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Brauchtum

25.03.2019

Es wäre ein Tag für die Familie

Das Seelsorger-Trio mit Josefsfigur: (von links) Pfarrer Bernd Leumann, Don Nkou Fils Victor Roger und Pfarrer Ernst Sperber.
Bild: Andrea Collisi

Europaabgeordneter Markus Ferber erinnert sich zurück an seine Kindheit, als der Josefitag noch ein Feiertag war

Die Königlich-Bayerische-Josefs-Partei aus Königsbrunn ist keine politische Partei, sondern ein Brauchtumsverein. Ihr oberstes Ziel ist die Wiedereinführung des Josefstages am 19. März als Feiertag. Jedes Jahr am Josefstag treffen sich Mitglieder und Politiker, um diesem Ziel Nachdruck zu verleihen. Diesmal waren etwa 100 Gäste beim Treffen im Hotel Zeller mit dabei. Sie sind stolz auf Bayern und König Ludwig. Das ergibt sich schon aus Namen wie „Verein der Königstreuen Augsburger und Freunde König Ludwig II von Bayern“ oder eben „Königlich-Bayerische-Josefs-Partei“ der Brunnenstadt Königsbrunn. Die Gäste aus Aichach kamen zudem im traditionellen Gewand.

Heinz Josef Gerstmayr, als Kulturjosef im Vorstand für selbige zuständig, betonte, dass die Josefspartei alles andere als rückwärtsgewandt sei. Im Gegenteil, Europa sei für sie wichtig, aber es solle kein anonymes Überregierungsgebilde sein, das keinen Bezug mehr zur Heimat und zum Patriotismus habe, sagte er.

Der heilige Josef sei der Patron für diejenigen, die durch Schaffenskraft ihre Familie ernähren würden. Er stehe für die Handwerker und er stehe auch für die traditionelle Familie. Die Einführung des Josefs-feiertages sei gut, weil man damit auch einen Feiertag für die Familie schaffen würde.

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Grußworte sprachen an diesem Abend sowohl Franz Feigl als auch Pfarrer Bernd Leumann. Dieser amüsierte die Anwesenden und erntete lautes Lachen mit einer durchaus auch nachdenklich machenden Geschichte über einen Wettstreit zwischen einem hochstudierten aber manchmal auch fern der Welt stehenden Dominikaner und einem gemütlichen, eher die Einfachheit lebenden Franziskaner. Als am Ende der Franziskaner überraschend gewann, wurde durch die ganz unterschiedliche Auslegung der Geschichte klar, dass man Ergebnisse oft aus der eigenen Sicht interpretieren kann.

Bürgermeister Franz Feigl betonte die Bedeutung des Brauchtumsvereins für die siebtgrößte Stadt Schwabens. So sendete das Bayerische Fernsehen heuer beispielsweise einen Bericht über die Aktivitäten der Josefspartei in Königsbrunn aus. So etwas sorgt für Aufmerksamkeit.

Zuvor hatte Markus Brehm von den Freien Wählern über den Begriff Heimat referiert. Heimat begreife er als Fundament für Frieden und Patriotismus, da stecke das Wort Vater darin. Ein Vater schütze die, die beschützt werden müssen. Er warnte davor, wenn mit dem Begriff Patriotismus falscher Populismus betrieben würde.

Europaabgeordneter Markus Ferber wiederum kam in seiner Rede darauf zurück, dass er den Josefstag als Feiertag in seiner Schulzeit noch erlebt habe. Diese Zäsur zwischen Fasching und Ostern habe durchaus Sinn gemacht und sei eine willkommene Verschnaufpause nicht nur für Schüler gewesen. Er legte noch einen drauf und schlug vor, den Namenstag des heiligen Benedikt am 22. März ebenfalls zum Feiertag zu erheben. Dieser Vorschlag kam bei den Anwesenden gut an. „Tatsächlich habe ich mich neulich auch gefragt, ob die Berliner mit ihrem Märzfeiertag sich nicht um elf Tage vertan haben“, spielte Ferber auf den erstmals in Berlin begangenen Weltfrauentag an.

Immer wieder starken Applaus erhielten die Musiker des Blech-Ziach-Trios, die drei Stunden ihre Musik zum Besten gaben.

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