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FC Ingolstadt

09.04.2015

Der Kämpfer beißt wieder

Hände hoch: Ergeben hat sich Almog Cohen in dieser Szene nicht. Im Gegenteil: Der Israeli durfte vergangene Woche gegen den FSV Frankfurt erstmals wieder länger spielen und gewann mit dem FC Ingolstadt 2:0.
Bild: Roland Geier

FC IngolstadtAlmog Cohen hat nach einer langen Leidenszeit erstmals wieder mehrere Minuten gespielt. Nach der harten Phase hat der Israeli nun noch einiges vor. Heute Partie in Heidenheim

Ingolstadt Almog Cohen hat in seiner Karriere bereits einiges erlebt. Zwölf Länderspiele für die israelische Nationalmannschaft stehen da zu Buche, dazu 58 Bundesligaspiele für den 1. FC Nürnberg. In besonderer Erinnerung wird dem 26-Jährigen auch seine Einwechslung am vergangenen Sonntag nach 60 Minuten beim 2:0-Sieg des FC Ingolstadt gegen den FSV Frankfurt bleiben.

„Es war schön, endlich wieder einmal zu Hause auflaufen zu dürfen und dem Team helfen zu können“, erzählt Cohen. Hinter dem Mittelfeldspieler liegt eine lange Leidenszeit. In einem Vorbereitungsspiel im Juli hatte er sich einen Schienbeinbruch zugezogen. Während seine Teamkollegen in der 2. Liga an die Tabellenspitze stürmten, verbrachte Cohen viel Zeit im Fitnessraum.

„Es war eine sehr harte Zeit“, blickt Cohen nachdenklich zurück. Man wisse bei einer so schweren Verletzung nie, „wie man zurückkommt“. Aber Cohen ist nicht nur auf dem Platz ein Kämpfer, auch außerhalb. Seine Reha absolvierte er vordergründig in Ingolstadt und drückte seinen Teamkollegen aus der Nähe die Daumen. „Respekt für die tolle Saison, die Jungs haben bisher einen tollen Job gemacht“, sagt Cohen.

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Nun darf er auf dem Platz wieder selbst mithelfen. Erstmals dem Kader gehörte er Anfang März im Derby gegen 1860 München (1:1) an. Beim anschließenden 3:0-Sieg in Aue durfte er für eine Minute Zweitligaluft schnuppern, in Braunschweig (0:0) waren es vier. Nun also die 30 Minuten gegen Frankfurt. Es sei einfach etwas anderes, ein Test- oder Pflichtspiel zu bestreiten, meint Cohen, „für das erste Punktspiel nach elf Monaten war es gut. Aber ich erwarte noch viel mehr von mir.“ Um zu alter Leistungsstärke zurückzukehren, benötige es Einsätze. Cohen: „Ob nun eine, vier oder 30 Minuten, durch Spiele bekomme ich wieder mehr Selbstvertrauen.“

Forderungen stellt Cohen dabei keine. „Es wäre nicht clever, von Anfang an zu spielen. So lange kann ich das Tempo noch nicht mitgehen.“ Ehrliche Worte eines Fußballers, der noch nie ein Blatt vor den Mund genommen hat. Bereits vor knapp eineinhalb Jahren – der FCI befand sich mitten im Abstiegskampf – sprach der Israeli offen von seinem Traum, mit dem FC Ingolstadt in der Bundesliga zu spielen.

Cohen lacht, als er an diese Aussage erinnert wird. „Ja, das habe ich gesagt, jetzt kann es schneller passieren, als erwartet.“ Dem Verein bescheinigt er in jedem Fall „eine große Zukunft“.

Zunächst steht für den FC Ingolstadt heute Abend (18.30 Uhr) die Partie beim Tabellenzehnten 1. FC Heidenheim an. Während Mathew Leckie nach seiner Gelbsperre ins Team zurückkehrt, sind die Einsätze der gegen Frankfurt wegen Muskelproblemen ausgewechselten Alfredo Morales und Moritz Hartmann fraglich. Sicher nicht dabei sein wird Konstantin Engel, der einen Nasenbeinbruch erlitt. Auch Robert Bauer muss weiterhin pausieren.

Almog Cohen hingegen wird erneut im Kader stehen. „Er ist nach seiner langen Verletzung noch nicht wieder bei 100 Prozent“, sagt Trainer Ralph Hasenhüttl, „aber er ist ein Kämpfer und wird noch eine wichtige Rolle für uns spielen“.

Cohen selbst ist einfach nur glücklich, überhaupt wieder bei der Mannschaft zu sein. Seine persönlichen Ziele für die Partie in Heidenheim? Cohen: „Ich will diese Partie mit dem Team einfach nur gewinnen, egal wie lange ich spiele.“

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