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FC Augsburg

18.05.2015

Warum der FCA nach dem Spiel gegen Hannover verärgert ist

Ernste Mienen nach dem Spiel gegen Hannover. Der FCA ist verärgert.
Bild: Ulrich Wagner

Eigentlich hätten sich die FCA-Spieler und ihre Fans trotz des 1:2 gegen Hannover über den Start in der Europa League freuen können. Warum dennoch viele verärgert waren.

Als Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) am Samstag um 17.20 Uhr in der SGL-Arena das letzte Heimspiel des FC Augsburg in dieser Saison nach 95 denkwürdigen Minuten abpfiff, machte sich ein Stimmungsvakuum bei den Augsburger Spielern breit. Das lag an der 1:2-Niederlage gegen Hannover 96 und an der verzwickten Lage beim Kampf um die Plätze in der Europa League.

Der FCA ist von Platz sieben nicht mehr zu verdrängen und damit so gut wie sicher auf der internationalen Bühne dabei, aber es besteht eben doch noch ein klitzekleines theoretisches Restrisiko.

Während die Hannover Spieler nach quälenden 16 Partien ohne Sieg die Wiederauferstehung ausgelassen feierten, standen die Spieler von Trainer Markus Weinzierl zuerst mit hängenden Köpfen auf dem Rasen. Auch Stadionsprecher Rolf Störmann wusste nicht so richtig, was er sagen sollte. Er setzte zu einer Lobeshymne auf das Erreichen der Europa League an, um dann aber mit dem Hinweis auf das ausstehende Pokalfinale abzubrechen. Was blieb, war Ungewissheit.

Da hatte Weinzierl seine Spieler schon im Mittelkreis zusammengeholt. „Ich hab gesagt, dass es heute zwei Seiten gibt. Es ist die unnötige Niederlage, über die wir uns ärgern, auf der anderen Seite hat die Konkurrenz für uns gespielt. Wir sind auf dem Weg, etwas zu erreichen, was ein riesiges Ausrufezeichen ist, nämlich international zu spielen.“ Dann gingen seine Spieler zu den applaudierenden Fans, machten sich auf dem Weg zum M-Block, um sich mit etwas ratlosen Mienen mit den treuesten der treuen Anhänger auch noch abzuklatschen.

Schiedsrichter war völlig überfordert

Dass keine dem Anlass entsprechende Partylaune aufgekommen war, lag hauptsächlich an Schiedsrichter Zwayer. Der war an diesem Nachmittag völlig überfordert. Er verwehrte dem FCA zwei Elfmeter und bei den beiden 96-Toren durch Lars Stindl (24./54.) ließ er trotz strittiger Szenen zuvor weiterspielen. Das Elfmeter-Tor von FCA-Kapitän Paul Verhaegh (30.) reichte nicht zum Punktgewinn.

Dass Zwayer in der umkämpften Schlussphase den Hannoveraner Hiroki Sakai (77.) und Verhaegh (90.) mit Gelb-Rot vom Platz stellte, ließen sich die FCA-Fans noch eingehen, doch die überzogene Rote Karte für Raúl Bobadilla (90.+5) nach einem harmlosen Schubser brachte sie endgültig in Rage. Mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedeten sie Zwayer in den Bauch der SGL-Arena.

Dort machte auch der FCA-Vorsitzende Klaus Hofmann seinem Ärger lautstark Luft. FCA-Trainer Weinzierl wollte nicht viele Worte verlieren: „Jeder im Stadion hat gesehen, dass er an den entscheidenden Szenen dabei war.“ FCA-Manager Stefan Reuter erklärte in seiner betont ausgleichenenden Art: „Ein paar Entscheidungen waren sehr unglücklich für uns.“

Reuter freute sich mehr über die bevorstehende Premiere auf der internationalen Bühne. „Europa ist ganz klar ein Bonus. Eine schöne Herausforderung für uns“, sagte Reuter. Als ehemaliger Champions-League-Sieger weiß Reuter genau, was auf seine Mannschaft zukommt und wie reizvoll die Partien unter der Woche und unter Flutlicht sein können. „Die Spieler sind so heiß drauf, die wollen unbedingt englische Wochen spielen.“

Durch zwei Tore von Kapitän Lars Stindl gelang Hannover 96 in Augsburg der erste Sieg im Jahr 2015. Für den FCA traf Paul Verhaegh per Elfmeter zum zwischenzeitlichen Ausgleich.
17 Bilder
Die Bilder vom Heimspiel des FCA gegen Hannover 96
Bild: Ulrich Wagner

Warum der FCA Europa (fast) sicher hat

Regularien: Deutschland stehen drei Plätze in der Europa League zu. Pokalsieger, Tabellenfünfter der Bundesliga (steigen in die Gruppenphase ein) und Tabellensechster (muss in die dritte Qualifikationsrunde).

Sonderfall: Wenn der Pokalsieger unter den ersten Sechs der Liga steht, rückt der Tabellensiebte in die Qualifikationsrunde der Europa League nach. Platz sieben reicht in dieser Saison nur dann nicht zur Europa League, wenn Dortmund nicht unter die ersten Sechs der Bundesliga kommt, aber das Pokalfinale gegen Wolfsburg gewinnt.

Was bedeutet das für den FCA?

Der FCA kann realistisch nur Siebter werden, wenn Dortmund gegen Bremen gewinnt und die Augsburger in Gladbach verlieren. Da aber Wolfsburg oder der Sechste Dortmund Pokalsieger wird, ist der FCA als Siebter international dabei.

Einzige theoretische Möglichkeit, die dem FCA die Teilnahme an der Europa League verwehrt: Wenn Bremen gegen Dortmund gewinnt und Augsburg in Gladbach verliert und es Bremen dabei schafft, die um zwölf Treffer schlechtere Tordifferenz wettzumachen. Zum Beispiel Augsburg verliert 0:6, Bremen gewinnt 6:0. Dann ist Bremen Sechster, Augsburg Siebter, Dortmund Achter. Aber selbst in dem Fall bleibt Hoffnung. Gewinnt Wolfsburg das Pokalfinale, ist der FCA als Siebter qualifiziert. Nur wenn Dortmund das Pokalfinale gewinnt, wäre der FCA draußen.

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