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FC Augsburg

09.03.2019

Caiuby erlebt bei seinem neuen Verein harte Zeiten

Noch läuft es nicht für Caiuby (rechts) bei den Grasshoppers. Hier unterhält er sich mit seinem Kollegen Yoric Ravet, der vom SC Freiburg ausgeliehen ist.
Bild: imago

Plus Auch mit dem Brasilianer läuft es bei Zürich nicht. Nach nur zwei Wochen bekommt er einen neuen Trainer. Caiuby spricht in einem Interview auch über den FCA.

Thomas Schifferle kennt sich aus bei den Grasshoppers Zürich. Der Sport-Journalist des Tagesanzeigers in Zürich begleitet seit über 20 Jahren die beiden Züricher Vereine FC Zürich und Grasshoppers. Die Glanzzeiten des Rekordmeisters (27 Titel) sind aber schon lange vorbei, die letzten Meisterschaften datieren von 2001 und 2003. Doch so tief wie in dieser Saison ist der neue Verein von Caiuby noch nie gesunken. Der FC Augsburg hat den Brasilianer vorerst bis Saisonende an den Schweizer Erstligisten ausgeliehen. „Die Lage ist wirklich ernst. Dabei war die klare Vorgabe Platz vier und damit die Teilnahme an der Europa League“, erklärt der Journalist, „doch die Mannschaft ist in einem desolaten Zustand.“

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Und seit der 1:3-Niederlage gegen den FC Luzern Letzter in der Zehnerliga. Der Abstieg droht. In der Super League liegt GC nach 23 von 36 Spielen aber zumindest nur einen Punkt hinter Xamax Neuchâtel, das auf dem Relegationsplatz steht. Zum definitiv rettenden vorletzten Platz (FC Luzern) beträgt der Rückstand aber bereits acht Zähler.

„Gegen Luzern hat Caiuby so schlecht gespielt wie alle anderen“, erzählt Schifferle und beschreibt eine Szene in der 14. Minute. Bei einem Konter spielte der vom SC Freiburg ausgeliehene Yoric Ravet einen Fehlpass. Ravet und die mitgelaufenen Caiuby und Julien Ngoy blieben einfach stehen. „Das war bezeichnend“, sagt Schifferle. Dabei hatte Caiuby den Journalisten bei seinem ersten Auftritt beim 1:1 beim FC Thun überrascht. „Er hat 90 Minuten durchgespielt.“

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Das war eigentlich nicht zu erwarten. Denn vor seiner Ausleihe Mitte Februar hatte Caiuby beim FCA nicht nur seinen Urlaub um drei Wochen überzogen, sondern auch danach nicht mehr mit der Mannschaft trainiert. Es waren nicht die einzigen Undiszipliniertheiten, die sich Francisco da Silva Caiuby zuletzt in Augsburg geleistet hat. Doch das schreckte Grasshoppers-Trainer Thorsten Fink, den Ex-Bayernprofi, nicht ab, Caiuby nach Zürich zu holen.

Caiuby spielt mit Raphael Holzhauser zusammen

Dort ist Caiuby übrigens nicht der einzige Ex-FCA-Spieler. Auch der Österreicher Raphael Holzhauser, 26, trug schon das FCA-Trikot – in der Saison 13/14. Und auch so kennt sich Caiuby in der größten Schweizer Stadt gut aus. Schon während seiner Zeit in Augsburg, schreibt Schifferle im Tagesanzeiger, sei Caiuby immer mal wieder in Zürich gewesen. Dort leben rund 1400 Brasilianer (Stand 2016). Die halten in ihrer Community das Lebensgefühl ihrer Heimat hoch.

Wohl auch ein Grund, warum Caiuby nach seinem Aus beim FCA in die Schweiz ging. Es gab auch Angebote aus Deutschland, der FC Ingolstadt hat sich ganz intensiv um seinen Ex-Spieler bemüht, doch hier fühlte er sich anscheinend als „Skandal-Profi“ gebrandmarkt. Eigentlich, so hatte er betont, würde er gerne nach Brasilien zurückkehren. Doch das zerschlug sich mangels Interesse: „Es lag nichts auf dem Tisch aus Brasilien“, erklärte FCA-Manager Stefan Reuter nach der Veröffentlichung der Leihe.

Jetzt also die Schweiz. In den ersten Wochen machte Caiuby einen guten Eindruck. War pünktlich, verpasste kein Training. Schifferle war vom direkten Gespräch durchaus angetan. „Er war sehr freundlich.“

Caiuby nahm auch zu den Vorfällen in Augsburg Stellung, wenn auch nicht gerne. Seine 22.000 Euro Geldstrafe für das Schwarzfahren nach dem Oktoberfest nahm er sogar mit Humor. „Das ist alles ein wenig schiefgelaufen. Für dieses Geld sollten sie in Augsburg eine Caiuby-Linie machen“, witzelte er bei seinem Interview. Der Spaß hört bei ihm aber bei seinem Kopfstoß-Verfahren auf. Das Amtsgericht Augsburg hat wegen vorsätzlicher Körperverletzung einen Strafbefehl gegen den 30-Jährigen erlassen. Er hat Einspruch eingelegt. „Es war etwas, ja. Aber das war nicht ich“, wird er im Tagesanzeiger zitiert.

Warum er aber im Winter über drei Wochen zu spät aus Brasilien zurück kam, wollte er nicht erklären: „Ich habe meine Gründe gehabt. Was in Augsburg war, hat nichts mit hier zu tun.“

Der neue Trainer kennt Caiuby aus Ingolstadt

Doch hier, also bei den Grasshoppers, hat sich einiges getan. Nach dem blamablen 1:3 gegen Luzern wurde Thorsten Fink, 51, nach nicht einmal zehn Monaten entlassen. Mit ihm musste auch Sportchef Mathias Walther gehen. Also die beiden Personen, die ihn nach Zürich geholt hatten. „Das muss aber für Caiuby kein Nachteil sein. Er wird wichtig bleiben. Der neue Trainer kennt ihn aus Ingolstadt“, sagt Schifferle.

Denn als Nachfolger präsentierte GC den Deutschkroaten Tomislav Stipic. Der 39-Jährige, der zuletzt die U19 von Eintracht Frankfurt trainiert hatte, war von 2010 bis September 2014 im Nachwuchs und als U23-Trainer beim FC Ingolstadt tätig. Caiuby spielte damals für den Zweitligisten, ehe er im Sommer 2014 für eine Million Euro zum FCA wechselte.

Beim FCA wird es für Caiuby aber trotz Vertrag bis 2020 keine Zukunft mehr geben. Vielleicht verpflichten ihn ja die Grasshoppers fest – wenn sie erstklassig bleiben.

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