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ERC Ingolstadt

22.11.2017

Doppelter Befreiungsschlag

Schluss mit der Pleitenserie: Der ERC Ingolstadt gewann am Dienstagabend mit 2:1 nach Penaltyschießen in Augsburg. Hier stößt Petr Taticek (links) AEV-Torschütze Matt White beiseite.
Bild: Siegfried Kerpf

Für den ERC Ingolstadt enden mit dem 2:1-Sieg nach Penaltyschießen in Augsburg zwei Negativserien. Was Larry Mitchell sagt und vom Spiel in Nürnberg erwartet.

Die Erleichterung bei den Spielern des ERC Ingolstadt war deutlich zu spüren, als sie am Dienstagabend das Curt-Frenzel-Stadion in Augsburg Richtung Mannschaftsbus verließen. Mit dem hart erkämpften 2:1-Sieg nach Penaltyschießen war die zehnte Niederlage hintereinder gerade noch abgewendet worden.

„Ich freue mich für die Jungs“, sagte Interimstrainer Larry Mitchell nach dem Erfolg an seiner alten Wirkungsstätte zufrieden. „Gerade wie wir das Spiel gewonnen haben, ist sehr wichtig und könnte auch wichtig für die Zukunft sein.“ 99 Sekunden vor Spielende hatte Jacob Berglund den Puck irgendwie zum 1:1-Ausgleich über die Torlinie gedrückt. Nach überlegen geführter Verlängerung entschied schließlich Mike Collins mit zwei verwandelten Penaltys das bayerische Derby zugunsten der Ingolstädter. „Nach jeder Niederlage wird es härter“, sagte der Schwede Berglund rückblickend. „Aber wir müssen immer daran glauben und bis zum Ende kämpfen.“

Wie groß die Verunsicherung beim ERC Ingolstadt nach der Pleitenserie war, war auch in Augsburg deutlich zu spüren. Vor dem Tor zu zögerlich, im Spielaufbau zerfahren. Es war wahrlich keine Glanzleistung, die die Gäste zeigten. „Wir sind natürlich froh über die zwei Punkte“, meinte Goalie Timo Pielmeier. Man habe jedoch noch viel Arbeit vor sich. „Klar bringen wir die Scheibe irgendwie Richtung Tor. Wir haben aber eigentlich genug Qualität, um über Spielzüge zum Erfolg zu kommen. Das fehlte noch, wird aber in Zukunft kommen.“ Wie es in den jüngsten Wochen um das Seelenleben des Teams bestellt war, beschrieb Mitchell wie folgt: „Ich habe jeden Tag versucht, die Jungs aufzubauen. Sie haben schon ein bisschen den Glauben an sich verloren. Hätten wir das 1:1 nicht geschossen, wäre es für jeden Trainer hinter der Bande noch schwieriger geworden.“

Wie lange er selbst noch in Doppelfunktion tätig ist, konnte Mitchell weiterhin nicht einschätzen. „Es hat sich nichts geändert. Ich habe mich am Montag in meiner wenigen Freizeit mit einem Kandidaten getroffen“, berichtete Mitchell. „Aber es bleibt bei unserem Plan. Wir wollen nicht einfach einen Trainer präsentieren, sondern auch überzeugt von ihm sein.“ Nach dem zweifachen Punktgewinn von Augsburg muss der neue Trainer zumindest nicht nach einer schier endlosen Niederlagenserie starten.

Ob der Erfolg in Augsburg einen Befreiungsschlag bedeutet? Mitchell: „Es wäre viel zu einfach, wenn sofort alles beiseite gelegt wäre.“ Den nächsten Schritt in eine erfolgreiche Richtung kann der ERC bereits am Donnerstagabend (19.30 Uhr) machen, wenn er in Nürnberg zu Gast ist. „Sie sind neben München das beste Team der Liga“, weiß Mitchell um die Herausforderung, die auf seine Mannschaft wartet. Aber: „Es ist eine verrückte Liga. Nürnberg ist zwar Favorit, aber in der DEL hat man in jedem Spiel eine Chance.“

Neben der aktuellen Pleitenserie ist es den Ingolstädtern gelungen, eine zweite, äußerst ungewöhnliche negative Serie zu durchbrechen. Ihr letztes Penaltyschießen hatten sie am 27. Februar 2015, damals in Iserlohn, gewonnen. Es folgten zweieinhalb Jahre, in denen acht solcher Entscheidungen um den Zusatzpunkt verloren gingen.

Während sich Neuzugang Mike Collins über diesen Fakt erstaunt zeigte und ihn kaum glauben konnte, war Mitchell bestens darüber informiert. „Unser Geschäftsführer Claus Gröbner erzählt mir das glaube ich jeden Tag, seit ich hier bin“, sagte der Interimstrainer mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht. „Meine erste SMS gleich im Bus wird an ihn gehen.“

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