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Bobingen

10.08.2020

Projekte verschleppt? Bobinger SPD kritisiert neue Rathausspitze

Das beherrschende Thema in Bobingen war lange die Zukunft des Bads. Die SPD kritisiert nun, dass ein Neubau verschleppt werden soll.
Bild: Peter Stöbich (Archiv)

Plus Bei der Hauptversammlung der Bobinger SPD wird der verlorene Wahlkampf analysiert. Kritik gibt es am Stillstand bei Bad und Bahnhof.

Die SPD ist zurück. Wenigstens in Bobingen. Selbstverständlich kamen bei der Jahreshauptversammlung in der Singoldhalle noch einmal Fehler und Versäumnisse rund um die verlorene Kommunalwahl im Frühjahr zur Sprache. Armin Bergmann, scheidender Ortsvereinsvorsitzender, räumte ein: „Natürlich ist im Wahlkampf auch einiges schief gelaufen. Zum Beispiel haben die Rosen, die wir verteilt haben, zu blühen begonnen. Allerdings waren die Blüten gelb und nicht rot.“

Schwierige Gesamtsituation der Partei

Trotzdem sahen die Genossen eher die allgemein schwierige Lage der Partei im Ganzen als ausschlaggebenden Faktor. „Kommunalpolitisch haben wir Bobingen lange Zeit mitgestaltet. Vor allem Bernd Müller hat über viele Jahre einen exzellenten Job als Bürgermeister gemacht“, erklärte der Fraktionschef im Stadtrat, Edmund Mannes. Der Unterbezirksvorsitzende der SPD, Fabian Wamser, sah das ähnlich. „Ich hatte ein allgemein schlechtes Ergebnis der SPD bei diesen Kommunalwahlen befürchtet. Angesichts des Ergebnisses in Bobingen, das lange Zeit als SPD-Hochburg galt, war ich dann regelrecht erschrocken“, sagte Wamser. Doch dann kehrte langsam der Kampfgeist zurück. Helmut Jesske, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, erinnerte daran, was zu tun sei: „Unser Motto war immer Gestalten statt Verwalten. Doch seit dem Wechsel an der Rathausspitze wird nur noch verwaltet.“

Vorwurf: Fertige Konzepte werden in Bobingen verschleppt

Jesske spielte damit auf die immer wieder erhobenen Vorwürfe an, dass es nur am SPD-Bürgermeister gelegen habe, dass es beim Ausbau des Bobinger Bahnhofes nicht voranginge.

Der Bobinger Bahnhof ist mittlerweile Hauptdarsteller in einem Drama mit vielen Akten. Barrierefreier Ausbau? - In weiter Ferne.
Bild: Elmar Knöchel (Archiv)

. „Jetzt sind nur noch Schwarze untereinander. Bürgermeister, Landrat, Verkehrsminister. Und was ist geschehen? Nichts!“ Und noch ein zweites Ärgernis machte Jesske aus: „Wir haben alle Weichen gestellt, um das barrierefreie Wohnen in der Bobinger Siedlung zum Laufen zu bringen, aber es passiert wieder nichts!“ Dies war eine eindeutige Kampfansage an den neuen Bürgermeister von Bobingen, dass man nicht hinnehmen wolle, dass bereits fertige Konzepte verschleppt würden.

Was ist mit dem Badneubau in Bobingen?

Ähnliches befürchtete auch Zweiter Bürgermeister Achim Bergmann. „Wir haben immer klipp und klar für den Badneubau plädiert. Doch nun scheint es so, als wolle man das Thema langsam einschlafen lassen.“ Dabei sei man sich vor Jahresfrist trotz Wahlkampf noch einig gewesen, dass der Badneubau dringend angegangen werden müsse. Nicht erst dann, wenn ein technischer Ausfall eine Schließung nötig machen wird. „Wenn das Bad stirbt, dann stirbt damit auch ein Teil von Bobingen“, machte Bergmann deutlich.

Die Bobinger SPD scheint ihren Kampfgeist wiedergefunden zu haben. Dazu passt auch, dass ein neuer Vorstand gewählt wurde. Neuer Ortsvereinsvorsitzender ist nun Fredderik Matern aus der Siedlung. Armin Bergmann kann sich damit auf die Arbeit im Stadtrat und als Zweiter Bürgermeister konzentrieren. Als Stellvertreterin wurde Stefanie Schleich gewählt.

Erinnerungen an die Ohlendorf-Preisverleihung

In seinem Abschlussbericht ging der scheidende Vorsitzende noch einmal auf die Höhepunkte seiner Amtszeit ein. Er erinnerte an die Feierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen der Bobinger SPD mit dem Ehrengast Ulrich Maly. Und er dachte an die Verleihung des Willi-Ohlendorf-Preises an Josef Pröll zurück: „Die Preisverleihung war ein Ereignis, das weit über Bobingen hinaus Beachtung gefunden hat. Vor allem die bewegende Laudatio von Charlotte Knobloch wird mir im Gedächtnis bleiben“, schloss Bergmann seinen Bericht.

Danach stimmte dann Fabian Wamser die anwesenden Mitglieder auf die Wahl der Delegierten zur Bundeswahlkreiskonferenz ein. Dort werden die Kandidaten zur Bundestagswahl nominiert. Wamser erklärte, dass er sich Hoffnungen mache, dass es mit der SPD wieder aufwärts gehen könne.

Der neu gewählte Vorstandder Bobinger SPD: (von links) Anna Bergmann, Edmund Mannes, Armin Bergmann, Ulrike Harner, Tina Dorn, Fredderik Matern, Stefanie Schleich, Fabian Wamser.
Bild: Elmar Knöchel

Vor allem ein Thema läge ihm sehr am Herzen. „Während der akuten Phase des Lockdowns wurde allabendlich für Altenpfleger, Krankenschwestern und alle anderen sogenannten systemrelevanten Arbeitnehmer applaudiert. Doch jetzt lässt die Aufmerksamkeit wieder nach.“ Seiner Meinung nach müsse es ein Hauptthema der SPD im Bundestagswahlkampf sein, endlich eine gerechte Entlohnung und verbesserte Arbeitsbedingungen in diesen Berufsgruppen zu erreichen. „Das sollte unser Thema Nummer eins sein“, so Fabian Wamser.

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