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Prozess

28.04.2017

Hat ein Autohändler beim Handel mit Luxusautos Steuern hinterzogen?

Der Angeklagte soll bei An- und Verkauf von Luxusautos Steuern hinterzogen haben.
Bild: Uli Deck, dpa (Symbolbild)

Ein 34-Jähriger aus dem südlichen Landkreis Augsburg soll mit einem europaweiten Autohandel bei der Umsatzsteuer betrogen haben. Es geht um einen sechsstelligen Betrag.

Im Mittelpunkt der Verhandlung am Augsburger Amtsgericht stehen Luxusautos: Marken wie Porsche, Maserati, BMW oder beispielsweise Mercedes. Der Wert der hochwertigen Fahrzeuge liegt teilweise bei mehr als 100.000 Euro. Ein 34-jähriger Mann aus dem südlichen Landkreis Augsburg handelt mit den Gebrauchtwagen und soll, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, beim An- und Verkauf der Autos Umsatzsteuer hinterzogen haben. Der entstandene Schaden soll sich in diesen drei Jahren auf fast 300.000 Euro belaufen.

Angeklagter wurde schon einmal wegen Steuerhinterziehung verurteilt

Der angeklagte gebürtige Rumäne ist vor einigen Jahren wegen Steuerhinterziehung beim Gebrauchtwagenhandel zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und sieben Monaten verurteilt worden. Bei ihm liegt auch der Geschäftsbetrieb des jetzigen Unternehmens. Geschäftsführerin ist seine Mutter, die zu Beginn des Prozesses Anfang Februar ebenfalls angeklagt war. Das Verfahren gegen die Frau ist inzwischen wegen geringer Schuld ohne jegliche Auflagen eingestellt worden.

Zwei Verhandlungstage waren ursprünglich angesetzt. Viel zu wenig, wie sich herausstellte. Die Beweisaufnahme gestaltete sich als langwierig, ein Steuerfahnder ging jeden Kauf und Verkauf von mehr als 60 Fahrzeugen detailliert durch. Inzwischen zieht sich der Prozess über zehn Tage hin, der nächste und vielleicht letzte Termin ist am 4. Mai. Bei rund 20 aus Italien oder Rumänien importierten Fahrzeugen soll der 34-jährige Mann laut Anklage Rechnungen und Belege gefälscht haben, um weniger oder überhaupt keine Steuern bezahlen zu müssen. Etwa 130.000 Euro sollen auf diese Weise zu wenig an Umsatzsteuer gezahlt worden sein. Für jedes dieser ge- und verkauften Autos legte Verteidiger Peter Witting dem Schöffengericht detailliert dar, wie das Geschäft zustande gekommen sein soll.

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Verteidiger: Naivität, kein Betrug

Nur in wenigen Fällen sei der Verkaufspreis nicht richtig verbucht worden, so Witting. Seinem Mandanten könne man höchstens Naivität unterstellen, dass er manche Angaben eines Geschäftspartners nicht genauer betrachtet habe.

Ein weiterer Vorwurf von Staatsanwalt Benedikt Weinkamm betrifft den Verkaufspreis von weiteren fast 60 Fahrzeugen. Diese sollen buchhalterisch nicht nur unter dem Marktwert, sondern auch unter dem Einkaufspreis verkauft worden sein. Ein sechsstelliger Betrag soll laut Anklage „schwarz“ auf das Konto der Geschäftsführerin geflossen sein.

Auch diese Vorwürfe bestreitet der Angeklagte, es sei kein Schwarzgeld geflossen. Sein Verteidiger hat eine einfache Erklärung für die vergleichsweise niedrigen Verkaufspreise: Diese seien aus der Not heraus geboren. Die Fahrzeuge würden schon Monate zuvor bei anderen Händlern bestellt. Und wenn sie nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkt weiterverkauft worden wären, hätte dies die Geschäftsbeziehungen seines Mandanten riskiert.

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28.04.2017

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