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Dillingen

11.09.2019

Golfprofi Sebastian Heisele gewinnt erstmals auf der Challenge Tour

Der Dillinger Golfprofi Sebastian Heisele holte sich bei der Open de Bretagne seinen ersten Turniersieg auf der Challenge Tour.
Bild: Witters

Nach seinem Sieg in Frankreich darf sich der Dillinger Golfprofi Sebastian Heisele (31) Hoffnungen auf die European Tour machen. Dabei hatte er zuletzt zu kämpfen.

Seinen Heimflug aus Frankreich hatte Sebastian Heisele schon mal „provisorisch“ vom Sonntag auf den Montag verlegt. Schließlich lag der Dillinger Golfprofi bei der „Open de Bretagne“ ab dem dritten Tag in Führung und hatte auf der Finalrunde des Turniers am Sonntag eine entsprechend späte Startzeit. Dass er dann seinem ohnehin schon starken Ergebnis mit Runden von 73, 64 und 65 eine weitere 65er-Runde hinzufügte und sich damit seinen ersten Sieg auf der Tour holte, setzte das Sahnehäubchen auf ein perfektes Turnierwochenende – das in den Abendstunden mit der Pokalübergabe und einem Siegerscheck in Höhe von 32.000 Euro zu Ende ging.

Zurück in München, wo Heisele mittlerweile lebt und trainiert, spricht er mit Erleichterung über seinen Premierensieg auf der Challenge Tour, der zweithöchsten Golfserie in Europa. „Es hat leider etwas länger gedauert mit dem ersten Sieg, als ich gedacht hatte. Ich war ja des Öfteren schon nah dran. Deshalb ist es schön, dass es jetzt geklappt hat“, sagt der 31-Jährige, der bereits 2012 ins Profilager gewechselt ist.

Das bisher erfolgreichste Jahr seiner Karriere spielte er 2017. In diesem gelang Heisele die Qualifikation für die European Tour, die höchst dotierte und wichtigste Golfserie Europas. Er holte Platz zwei bei der Foshan Open in China und einen geteilten dritten Platz bei der KLM Open in den Niederlanden. Doch aufgrund zu weniger Spitzenplatzierungen und folglich auch zu wenig gewonnenem Preisgeld verlor Heisele die Spielberechtigung 2018 wieder. Seitdem versucht er, sich auf der Challenge Tour wieder an die Spitzenserie heranzuarbeiten – was ihm nach dem Sieg in Frankreich mit einem starken Saison-Finish durchaus noch gelingen könnte.

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Dillinger Golfprofi musste sieben Wochen pausieren

Dabei hatte das Jahr 2019 nicht gerade gut begonnen für Sebastian Heisele, der in Dubai aufgewachsen ist und später mit seinen Eltern in Dillingen sesshaft wurde. Mittlerweile kommt der Golfprofi aber meist nur noch zu kurzen Besuchen nach Dillingen, denn die meiste Zeit des Jahres reist er von Turnier zu Turnier.

Im Frühjahr 2019 musste er aber eine mehrwöchige Zwangspause einlegen, weil er sich einen Sehnenanriss am rechten Fuß zugezogen hatte. „In der Vorbereitung auf ein Turnier in der Slowakei habe ich mir zuhause auf dem Golfplatz in einem Loch den Fuß verdreht und die Bänder angerissen. Ich dachte erst, ich könnte einfach später zum Turnier reisen, aber dann bekam ich zwei Wochen lang einen Gips. Das hat sich über sieben Wochen hingezogen“, erzählt der Profi, der in Behandlung beim bekannten Münchner Sportmediziner Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt war.

Danach dauerte es eine Weile, bis Heisele wieder seinen Rhythmus gefunden hatte. „Das war dann doch ein ziemlich bescheidener Saisonbeginn“, gibt er im Rückblick zu. Dazu kam, dass der Abstieg von der European Tour immer noch an ihm nagte.

So konnte er sich auch nicht wirklich freuen, als er im April in Marokko die Open Tazegzout auf der drittklassigen Pro Golf Tour gewann. „Das war für mich mehr ein Arbeitsziel. Das hat sich auch nicht als Sieg angefühlt. Alle um mich rum haben sich gefreut, nur ich mich nicht“, gesteht er. „Es ist halt die Einsteiger-Tour. Wenn man von ganz oben kommt und dann dort spielt, ist das ein komisches Gefühl. Von ganz oben nach ganz unten – das war ein harter Schritt. Aber so ist der Sport.“

Golfer Sebastian Heisele viermal in den Top-30 der Challenge Tour

Doch es gelang ihm, sich Stück für Stück wieder nach vorne zu arbeiten. Vier Platzierungen unter den Top 30 auf der Challenge Tour unterstrichen zuletzt seine aufsteigende Form – und mündeten nun in den Sieg in Frankreich. „Es tut in der Seele gut, wenn dann so ein Erfolg kommt“, sagt Heisele mit Blick auf die Höhen und Tiefen, die er im vergangenen Jahr durchlebt hat.

Ausgezahlt hat sich damit auch die Zusammenarbeit mit seinem Trainer Philippe de Busschere, zu dem er im vergangenen Sommer gewechselt ist. „Von Anfang an war es mein Ziel, die Tourkarte für die European Tour 2020 wieder zurückzuerobern. Durch die Verletzung war das erst in weite Ferne gerückt. Doch durch den Sieg bin ich in eine Position gerückt, in der es nun wieder machbar erscheint.“

Dafür müsste er am Saisonende der Challenge Tour unter den besten 15 besten Spielern sein. Momentan belegt er Rang 32. Sieben Turniere bleiben noch, unter anderem die beiden höchst dotierten – das Foshan Open in China und das große Finale auf Mallorca. Mit einem weiteren Sieg würde Heisele seinen Traum von der Rückkehr auf die European Tour verwirklichen.

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