie vor der Schule doch keine Zeit für diese Arbeit hätten.

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Pade hofft jedes Jahr aufs Neue auf Anrufe motivierter Helfer. Doch wenn es klingelt, sind immer nur Einwohner in der Leitung, die fragen, ob der Helferpool ihnen jemanden zum Schneeräumen vorbeischicken könne. „Ich bin Optimist, vielleicht meldet sich ja für diesen Winter jemand“, sagt Pade.

Auch bei der Lechfelder Nachbarschaftshilfe finden sich kaum Helfer für das Schneeräumen

Der Helferpool Graben arbeitet eng mit der Nachbarschaftshilfe „Wir daheim auf dem Lechfeld“ zusammen. „Mit dem Winterdienst ist es richtig schwierig“, berichtet deren Leiterin Laura Eder. Vergangenes Jahr hätten sich nur zwei Freiwillige gemeldet. Zum Vergleich: Insgesamt zählt ihr Team rund 80 Helfer. Um hilfebedürftige Senioren trotzdem beim Schneeräumen zu unterstützen, mussten Eder und ihre Mannschaft viel Aufwand betreiben: „Wenn jemand um Hilfe beim Räumen gebeten hat, haben wir in seiner direkten Nachbarschaft angefragt und so in der Regel jemanden gefunden.“

Eder vermutet, dass es aus zwei Gründen so schwierig ist, jemanden für den Winterdienst zu finden: Das Räumen sei eine anstrengende körperliche Arbeit. Außerdem müsse es zu bestimmten Zeiten geschehen: Morgens und manchmal auch mehrmals am Tag. Wer körperlich dazu in der Lage ist, gehe in der Regel in die Arbeit oder in die Schule und müsste in der knappen Zeit am Morgen schon vor der eigenen Haustür Schnee schaufeln.

In Königsbrunn ist die Räumhilfe kein Thema

Bei der „ZeitBörse“ in Königsbrunn ist Schneeräumen hingegen kein Thema. In dem Verein helfen sich rund 300 Mitglieder gegenseitig. Wer etwas braucht, kann sich bei einem monatlichen Stammtisch Unterstützer suchen. Organisator Jürgen Müller ist keine einzige Anfrage für Räumhilfe bekannt. „Vielleicht haben sich aber Mitglieder direkt miteinander abgesprochen. Das wäre ja das Ziel unseres Vereins: Die Leute reden miteinander und helfen sich gegenseitig.“

Er gehe auch davon aus, dass die meisten Königsbrunner, die den Schnee nicht selbst vom Bürgersteig schaffen können, die Angelegenheit mit Hilfe ihrer Nachbarn regeln.

Helfer gesucht: Wer in Graben beim Schneeräumen helfen möchte, kann sich unter 08232/962120 melden oder eine Mail an karina.pade@graben.de schicken. „Wir daheim auf dem Lechfeld“ kümmert sich um Graben, Untermeitingen, Klosterlechfeld, Obermeitingen und Kleinaitingen und ist zu erreichen unter 08232/45572678 oder per Mail an laura.eder@caritas-schwabmuenchen.de.

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