Newsticker
Bundesregierung stuft mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete ein
  1. Startseite
  2. Sport
  3. Köln war für die Bundesliga und die DFL nur ein Warnschuss

Köln war für die Bundesliga und die DFL nur ein Warnschuss

Kommentar Von Anton Schwankhart
03.05.2020

Drei positive Corona-Tests beim 1. FC Köln bringen den fragilen Frieden rund um die Geisterspiele ins Wanken. Doch die großen Herausforderungen kommen erst noch.

Am Freitag, als sich das Land gerade anschickte am Ende einer wieder einmal aufregenden Corona-Woche in den Feierabend zu gehen, ließ eine Meldung aus dem Hauptquartier des 1. FC Köln hochschrecken. Zwei Spieler und ein Physiotherapeut des Fußball-Bundesligisten waren positiv auf das Virus getestet worden.

Der Klub nannte weder Namen noch Spielfeldpositionen der Akteure. Erst am Vortag hatte die DFL mit Tests bei den 36 Erst- und Zweitligisten begonnen. Die drei Infizierten, die symptomfrei seien, hieß es, müssten sich nun in 14-tägige Quarantäne begeben.

Das hätte vor einigen Wochen noch für keinen großen Wirbel gesorgt, schließlich war der Liga-Betrieb eingefroren und keiner wusste, wann es weitergehen würde. Nun aber soll aufgetaut werden. Am Mittwoch trifft sich die Kanzlerin zum wiederholten Mal mit den Ministerpräsidenten in einer Videoschalte. Während der Profi-Fußball aus Gründen der politischen und sozialen Hygiene bislang nie auf der Agenda war, soll es dieses Mal klare Ansagen zur Bundesliga geben.

Die jetzigen Corona-Vorfälle könnten die Politik zum Grübeln bringen

So kurz vor einem möglichen Anpfiff kommen positive Corona-Tests zur völlig falschen Zeit. Nun muss Taskforce-Leiter Tim Meyer eine Rest-Anfälligkeit jenes Hygiene-Systems einräumen, mit dem sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) bei der Politik um eine Spielgenehmigung beworben hat. Das könnte die insgesamt gutwilligen Ministerpräsidenten wieder neu ins Grübeln bringen.

 

Die DFL argumentiert derweil so, wie man das aus der Dopingfahndung kennt. Frei nach dem Motto: Bedauerlich, dass wir auf positive Proben gestoßen sind, aber das zeigt immerhin, dass unser System funktioniert. Was aber, wenn die Klubs demnächst ihr Trainingsniveau auf Spielbetrieb hochfahren? Wenn Körperkontakt, Schweißabrieb und Speichelflug die Kicker begleiten? Was, wenn die ersten Covid-19-Fälle durch die Kabinen husten?

Passiert dann das, wovor der Fußball mehr Angst hat, als vor der Pandemie selbst, nämlich die komplette und endgültige Absage der Saison mit all’ ihren wirtschaftlichen Folgen?

Die großen Herausforderungen für die Vereine kommen erst noch. Gibt es zu viele positive Corona-Fälle, kippt das Hygiene-System. Köln war nur ein Warnschuss.

Lesen Sie dazu auch: FC Augsburg wartet auf Erlaubnis für Mannschaftstraining

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren