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Augsburger Panther

07.12.2018

Die AEV-Goalies: Ein starkes Team, das nie zusammen auf dem Eis steht

Der gebürtige Augsburger Markus Keller (links) und der Kanadier Olivier Roy bilden in dieser Saison das beste Goalie-Duo der Deutschen Eishockeyliga.
Bild: Siegfried Kerpf

Markus Keller und Olivier Roy sind ein Grund für den Höhenflug der Panther. Die beiden wohnen nicht nur im selben Haus, sondern haben noch andere Gemeinsamkeiten.

Vor kurzem trafen sich Olivier Roy und Markus Keller zusammen mit ihren Freundinnen zum Badmintonspielen. Die Zusammensetzung der Doppel wurde bunt durchgewechselt, doch Roy legt auf eines Wert. „Die beiden Frauen hatten gegen uns keine Chance.“ Das Zusammenspiel mit seinem Torhüter-Kollegen funktionierte auch in dieser Situation offenbar perfekt. Zwar stehen die beiden nie zusammen auf dem Eis, trotzdem bilden sie im Trikot der Augsburger Panther das beste Goalie-Duo der Deutschen Eishockeyliga. Roy belegt mit einer Fangquote von 92,5 Prozent (17 Spiele) Platz vier des DEL-Rankings, Keller rangiert mit 91,7 Prozent (10 Spiele) knapp dahinter auf Rang sieben.

Roy ist die Nummer 1, Keller die 1b bei den Augsburger Panthern

Die Rollen sind klar verteilt, sagt Trainer Mike Stewart. Roy ist seine Nummer 1. Keller aber als Nummer 2 zu bezeichnen, würde das Thema verfehlen. Vielleicht trifft es 1b noch am ehesten. Jeder bekommt seine Eiszeit, wenngleich Roy häufiger spielt. So auch am Freitagabend im Derby gegen Ingolstadt (19.30 Uhr/live auf Telekomsport).

So oder so: Die beiden geben den Panthern jenen Rückhalt, den sie in der vergangenen Saison nicht hatten. Damals standen Jonathan Boutin und Ben Meisner im Tor. Das Duo schaffte es nicht, über die gesamte Spielzeit eine vergleichbare Stabilität und Sicherheit aufzubauen. Zudem soll zwischen Boutin und Meisner bestenfalls eine Nicht-Beziehung bestanden haben.

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Die beiden AEV-Goalies wohnen sogar im selben Haus

Ganz anders geht es zwischen Roy und Keller zu. „Wir verstehen uns auch privat super“, sagt Keller. „Wir haben uns schon oft gegenseitig zum Essen eingeladen.“ Praktischerweise wohnen die beiden Torhüter im gleichen Haus, was die Wege zum gemeinsamen Abendessen kurz macht. „Wenn du in ein neues Team kommst, erwartest du nicht, so schnell eine Freundschaft zu schließen. Aber Kellsi und ich sind inzwischen richtig gute Freunde“, sagt Roy.

Stewart hat bisher die richtige Mischung aus Eiszeit und Auszeit für sein Duo gefunden. „Davon profitieren alle, denn bei uns spielt nie ein müder Torwart“, sagt Keller. Neid oder Missgunst dem gegenüber, der gerade spielt, ist den beiden fremd. „Egal, wer auf dem Eis steht: Jeder gibt unserem Team die Chance zu gewinnen“, erklärt Roy. „Klar will man immer spielen,“ sagt auch Keller. „Aber wenn der andere gut spielt und wir als Team gewinnen, freut man sich natürlich.“

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Bild: Ulrich Wagner

Im Training pushen sich er und Roy gegenseitig. Am besten sei das bei Spielübungen zu sehen, erzählt Keller mit einem Schmunzeln. Dabei werden zwei Mannschaften gebildet, die bis zu einem gewissen Spielstand gegeneinander spielen. Keller: „Da will natürlich jeder unbedingt gewinnen. Am Anfang sagt der Trainer, wir spielen bis fünf Tore – aber oft fallen fast keine Tore. Wenn wir dann gerade erst bei oder zwei drei sind, sagt er plötzlich: Wer das nächste Tor schießt, gewinnt."

In der Spielweise ähneln sich die beiden nicht

Von ihrer Spielweise sind Roy und Keller eher unterschiedlich. Roy ist kleiner, dafür aber extrem explosiv und beweglich. „Seine Technik ist sehr gut und er kann das Spiel lesen“, sagt Stewart. Keller dagegen sei durch seine Größe eher ein Blocker, er muss sich weniger bewegen. „Kellsi kann die Winkel sehr gut verkleinern. Und seitdem er mit unserem Torwarttrainer Max Dürr zusammen arbeitet, bleibt er sehr stabil in seiner Technik.“

Den beiden Torhütern kommt entgegen, dass die komplette Panther-Mannschaft deutlich stabiler in der Defensive auftritt. Alle Stürmer arbeiten konsequent nach hinten mit. „Du kannst der beste Goalie der Welt sein, aber wenn du keine Mannschaft vor dir hast, die dir hilft, nützt das nichts. Du brauchst Leute, die Schüsse blocken und Passwege wegnehmen. Darauf musst du dich verlassen können. Die Jungs vor uns machen da einen großartigen Job“, sagt Roy. Das Ergebnis: Schon viermal blieb er ohne Gegentor. Nur Danny aus den Birken vom deutschen Meister München gelangen bisher ebenfalls vier Shutouts. Am Freitagabend bietet sich Roy in Ingolstadt die nächste Gelegenheit, diese Statistik auszubauen.

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