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Landkreis Augsburg

22.02.2021

Wie Grundschulen und Abschlussklassen im Kreis die Rückkehr in den Präsenzunterricht meistern

Seit Montag haben die Grundschüler und Abschlussklassen im Landkreis wieder Präsenzunterricht. Für die Schulleiter war es eine organisatorische Herausforderung, trotzdem sind sowohl Lehrer als auch Schüler froh, wieder im Klassenzimmer zu sitzen.
Bild: Arne Dedert, dpa (Symbolbild)

Plus Nach Wochen im Homeschooling werden Grundschüler und Abschlussklassen wieder vor Ort unterrichtet. Wie Schulleiter den Start erleben und vor welchen Herausforderungen sie stehen.

Nach wochenlangem Distanzunterricht werden die Grundschüler und Abschlussklassen im Landkreis wieder vor Ort unterrichtet - wenn auch nur im Wechsel. Um den Abstand einzuhalten, wurden die Klassen mancherorts geteilt. Trotzdem sind die Schüler und Lehrer froh, ins Klassenzimmer zurückzukehren.

"Den meisten steht die Freude ins Gesicht geschrieben", sagt Bosa Rieder, Rektorin der Grund- und Mittelschule in Großaitingen. "Der Präsenzunterricht hat einen anderen Stellenwert bekommen." Gerade für die Kinder seien soziale Kontakte und der Bezug zum Lehrer wichtig.

Großaitinger Rektorin stand vor logistischer Mammutaufgabe

Die Hälfte der 240 Grundschüler war am Montag vor Ort. Im täglichen Wechsel erhalten sie Präsenzunterricht. "Wir sind technisch nicht so gut ausgestattet, dass die Schüler, die daheim sind, online zuschauen können", sagt Rieder. Stattdessen bekommen sie Hausaufgaben, die sie am nächsten Tag im Homeschooling bearbeiten. Die Lehrer stünden jederzeit für Fragen bereit, aber Online-Unterricht wie bisher sei kaum möglich - zu hoch wäre die Doppelbelastung für die Lehrer.

Die Rektorin selbst stand vor einer logistischen Mammutaufgabe: Klassen aufteilen, Räume finden, den Busfahrplan anpassen, die Notbetreuung aufrechterhalten. "Es war und ist eine anstrengende Zeit. Aber ich bin froh, dass die Kinder zurück sind, und hoffe, dass alles wie geplant klappt", sagt Rieder.

Auch die 19 Neuntklässler, die heuer ihren Abschluss machen, sitzen im Wechsel in Großaitingen im Klassenzimmer. "Uns ist wichtig, dass alle gut auf die Prüfungen vorbereitet werden", sagt Rieder. So dürfen einige Schüler, denen das Lernen zu Hause schwerfiel, dauerhaft am Präsenzunterricht teilnehmen.

Neben dem Präsenzunterricht muss es auch die Notbetreuung geben

In der Grundschule Königsbrunn-West setzt man auf ein ähnliches Modell. Rektor Jürgen Naßl sagt, dass sich durch den täglichen Wechsel der Kontakt zu den Kindern besser aufrechterhalten lasse. Auch hier bekommen die Schüler ein Materialpaket, das am Tag des Online-Unterrichts zu bearbeiten ist.

Naßl sorgt sich vor allem um die Doppelbelastung durch Notbetreuung und Präsenzunterricht. Ein "Kraftakt", wie er betont. Denn auch während des Lockdowns war er nie allein im Schulgebäude: Bis zu 70 der 290 Schüler besuchten in den vergangenen Wochen die Notbetreuung. Mit der Rückkehr zum Unterricht gebe es weiterhin 36 Schüler, die abseits vom Präsenzunterricht betreut werden müssen.

Die Stadt hat deshalb für die Grundschule Königsbrunn-West eine zusätzliche pädagogische Assistentin engagiert. Nach dem ersten Tag Präsenzunterricht zieht Naßl ein positives Fazit, sagt aber auch: "Wenn Personal fehlt, wird es nicht funktionieren." In solchen Fällen müsse die Betreuung neu aufgeteilt werden. Das bedeutet mehr Stress zum Nachteil von Lehrern und Schülern.

Untermeitinger Schulleiterin sagt: "Die Freude überwiegt gerade alles"

Kritisch sieht der Schulleiter auch den begrenzten Raum in den Klassenzimmern und die Einhaltung des Mindestabstands. Gerade bei Erst- und Zweitklässlern sei das schwierig, da sie engen Kontakt zu Lehrkräften suchen.

Christiane Reismüller, Rektorin der Untermeitinger Grundschule, beobachtet aber, dass sich die meisten Kinder gut an die Vorschriften halten. "Die Kinder sind es mittlerweile gewohnt", sagt sie. Auch Reismüller hat am ersten Tag des Präsenzunterrichts durchweg positive Rückmeldungen erhalten. Schon nach der Pause hätten Lehrer berichtet, dass die Kinder glücklich seien, wieder beieinander zu sein. "Die Freude überwiegt gerade alles", sagt Reismüller.

In Schwabmünchen sind die Abschlussklassen dauerhaft zurück an der Schule

Als "entspannt und freudig" beschreibt auch Markus Rechner, Leiter der Leonhard-Wagner-Realschule Schwabmünchen, die Rückkehr zum Präsenzunterricht. Weil sich der Abstand in den größten Räumen einhalten lasse, sitzen in Schwabmünchen wieder alle 142 Schüler der sechs Abschlussklassen im Klassenzimmer.

Für die Lehrer sei es eine Herausforderung, Präsenz- und Distanzunterricht parallel zu geben. Der Online-Unterricht lasse sich im bisherigen Umfang nicht aufrechterhalten, sagt Rechner. Um die Abschlussklassen macht sich der Schulleiter aber keine Sorgen: "Die Prüfungen wurden nach hinten verschoben. So haben wir mehr Zeit, um mögliche Lücken zu füllen und die Schüler gut vorzubereiten."

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