1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Noch viele Fragezeichen an der Staudenbahn

Planung

27.09.2011

Noch viele Fragezeichen an der Staudenbahn

„Der Landkreis wird auf keinen Fall der Betreiber sein.“Landrat Martin Sailer

Der Landkreis hofft auf Taktfahrplan ab 2018. Jetzt geht es um Kosten und Risiken

Stauden/Schwabmünchen Alle wollen die Staudenbahn wieder ins Rollen bringen: deren eigene Betriebsgesellschaft, die Anliegergemeinden und der Landkreis. Auch die Strecke ist längst klar: Mit Durchbindung von und nach Augsburg soll sie auf der 1991 für den Personenverkehr stillgelegten Trasse zwischen Gessertshausen und Langenneufnach-Süd pendeln. Mindestens im Stundentakt. Doch bis der erste Zug losfährt, wird es wohl 2018 werden – wenn alles optimal läuft. Gestern stellten die Fraktionen des Kreistages vor ihrem traditionellen Treffen am Michaeli-Markt in Schwabmünchen bei einer Ausschusssitzung fest: „Staudenbahn ja, aber zukunftsfähig muss sie sein. Ein Runterrechnen der Kosten bringt nichts.“ So formulierte es Heinz Liebert (CSU). Und Harald Güller (SPD) zählte auf, worum es dabei geht: „Wenn, dann was Gescheites. Eine Staudenbahn ohne Elektrifizierung ist Wahnsinn ... und ohne Sicherheitstechnik hat sie keine Zukunft, dann kann immer nur ein Zug pendeln.“ Investitions- und Betriebskosten müssten seriös berechnet und ihre Finanzierung gesichert sein.

Was auch die anderen Fraktionen keinesfalls wollen: die Staudenbahn schnell ins Rollen zu bringen auf die Gefahr hin, dass danach der Landkreis und die Gemeinden zum Nachschießen von Geldern genötigt werden, weil sonst die Züge wieder stillstünden. Und Landrat Martin Sailer stellt klar: „Der Landkreis wird auf keinen Fall der Betreiber sein.“ Dafür müssten andere sorgen.

Eine Möglichkeit: Investor könnte der Staudenbahn-Schienenweg-Förderverein werden. Unter Vorsitz von Langenneufnachs Bürgermeister Josef Böck sind darin die Betriebsgesellschaft der Bahn und die Anliegergemeinde zusammengeschlossen. Böck glaubt, die in der Machbarkeitsstudie genannten Investitionskosten von 14 Millionen bis 18 Millionen Euro könnten noch deutlich unterschritten werden. Das würden erste konkrete Angebote zeigen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Wortführer im Kreisausschuss warnten hingegen vor „Schönrechnen“. Sie wollen verlässliche Zahlen. Die genauer zu erkunden, gelang auch Bernhard Hannemann (Freie Wähler) noch nicht. Auf seine Nachfragen will die Kreisverwaltung Zahlen der Machbarkeitsstudie erst mal „verifizieren“.

Der weitere Fahrplan für die Staudenbahn listet also zunächst ein weiteres Abklären und Verhandeln auf: Der Freistaat soll sich auf Betriebs-Zuschüsse in Form eines Trassenentgelts für gefahrene Kilometer festlegen. Die Stauden-Gemeinden sollen klären, wie stark die Bahn genützt würde, und zustimmen, dass die Linienbusse künftig nur Zubringer zur Bahn sind, nicht parallel rollen.

Letztlich wünschen sich die Kreisräte eine Garantie der Stauden, dass ihre Bürger tatsächlich von Auto und Bus auf den Zug umsteigen. Güller: Der „Ball liegt in den Stauden“. Böck sagt dazu: „Erst brauchen wir reelle Zahlen und Fahrplandaten.“ Statt grüner Signale markieren also Fragezeichen den Schienenweg der Staudenbahn. "Randbemerkung

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20MMA_01346.tif
Landkreis

SPD-Politiker fordert Strom für die Staudenbahn

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket