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Königsbrunn

31.01.2019

Rückenwind für den Energiespar-Preis

Die Stadt Königsbrunn hat eine Beteiligung an einem Windrad. Dieses liefert so viel Energie, dass damit fast alle Liegenschaften der Stadt versorgt werden können.
Bild: Marcus Merk

Die Stadt Königsbrunn will ihre Anstrengungen beim Stromsparen zertifizieren lassen. Doch weil ein Dienstleister unbrauchbare Daten liefert, stockt der Prozess.

Seit zwei Jahren bemüht sich die Stadt Königsbrunn um den european energy award (eea). Bei dem Preis werden kommunale Energiekonzepte bewertet. Es handelt sich um ein „Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für kommunale Energieeffizienz und Klimaschutz, das lokale Potenziale erkennt und nutzt und die Akteure vor Ort einbindet.“ Dazu hat die Stadt auch schon viele Schritte unternommen, für einen Preis hat es aber noch nicht gereicht, weil die erforderlichen Daten nicht geliefert werden konnten. Jetzt hat sich der Stadtrat mit dem Thema befasst.

Dr. Kerstin Koenig-Hoffmann vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu in Kempten präsentierte den Stand der Dinge. Das Institut bewertet die Bemühungen der Kommunen und vergibt dafür Punkte. Bei der letzten Bewertung kam Königsbrunn auf 41,3 Prozent der erreichbaren Punkte. Es gebe gute Fortschritte in vielen Feldern, sagte Koenig-Hoffmann. Allerdings bestehen auch noch viele Potenziale bei den kommunalen Gebäuden und Anlagen – und das, obwohl die Stadt Königsbrunn eine Partnerschaft für ein Windrad abgeschlossen hat, das genug Energie produziert, um die städtischen Liegenschaften fast ganzjährig mit Strom zu versorgen, wie Alwin Jung (Grüne) betonte.

Wenn die Daten vorliegen, soll der Award geschafft werden

Doch die Punkte drückten nur den Stand der zugelieferten Daten aus, nicht den Ist-Stand, sagte Bürgermeister Franz Feigl (CSU). Man versuche, dem zuständigen Mitarbeiter im Rathaus Harro von Dunker zu entlasten, damit dieser die erforderlichen Daten nach Kempten weiterliefern kann. Denn an der Zertifizierung hängen auch Fördergelder. „Der Energy Award ist ein gutes Managementsystem, das uns hilft, bei den angeschobenen Dingen den Überblick zu behalten“, sagte Feigl. Er sei zuversichtlich, dass die Zertifizierung geschafft wird, sobald alle Daten vorliegen. Umso mehr, wenn durch die Sanierung der Schulen noch weitere Energie gespart wird. Der Bürgermeister rechnet damit, dass spätestens in zwei Jahren die erforderlichen Punkte erreicht werden.

Dass es damit bislang nicht geklappt hat, liege an Fehlern im System erläuterte Harro von Dunker: Das Energie-Controlling übernimmt eine externe Firma für die Stadt. Dies sei prinzipiell eine gute Verteilung der Aufgaben, weil dadurch eine gute Kontrollmöglichkeit über den Verbrauch gegeben sei, sagte von Dunker. Allerdings gab es bei der Datenlieferung zuletzt Probleme. Eine beauftragte Firma ging in die Insolvenz, das Nachfolgeunternehmen lieferte im ersten Anlauf einen unbrauchbaren Datensatz. So muss von Dunker nun neben seiner normalen Arbeit selbst mit nacharbeiten – was den ganzen Prozess natürlich verzögert.

Florian Kubsch (SPD) zeigte sich überrascht, dass sich die Zulieferung der Zahlen so lange hinzieht: „Ich hoffe, dass die Idee für eine Zuarbeit für Herrn von Dunker die Haushaltsberatungen übersteht.“ Es sei wichtig, immer wieder zu überprüfen, wo man stehe. Wie Vertreter aller Fraktionen lobte die Arbeit des städtischen Energieteams, in dem Stadträte, Mitarbeiter der Verwaltung und andere Helfer an Ideen für umweltschonende Maßnahmen bei städtischen Anlagen sammeln.

Muss die Daten-Lieferung zwei Jahre dauern?

Alwin Jung forderte für die Zukunft häufigere Sachstandsberichte zum Energy-Award. Die Übermittlung der Daten müsse zudem schneller möglich sein als die vom Bürgermeister veranschlagten zwei Jahre: „Die Maßnahmen sind ja da, es fehlen lediglich die Eintragungen.“ Angesichts der guten Arbeit des Energieteams fehle ihm etwas der Einsatz der Verwaltung für das Projekt. Die Spitzen der Ämter seien häufig nicht bei den Sitzungen dabei. Das sei aber wünschenswert, um einen besseren Informationsstand in allen betroffenen Abteilungen zu bekommen. Zudem plädierte er dafür, sich schon jetzt für weitere Verbesserungen auf den Weg zu machen. Im Gespräch ist zum Beispiel eine Fernwärme-Versorgung für das künftige Baugebiet an der Raber Straße.

Christian Toth (FDP/BF) und Helmut Schuler (Freie Wähler) sprachen sich für mehr Engagement in diesem Bereich aus. Toth unterstützte die Idee mehr Spielräume für Harro von Dunker zu schaffen, um die Datenweitergabe zu beschleunigen und mehr Transparenz über den Fortgang des Projekts zu schaffen. Schuler sagte, es reiche nicht zu sagen, dass man auf einem guten Weg sei. Es brauche differenzierte Informationen. Für solch ein wichtiges Thema könne man auch mal Gelder locker machen.

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