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ERC Ingolstadt

21.02.2020

Sieg in München: Höfflin lässt die Panther jubeln

Der „Mann des Abends“: Mit seinem 3:2-Siegtreffer in der Verlängerung sicherte Panther-Stürmer Mirko Höfflin seiner Mannschaft zwei wichtige Punkte in München.
Bild: Johannes Traub

Angreifer des ERC Ingolstadt erzielt beim Gastspiel in München den 3:2-Siegtreffer in der Verlängerung. Warum der Stadion-DJ mit seiner Musikauswahl aus Panther-Sicht genau ins Schwarze trifft

Der Stadion-DJ hatte, vermutlich ungewollt, mit seiner Musikauswahl eigentlich genau ins Schwarze getroffen. Die ersten 20 Minuten waren vorbei. Der ERC Ingolstadt führte beim Meisterschafts-Aspiranten RedBull München mit 1:0 – was nicht zu erwarten, aber auch nicht unverdient war. Und in der alten Eishalle dröhnte der Synthie-Popsong „Blinding Lights“ von The Weeknd. Die Panther spielen ihn stets nach jedem Sieg in ihrer Kabine.

Und sie konnten ihn auch in ihrer Umkleide in München wieder laufen lassen. Mit 3:2 (1:0, 0:2, 1:0, 1:0) nach Verlängerung gewann der ERCI in der Landeshauptstadt und hielt damit Schritt mit den Konkurrenten um Platz sechs aus Wolfsburg, Bremerhaven und Düsseldorf, die ihre Partien allesamt gewannen.

„1001 Nacht“ hatte Münchens Stadionsprecher bei der nachträglichen Ehrung für das 1000. DEL-Match des Ex-Panthers Yannic Seidenberg ausgerufen. Doch es ließ sich zunächst gemächlich an im Olympiapark. Entgegen aller Erwartungen, denn in drei Vergleichen zwischen beiden Teams fielen bisher 30 Tore. Erst wurde den Opfern des Anschlags in Hanau gedacht („Nazis raus!“-Rufe von beiden Fanlagern inklusive), dann wollte die Stadionuhr nicht laufen, das Heimtor nicht in seiner Verankerung bleiben – und auf dem Eis ließen zweikampfstarke Ingolstädter Münchens gewöhnliche Belagerungstaktik überhaupt nicht erst aufkommen. ERCI-Stürmer Kris Foucault traf in Minute 15 den Pfosten. Münchens beste Möglichkeiten hatten J.J. Peterka und Routinier Chris Bourque (beide 10.).

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Wayne Simpson bringt den ERC Ingolstadt in Führung

Auf der Schanz haderte man in den vergangenen Tagen bekanntlich mit der Zeit. Der Nackenschlag von Straubing (0,9 Sekunden vor Ende) sorgte für Frust. Am Mittwoch hatte Köln mit der Schlusssirene noch die Chance zum Ausgleich. Diesmal aber erwiesen zunächst die Panther ein gutes Gespür für den richtigen Moment. Zwölf Sekunden vor Drittelende legte Wayne Simpson quer zum zuletzt eher abschlussschwachen, jetzt aber enteilten und jubelnden Brett Olson – 1:0!

Nur ist München eben nicht Köln. Gegen harmlose Haie in der Krise fielen Defensivfehler nicht ins Gewicht. Gegen den souveränen Tabellenführer aber, der fünf Partien in Folge gewann, am Freitagabend die Teilnahme an der Champions Hockey League (CHL) klar machen konnte und schon Tickets fürs Viertelfinale verkaufte, sind Unachtsamkeiten verboten. „München ist eine Maschine“, sagte Trainer Doug Shedden vor der Partie. Und die lief im zweiten Drittel erst heiß. Der im Rückraum ungedeckte Bourque glich auf Zuspiel des Jubilars Seidenberg aus (27.). Trevor Parkes überlief Fabio Wagner und düpierte auch den erneut startenden Reimer im Panther-Kasten zur 2:1-Heimführung (32.).

Ingolstadt, mit der gleichen Aufstellung wie zwei Tage zuvor (ohne die verletzten Jerry D’Amigo und Simon Schütz und den überzähligen Petr Taticek), sattelte sich erst wieder zum Drittelende. Doch Maury Edwards scheiterte nach schönem Pass von Tim Wohlgemuth an RedBull-Goalie Danny aus den Birken. Und Brandon Mashinter vergab mit der Pausensirene.

ERC Ingolstadt bekommt zwei Powerplays im Schlussdrittel

Es drohte die elfte Niederlage aus 13 Auftritten in München seit 2014. Doch die Panther bekamen noch zwei Powerplays im Schlussabschnitt. Keith Aulie packte einen Kniecheck gegen Wojciech Stachowiak aus. Frank Mauer zog Mirko Höfflin beide Beine weg. Die erste Strafe verstrich ereignislos. Dann, noch zwei Minuten zu spielen, tauchte Simpson in Überzahl plötzlich vor aus den Birken auf und belohnte seine engagierten Panther mit dem späten Ausgleich.

Ein „perfektes Auswärtsspiel“ forderte Goalie Reimer, um in München etwas mitzunehmen. Und die Ingolstädter waren nah dran am makellosen Gastauftritt. Es ging in die Overtime. In dieser kreiste Mirko Höfflin durchs Heimdrittel, zuckte mit der Schulter, vernarrte seinen Gegenspieler und verwandelte zum viel bejubelten 3:2 (62.).

„Über die gesamte Partie betrachtet, haben wir viele Zweikämpfe an der Bande gewonnen“, resümierte nach der Schlusssirene Sieg-Torschütze Höfflin, der auf seinen Treffer sichtlich stolz war: „Das war ein Bilderbuch-Tor bei Drei-gegen-Drei“. Lob gab es auch von Coach Doug Shedden: „Wir haben hart und konzentriert gearbeitet. Ein Kompliment an meine Mannschaft.“

ERC Ingolstadt: Reimer – Seigo, Wagner; Edwards, Jobke; Sullivan, Friesen – Simpson, Olson, Collins; Wohlgemuth, Höfflin, Foucault; Bailey, Olver, Stachowiak; Mashinter, Findlay, Elsner; Detsch. – Tore: 0:1 Olson (20.), 1:1 Bourque (27.), 2:1 Parkes (32.), 2:2 Simpson (58.), 2:3 Höfflin (62.). – Zuschauer: 5640.

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