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ERC Ingolstadt
26.10.2018

Panther „ballern“ gegen den Trend

Ein Bild mit Symbolcharakter: Während Haie-Schlussmann Gustaf Wesslau (im Hintergrund) sichtlich bedient ist, kamen die Akteure des ERC Ingolstadt im ersten und dritten Drittel aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus.
Foto: Xaver Habermeier

Nachdem in den vorangegangenen beiden Duellen mit den Kölner Haien nur wenige Tore gefallen waren, feiert der ERCI am Freitagabend ein 6:0-Schützenfest

Eine eiskalte Chancenverwertung im ersten und dritten Drittel, eine starke Defensiv-Leistung über 60 Minuten sowie ein erneut herausragender Goalie Jochen Reimer: Das waren am Freitagabend die Hauptzutaten des beeindruckenden 6:0 (3:0, 0:0, 3:0)-Erfolgs des ERC Ingolstadt vor 3608 Zuschauern in der Saturn-Arena gegen die Kölner Haie. Am Sonntag (16.30 Uhr) gastieren die Panther bei den Krefelder Pinguinen.

Wer sich im Vorfeld dieses bayerisch-rheinländischen Duells die eine oder andere Statistik ansah, der konnte allerdings durchaus auf den Gedanken kommen, dass sich zwischen Panthern und Haien ein herrliches Match für „Defensiv-Fetischisten“ entwickeln könnte. Zum einen trafen die beiden Teams mit den bislang wenigsten Gegentoren im bisherigen Saisonverlauf aufeinander. Zum anderen wurde auch in den vergangenen beiden Partien regelrecht mit Toren gezeigt. Beim letzten Hauptrunden-Match in der zurückliegenden Spielzeit hatten die Haie mit 1:0 die Oberhand behalten, während der ERCI am dritten Spieltag in dieser Saison in der Lanxess-Arena nach einer „perfekten Auswärtspartie“ mit 2:1 triumphierte.

Auch am gestrigen Freitagabend sah es zunächst danach aus, als würden die beiden Goalie Jochen Reimer (Ingolstadt) und Gustaf Wesslau (Köln) einen ruhigen und gemächlichen Abend erleben. Gute Einschuss-Gelegenheiten in den ersten zehn Minuten? Mangelware!

Als „Spielverderber“ aus Sicht der Haie entwickelte sich dann jedoch ein Akteur, der nicht nur aufgrund seines spektakulären Treffers im ersten Duell in Köln von den Panther-Anhängern den Spitznamen „Zaubermaus“ verpasst bekam: Tyler Kelleher! Der 23-jährige US-Boy – nach Worten seines Coaches Doug Shedden „so groß wie eine Cola-Dose“ – startete an beziehungsweise durch drei Haie-Akteuren hindurch einen Sololauf, der alleine das Eintrittsgeld wert gewesen wäre. Seine grandiose Vorarbeit nutzte schließlich Ryan Garbutt aus spitzem Winkel zum ersten Saisontor sowie der damit verbundenen Ingolstädter Führung (10.).

Für die Panther war dieser Treffer quasi der „Dosenöffner“ in einem Match, dass sich nun völlig entgegengesetzt der beiden vergangenen Aufeinandertreffen entwickelte. Zwar blieben die Rheinländer vor dem Kasten von Reimer zunächst überaus harmlos. Dagegen bissen die Oberbayern im weiteren Verlauf des ersten Abschnitts innerhalb von 17 (!) Sekunden noch zweimal zu. Erst versenkte Panther-Torjäger Mike Collins einen Wesslau-Abpraller aus der Drehung zum 2:0 (17./zuvor hatte Maury Edwards geschossen), ehe auch Darin Olver endlich seinen ersten großen Glücksmoment im bisherigen Saisonverlauf erlebte. Nach einem krachenden Check und Scheibengewinn von Garbutt hinter dem Kölner Gehäuse landete der Puck beim Deutsch-Kanadier, der diesen mit der Rückhand und einer Portion „Dusel“ Wesslau durch die Schoner busgierte – 3:0 (17.)! Für Olver war es im 15. Anlauf sein erstes Tor!

Auch im weiteren Verlauf dieser Begegnung musste der siebenfache deutsche Meister die (bittere) Erfahrung machen, wie schwer es in dieser Saison ist, gegen die Panther überhaupt zu treffen. Zwar konnte sich das Draisaitl-Team nun mehrfach im Angriffsdrittel festsetzen. Doch entweder wurden zahlreiche Schussversuche von den Panthern geblockt oder Reimer reagierte wie bei einer Unterzahl-Situation gegen „Rauhbein“ Steven Pinizzotto und Ben Hanowski (jeweils 33.) ausgezeichnet. Einziger Kritikpunkt an den Schanzern: Sie hätten bis dahin dieses Match bereits endgültig entscheiden können. Doch Joachim Ramoser (26.), David Elsner (31.) und Brett Olson (33.) scheiterten an Wesslau oder zielten vorbei.

Nachdem sich Reimer im Schlussabschnitt seinen bereit dritten Shutout in dieser Hauptrunde gegen Austin Madaisky (44.) und Jason Akeson (45.) redlich verdient hatte, machten schließlich Thomas Greilinger (49./Überzahl), erneut Garbutt (53.) und Laurin Braun (53.) den Kantersieg perfekt.

„Neben der starken Teamleistung hat es mich vor allem gefreut, dass sich Ryan Garbutt, Darin Olver und Laurin Braun erstmals in die Torschützenliste eintragen konnten“, resümierte Panther-Coach Doug Shedden, der darüber hinaus auch die unzähligen geblockten Schüsse seiner Truppe hervorhob: „Das macht keiner gerne, da es immer mit Schmerzen verbunden ist. Doch das zeigt, welch starken Charakter wir in unserer Mannschaft haben.“

ERC Ingolstadt: Reimer – Friesen, Wagner; Edwards, Koistinen; Sullivan, Jobke; S. Schütz – Collins, Olson, D’Amigo; Kelleher, Olver, Garbutt; Greilinger, Cannone, Elsner; Braun, Wohlgemuth, Ramoser. – Tore: 1:0 Garbutt (10.), 2:0 Collins (17.), 3:0 Olver (17.), 4:0 Greilinger (49./PP), 5:0 Garbutt (53.), 6:0 Braun (53.). – Zuschauer: 3608.

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