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Fußball

28.08.2018

Für ein Spiel ist Schweinsteiger wieder „dahoam“

Bastian Schweinsteiger mit dem Bayerischen Verdienstorden.
Bild: dpa

Der Ex-Bayern-Star besucht mit seinem aktuellen Verein München. Ein letztes Mal wird er das FCB-Trikot tragen

„Dahoam“ ist es eben doch am schönsten. Und daheim ist für den Fußballer Bastian Schweinsteiger München, der FC Bayern und die Allianz Arena. In diese kehrt der 34-Jährige, inzwischen leicht ergraute Ausnahmekicker am Dienstagabend (20.30 Uhr/RTL) noch einmal zurück, zum offiziellen Abschiedsspiel mit seinem aktuellen Verein Chicago Fire gegen seinen Herzensklub. 75000 Bayern-Fans werden das Stadion bis auf den letzten Platz füllen, um ihren „Fußball-Gott“ zu feiern und ihn in der zweiten Halbzeit noch einmal im Trikot des Rekordmeisters zu erleben.

Schweinsteiger freut sich narrisch auf einen emotionalen Abend in seinem Zuhause. „Ich bin einfach nur froh, hier zu sein. Es ist ein sehr heimatverbundenes Gefühl, in München zu sein. Ich hatte wunderbare Jahre beim FC Bayern“, sagte er.

Bei einer Pressekonferenz auf dem ihm so vertrauten Vereinsgelände präsentierte sich ein in den USA weiter gereifter Profi und junger Familienvater, der mit der Gelassenheit eines „Elder Statesman“ über den FC Bayern, die Nationalelf, sein Leben und seine schillernde Karriere plauderte.

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Er ist gespannt, ob ihn die Gefühle wieder so überwältigen werden, wie es bei seinem Abschiedsspiel als Nationalspieler vor exakt zwei Jahren der Fall war, als er bei seinem 121. Länderspiel viele Tränen vergoss. „Ich habe damals den Abschied von der Nationalmannschaft im Vorfeld etwas unterschätzt. Du hast Bilder im Kopf, du siehst in die Gesichter der Leute und lässt dich davon leiten.“ Abschiedsspiel II will er genießen: „Ich weiß nicht, wie emotional es wird.“

Vermutlich sehr. Schon der Vorlauf war berührend für den Oberbayern, der als 13-Jähriger zum FC Bayern kam, sich dort vom „Basti“ über „Schweini“ zur Persönlichkeit entwickelte. 2000 Fans besuchten am Sonntagabend das Training von Chicago Fire auf dem Bayern-Gelände, viele im roten Trikot mit Schweinsteigers Bayern-Nummer 31. Am Montag verlieh der bayerische Ministerpräsident Markus Söder dem „Vorbild“ Schweinsteiger den Bayerischen Verdienstorden: „Sie sind Bayern – und Sie haben für Bayern Überragendes geleistet.“

In 17 Jahren hat Schweinsteiger 20 Titel mit dem FCB gewonnen, ehe er 2015 erst zu Manchester United und dann weiter in die Major League Soccer wechselte. Er ist verheiratet mit der ehemaligen Weltklasse-Tennisspielerin Ana Ivanovic. Im Frühjahr kam der gemeinsame Sohn auf die Welt.

„Bastian war immer ein Spieler, auf den sich der FC Bayern hundertprozentig verlassen konnte, der immer das ganze Herz beim FC Bayern hatte“, sagt Präsident Uli Hoeneß. Beide verbindet eine besondere Beziehung. Als Manager versuchte Hoeneß einst, dem Jung-Profi die Flausen auszutreiben. „Da kriegst du die eine oder andere Watschn von Uli Hoeneß“, erinnerte Schweinsteiger lachend: „Ich habe aber nie was Schlimmes gemacht.“

Bei allen Erfolgen, die bitterste Niederlage war der vielleicht größte Antrieb in Schweinsteigers Karriere. Das verlorene Champions-League-Finale 2012 gegen den FC Chelsea, bei dem er als letzter Bayern-Schütze im Elfmeterschießen nicht traf. Daraus sei später die Kraft erwachsen, 2013 das Triple zu gewinnen und ein Jahr später auch den WM-Titel in Brasilien. (dpa)

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