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FC Augsburg

13.09.2017

Stafylidis spricht über HSV-Offerte: "Natürlich geht es auch um Geld"

Konstantinos Stafylidis ist wieder zurück. Trainer Manuel Baum nominierte ihn nach dem gescheiterten Wechsel zum Hamburger SV wieder für den 18er-Kader gegen Köln.
Bild: Klaus Rainer Krieger (Archiv)

Nachdem der Wechsel von Konstantinos Stafylidis zum Hamburger SV scheiterte, hat Manuel Baum kein Problem damit, den Außenverteidiger wieder in die Mannschaft zu integrieren.

Manuel Baum, 38, zögerte keine Sekunde, Konstantinos Stafylidis wieder in den 18er-Kader für das Spiel gegen den 1. FC Köln aufzunehmen, als feststand, dass der griechische Nationalspieler nicht zum Hamburger SV wechseln würde. Ein kurzes Gespräch nach Stafylidis’ Rückkehr von den WM-Qualifikationsspielen reichte dem Trainer des FC Augsburg. „Er hat gesagt, der HSV ist vorbei, jetzt bin ich wieder in Augsburg. Das sieht man in jedem Training und das kauft man ihm auch ab. Das ist nicht nur dahergeredet“, war sich Baum sicher. Und so saß der 23-jährige Linksverteidiger beim 3:0-Heimsieg gegen die Rheinländer wieder auf der Bank.

Dabei hätte es einige Punkte gegeben, die gegen eine Blitz-Resozialisierung gesprochen hätten. Stafylidis hatte von Beginn an deutlich gemacht, dass er gerne wechseln würde. „Es war eine große Ehre für mich, dass Hamburg mich wollte“, erklärte er am Dienstag bei einer Medienrunde. Erstmals nach dem Ende des Transfer-Hickhacks stellte er sich den Fragen der Journalisten. Der HSV sei ein großer Klub. „Wenn du eine gute Offerte hast, geht es nicht nur um das Team. Natürlich spielen wir mit unseren Herzen Fußball. Ich liebe Augsburg, das Team und die Fans, die mich immer unterstützt haben. Aber es geht natürlich auch um Geld. Ich habe Familie, wie wir alle.“

Die hätte sich nach einem Wechsel an die Elbe schon die eine oder andere Frühstückssemmel mehr leisten können. „Wenn einer das Vier- bis Fünffache bekommen kann, was er hier verdient, dann ist ein junger Spieler im Kopf nicht frei“, verdeutlichte Baum die Dimensionen. Beim FCA wird das Gehalt von Stafylidis zwischen 500.000 und 700.000 Euro taxiert.

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Stafylidis ist keiner, der seinen Wechsel mit einem Streik erzwingen will

Und da gab es dann auch einen Instagram-Post, wenige Sekunden vor dem Anpfiff des Pokal-Erstrundenspiels in Magdeburg (0:1). Der FCA hatte das Fehlen von Stafylidis Mitte August damit erklärt, dass er verletzt gewesen sei. Stafylidis postete aber, dass er „gesund“ sei und seinem Team vor dem Fernseher die Daumen drücke. „Ich war nicht verletzt, das ist 100 Prozent wahr. Vielleicht war es keine gute Konversation zwischen mir, den Physios und dem Trainer. Vielleicht haben sie gedacht, ich wäre verletzt, aber ich war es nicht“, erklärte Stafylidis und fügte an: „Für mich war es wichtig, den Fans mitzuteilen, dass ich nicht verletzt bin. Sie sollten nicht denken, dass ich verletzt spiele, weil ich wechseln will.“

Bei der Frage nach Dembélé musste er lachen. Stafylidis ist keiner, der seinen Wechsel mit einem Streik erzwingen will. Im Gegenteil. Als er sich im März die Hand brach, ließ er sich nicht operieren, um im Abstiegskampf nicht zu fehlen. Auch Rückenprobleme ignorierte er, als der FCA ihn brauchte.

Gerade darum schätzt auch FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter den Griechen. Und darum waren die Augsburger auch gar nicht wild darauf, Stafylidis zu verkaufen. Und darum rückten sie auch keinen Cent von ihrem Zehn-Millionen-Euro-Kaufpreis ab, als der dem HSV doch zu hoch war. Auch Interessenten aus England bissen sich die Zähne aus.

Baum reicht Stafylidis die Hand

Jetzt haben der FCA und Stafylidis die Reset-Taste gedrückt. Doch noch ist nicht klar, wo Platz für den 23-Jährigen ist. Als Linksverteidiger ist der gleichaltrige Philipp Max gesetzt. Dessen Vertrag hat der FCA zudem bis 2022 verlängert. Stafylidis ist Max nicht böse: „Wir sind Freunde, unser Verhältnis ist super. Aber wenn ich nicht spiele, fühle ich mich natürlich nicht gut. Aber das hat nichts mit Philipp zu tun.“

Stafylidis ist ehrgeizig, will und muss spielen, um seinen Platz in der Nationalmannschaft nicht zu verlieren. Baum freut sich auf den Konkurrenzkampf: „Ich bin froh, dass Kosta geblieben ist. Wir haben da schon verschiedene Möglichkeiten. So kann Philipp offensiv spielen und Kosta dahinter. Da gibt es zwei, drei Varianten, und die werden wir die Saison über auch brauchen.“

Auch Stafylidis will sich wieder voll auf den Fußball konzentrieren. „Das Wichtigste ist jetzt, dass ich hier bin und hier wieder alles für den FCA geben will. Ich denke im Moment nicht an andere Klubs.“ Er könne jetzt nur hart arbeiten und „wenn der Trainer sagt, Kosta, du spielst, bin ich bereit“.

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