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Bobingen

03.11.2017

Die Wertachkliniken wollen Lehrkrankenhaus sein

Die Wertachkliniken Bobingen (Foto) und Schwabmünchen schreiben schwarze Zahlen und wollen sich der künftigen Uniklinik Augsburg als Lehrkrankenhaus empfehlen.

Das Kommunalunternehmen schreibt weiter schwarze Zahlen und hat große Ziele. Zwei Neuerungen bringen vor allem in Bobingen einen großen Erfolgsschub

Die Wertachkliniken von Bobingen und Schwabmünchen schreiben weiterhin trotz laufender Investitionen schwarze Zahlen. Das geht aus dem Bericht zum Jahresabschluss 2016 von Vorstand Martin Gösele hervor. Demnach ergab sich im vergangenen Jahr ein Überschuss von einer guten halben Million Euro. Gut zehn Jahre nach dem Zusammenschluss der beiden Krankenhäuser zum gemeinsamen Kommunalunternehmen planen die Wertachkliniken zusammen mit Kollegen aus Augsburg inzwischen einen weiteren großen Schritt in der Entwicklung der heimischen Krankenhauslandschaft.

50 Millionen Bilanz-Volumen

Mit genau 512 361 Euro ergab sich im vergangenen der höchste Betrag innerhalb der vergangenen fünf Jahre. Übertroffen wurde der Wert zuvor 2011 mit 721 000 Euro. In der Bilanz 2016 machen Aktiv- und Passivseite jeweils ein Volumen von knapp 50 Millionen Euro aus. Solche Volumen sind für Krankenhäuser vergleichbarer Größe nicht ungewöhnlich. Wohl aber der regelmäßige Überschuss bei einer Klinik in kommunaler Hand und mit umfassendem Versorgungsauftrag.

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Bei der Vorlage eines entsprechenden Berichts von Wirtschaftsprüfern vor Bobingens Stadtrat unterstrich dies Bürgermeister Bernd Müller. Er würdigte zugleich die Arbeit von Vorstand Martin Gösele und den Mitarbeitern der Wertachkliniken: Sie hätten den Landkreis sowie die beiden beteiligten Städte „sehr verwöhnt“. Er bescheinigte Gösele ein intelligentes Handeln, mit dem er die Betätigungsfelder der Wertachkliniken zukunftsfähig aufgestellt habe. Das sei „keine Selbstverständlichkeit“.

Müller deutete in der öffentlichen Sitzung an, was später nichtöffentlich weiter erörtert werden sollte: den weiteren Ausbau der Kompetenzen und Leistungen der Wertachkliniken im Zusammenhang und in Zusammenarbeit mit der künftigen Universitätsklinik Augsburg.

Verzahnung mit dem Klinikum

Hierzu hatte auch Gösele in der Vergangenheit Bestrebungen der weiteren Verzahnung mit dem Klinikum angekündigt, um die Wertachkliniken als Lehrkrankenhaus einzubringen. Bürgermeister Bernd Müller sprach nun ebenso von dem Wunsch, die Wertachkliniken als universitäres Lehrkrankenhaus zu positionieren und an der Entwicklung in Augsburg zu partizipieren. Ausdrücklich bezog er vor dem Stadtrat die ärztlichen, pflegerischen und technischen Mitarbeiter in den Dank der Stadt ein für ihren Einsatz zum Wohl der Patienten, der zudem auch zum wirtschaftlichen Erfolg beitrage.

Gerade in Bobingen haben laut Vorstand Gösele mehrere Dinge zu dem Erfolg der Wertachkliniken beigetragen: Die Fallzahlen sind an beiden Standorten gestiegen und in Bobingen besonders hoch. Die Fallzahl ist ein Maß für die Größe eines Krankenhauses und gibt die Anzahl der behandelten Patienten eines Jahres wieder. In Bobingen lag sie zuletzt bei 7117 Fällen, in Schwabmünchen bei 6800. Tendenz steigend.

Zwei wichtige Fortschritte

Wichtige Fortschritte seien laut Gösele die Einrichtung der Akutgeriatrie und einer Bereitschaftspraxis gewesen. Beides erlebt eine starke Nachfrage und schlägt sich auch in neuen Fallzahlen nieder.

Hintergrund für die Stärkung der Akutgeriatrie: Geriatrische Patienten haben meist nicht nur eine, sondern mehrere schwerwiegende Erkrankungen und werden somit gebrechlich. Auf diese Patienten stellt sich die Klinik in Bobingen entsprechend ein. Die Bereitschaftspraxis abends und an Wochenenden entlastet einerseits die Notaufnahme, dient andererseits als Alternative in dringenden Fällen, wenn der Hausarzt nicht erreichbar ist.

Darüber hinaus gilt das Grundprinzip der Wertachkliniken laut deren eigener Definition seit dem Zusammenschluss der kommunalen Krankenhäuser von Bobingen und Schwabmünchen im Jahr 2006: Sie haben ihre chirurgischen Fachabteilungen aufeinander abgestimmt und Kompetenzen an den jeweiligen Standorten gebündelt. „Telemedizin und Teleradiologie ermöglichen einen umfassenden Informationsaustausch sowohl zwischen den Fachkräften der beiden Häuser als auch mit externen Fachkräften. Zahlreiche niedergelassene Kooperationspartner, beispielsweise in der Onkologie, Neurologie und Psychologie, tragen zu den bestmöglichen regionalen Behandlungsmöglichkeiten im südlichen Landkreis Augsburg bei,“ so die eigene Aufgabenbeschreibung.

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