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Wie Donald Trump die Fußball-WM sabotierte

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Kommentar Von Florian Eisele
12.06.2018

Iranische Nationalspieler stehen kurz vor der WM ohne Schuhe da. Was der US-Präsident damit zu tun hat und was nun die einzig richtige Reaktion wäre.

Es ist an der Zeit, über das Spielgerät der ab morgen wichtigsten Nebensache der Welt zu reden: Fußball. Von Begriffen wie Ball und Kickschuh sind wir mittlerweile weit entfernt. Wer denkt, dass bei der morgen startenden Weltmeisterschaft noch einfach mit einem Schuh gegen einen Ball getreten wird, der hätte Alexander Gerst auch mit einem Nokia 3210 samt Jamba-Sparabo ins All geschossen.

Der Telstar 18 etwa – so die Bezeichnung des aktuellen Spielgeräts, das zuvor unter dem Namen Ball firmierte – ist ein Meisterwerk deutscher Ingenieurskunst, samt wasserabweisender Oberfläche und einer im Windkanal optimierten Flugkurve. Ganz zu schweigen von den Schuhen: Diese sind dank in modernsten Rechenzentren ausgereifter Balance ein Werkzeug mit chirurgischer Präzision.

Das muss man wissen, um das Ausmaß des Schadens zu verstehen, das der iranischen Nationalmannschaft entstanden ist. Einige Spieler des Team stehen kurz vor der WM vor einem Problem: Sie haben keine Schuhe. Der US-amerikanische Sportartikelhersteller Nike, der sie sonst ausstattet, verweigert eine Auslieferung und verweist auf die Wirtschafts-Sanktionen, die US-Präsident Donald Trump gegen den Iran verhängt hat.

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Der iranische Mittelfelspieler Saeid Ezatolah gehört zu den Spielern, die von Nike ausgestattet werden. Sein Ausrüster weigert sich, ihm Schuhe zu stellen, so dass er sich selbst nun Schuhe besorgt hat.
Bild: Alexander Nemenov, AFP

Allgemeiner Ausstatter der iranischen Nationalmannschaft ist der deutsche Sportartikelhersteller Adidas – aber einige Spieler laufen eben in Nike auf. Die entschuhten Kicker haben sich zwar schon selbst geholfen und in Sportgeschäften neue Treter rangeschafft. Ihr portugiesischer Nationaltrainer Carlos Queiroz will aber den Weltverband Fifa um Hilfe bitten.

Doch wer sich von der Fifa Hilfe erhofft, der hat schon verloren. Das einzig probate Mittel wäre es nun, den Druck auf die USA und Trump zu erhöhen. Der deutsche Hersteller Adidas muss nun zum Gegenschlag ausholen. Die Lösung: Der aus Herzogenaurach stammende WM-Ball darf ab sofort nicht mehr vom US-amerikanischen Team berührt werden, solange die Sanktion gegen den Iran aufrecht erhalten werden. Zu dumm nur, dass die USA diese Forderung ohnehin erfüllen werden: Sie haben die Qualifikation nicht gepackt.

Hier finden Sie den kompletten Spielplan zur WM, den Sie über diesen Link auch im PDF-Format zum Ausdrucken finden: Spielplan zum Herunterladen und Ausdrucken.

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