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Augsburger Panther
13.08.2021

4:1 gegen Italiens Nationalteam: Augsburger Panther glänzen im Dolomiten-Cup

Brady Lamb, Samir Kharboutli und Thomas Trevelyan (v.l.) freuen sich über das Tor. Die Augsburger Panther haben das Auftaktspiel des Dolomitencup gewonnen. Sie setzten sich gegen die italienische Nationalmannschaft mit 4:1 durch.
Foto: Siegfried Kerpf

Der AEV zieht wieder ins Endspiel des Dolomiten-Cup ein: Die Augsburger Panther gewannen ihr Spiel mit 4:1 gegen Italiens Nationalteam.

Eishockeyspieler müssen improvisieren können. Olivier Roy rollte in der engen Eishalle von Neumarkt seine Gymnastikmatte im Gang vor der Umkleide aus. Der Kanadier absolvierte 90 Minuten vor dem Eröffnungsbully seine Dehnübungen, ging wie eine Kunstturnerin in den Spagat. Wenige Meter weiter sprintete Henry Haase neben der Bande auf und ab, um der Muskulatur zu signalisieren: Die Eishockey-Saison beginnt.

Gleich mehrere Besonderheiten bot die Auftaktpartie der Panther am Freitag Abend in der Würth-Arena von Neumarkt nahe dem Kalterer See. Es war das erste Match mit Zuschauern nach eineinhalb Jahren. 600 Besucher durften unter der 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) in der 1200 Zuschauer fassenden Eishalle Platz nehmen. Ungewöhnlich auch, dass ein Klub aus der Deutschen Eishockey-Liga gegen eine Nationalmannschaft antritt. Der Grund: weil das italienische Team Ende des Monats noch um das Ticket für die Olympischen Winterspiele in Peking kämpft, kamen die Azzurri beim Dolomitencup zum Zug. Und schließlich war das Match der erste Auftritt des neuen AEV-Trainers Mark Pederson.

Spiel mit Besonderheiten: Augsburger Panther siegen im Dolomiten-Cup gegen Italien

Der Kanadier verließ die Halle mit einem guten Gefühl. Die Augsburger Panther siegten 4:1 (1:1, 0:0, 3:0) im Auftaktmatch des Dolomitencups. Die Tore für den DEL-Klub schossen Samir Kharboutli, Colin Campbell, Maximilian Eisenmenger und Brad McClure. Als bester Panther wurde Kharboutli ausgezeichnet.

„Ich wollte einige Automatismen im Angriff und in der Defensive sehen. Wir haben alles trainiert, aber natürlich fehlte noch einiges“, sagte der Coach, der zuletzt in Dänemark gearbeitet hatte. „Auch wenn es Vorbereitung ist: ich will Siegermentalität sehen“, fügte der neue Bandenchef an. Besonders im Fokus standen die Neuzugänge. Die spannendste Personalie bislang ist Chad Nehring. Der Kanadier mit Wurzeln in Ostdeutschland litt nach einer Gehirnerschütterung auch unter Depressionen und hatte einen steinigen und langen Weg zurück zu seinem Arbeitsplatz. Der ehemalige Düsseldorfer lief als Außen neben dem aus Wien gekommenen Colin Campbell und Michael Clarke auf. Nehring setzte eine der Vorgaben von Trainer Mark Pederson, der mehr Härte und Aggressivität im AEV-Auftritt sehen will, konsequent um und fuhr gute Checks. Aber auch offensiv präsentierte sich Nehring wendig und reaktionsschnell.

Der ehemalige Wiener Campbell spielte die erste Chance heraus und traf nach 60 Sekunden die Querstange. Als Scheibenverteiler mit Übersicht ließ Verteidiger-Neuzugang Jesse Graham seine Fähigkeiten aufblitzen. Dafür hat Pederson den Abwehrmann aus Finnland geholt. Auch im Überzahlspiel im zweiten Abschnitt zog Graham die Fäden. Pirouetten beherrscht der Kanadier fast so schön wie einst Katharina Witt - nur mit Puck eng am Stock.

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Die kernigsten Checks fuhren wie gewohnt die bewährten AEV-Verteidiger Scott Valentine und Brady Lamb, der wie schon in der vergangenen Saison als Kapitän auflief. „Allerdings nur heute, am Sonntag hat jemand anderer das C auf dem Trikot“, sagte Lamb. Der neue Coach will mehr Konkurrenzkampf auf allen Positionen und in allen Funktionen. Zwei dicke Torchancen hatte Michael Clarke in der 15. Minute auf der Kelle, doch der AEV-Stürmer scheiterte am glänzenden Italien-Schlussmann Andreas Bernard, der zum besten Mann seines Teams gewählt wurde.

Der erste Saisontreffer entsprang einer Kombination der dritten Reihe mit bekannten AEV-Profis. T. J. Trevelyan und David Stieler wühlten in der Ecke die Scheibe heraus und brachten sie aufs Tor. Samir Kharboutli versenkte die von Nationalkeeper Andreas Bernard abgeprallte Scheibe zum 1:0 in der 16. Minute im Netz. Die Freude über den ersten Treffer der jungen Saison währte nicht lange. Von der blauen Linie überwand Michel Marchetti die Augsburger Nummer eins Olivier Roy eine Minute später zum 1:1. Dem Kanadier Roy war die Sicht verstellt. Die Augsburger, mit fünf Erfolgen (2013, 2014, 2016, 2018 und bei der jüngsten Auflage 2019) bei sieben Teilnahmen der Rekordsieger des Dolomitencups, waren die aktivere Mannschaft und hatten mehr vom Spiel. Aber auch die Azzurri zeigten sich  hoch motiviert, schließlich haben sie mit der Olympia-Quali ein ehrgeiziges Ziel vor Augen.

Baustelle für den AEV: Am Powerplay müssen die Augsburger Panther noch arbeiten

Ausgeglichen verlief der zweite Abschnitt, in dem die Schiedsrichter die ersten Strafen in der fairen Partie aussprachen. Ein Treffer fiel jedoch weder im Powerplay der Augsburger noch der Italiener. Die Panther kamen gut in die Aufstellung, im Abschluss fehlte jedoch die Präzision, was nicht verwunderlich ist in der früheren Saisonphase. Am Powerplay, das Trainer Pederson als große Baustelle in der vergangenen Saison analysiert hatte, wird noch gearbeitet.

In der 47. Minute rettete AEV-Schlussmann Roy in höchster Not gegen Stefan Giliati. Das 2:1 in der 50. Minute entsprang einer Kombination von der Neuzugängen. Graham passte auf Nehring, der von hinter dem Tor den Torschützen Campbell bediente. Maximilian Eisenmenger fälschte nur zwei Minuten später einen Schuss von Wade Bergman zum 3:1 ab. Die Siegesparty der rund 350 mitgereisten AEV-Fans auf den Rängen nahm nun Fahrt auf. Brad McClure machte mit dem 4:1 die Final-Teilnahme perfekt. Am Ende feierten die Anhänger ihre lange vermissten Idole.

Am Samstag treffen im zweiten Halbfinale der Deutsche Eishockeymeister Eisbären Berlin und der Schweizer Spitzenklub EHC Biel aufeinander. Der Sieger spielt im Finale am Sonntag (20 Uhr) gegen Augsburg. Den Verlierer erwartet um 16 Uhr das italienische Nationalteam.

Augsburger Panther Roy - Valentine, Lamb; Bergman, Rogl; Haase, Graham; Gottwald - Payerl; LeBlanc, McClure; Nehring, Campbell, Clarke; Trevelyan, Stieler, Kharboutli; Sternheimer, Magnus Eisenmenger, Max Eisenmenger; Miller

Tore: 1:0 (16. Minute) Kharboutli (Trevelyan, Stieler), 1:1 (17.) Michele Marchetti, 2:1 (50.) Campbell (Nehring, Graham), 3:1 (52.) Maximilian Eisenmenger (Bergman), 4:1 (55.) McClure (Graham) Strafminuten 2 - 2

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