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FC Ingolstadt
16.12.2018

Zwischen Mut und Angst

Umkämpfte Partie: Der FC Ingolstadt und der 1. FC Heidenheim trennten sich 1:1.

Der FC Ingolstadt zeigt beim 1:1 gegen Heidenheim zwei Gesichter. Nach einer guten ersten Halbzeit lassen die Schanzer nach der Pause nach – und werden bestraft

Der FC Ingolstadt kann auch unter Jens Keller nicht gewinnen. Die Schanzer verspielten beim 1:1 gegen den 1. FC Heidenheim auch im zweiten Spiel mit dem neuen Trainer eine Führung und sind jetzt seit 13 Begegnungen ohne Sieg.

Dabei hatte es gestern bis zum Seitenwechsel danach ausgesehen, als würde dem FCI gegen den Lieblingsgegner – sämtliche bisherigen sechs Duelle wurden gewonnen – die Wende gelingen. „Wir haben eine sehr, sehr gute erste Halbzeit gespielt“, sagte Keller nach der Partie. Ingolstadt presste früh, eroberte Bälle, zeigte sich fußballerisch verbessert und dominierte das Spiel. Es war ein mutiger Auftritt, von fehlendem Selbstvertrauen war kaum etwas zu spüren. Mehr als das Tor von Dario Lezcano, der nach einem kapitalen Schnitzer der Gästeabwehr traf, gelang dem FCI jedoch nicht (24.). Die beste Chance, auf 2:0 zu erhöhen, vergab Robert Leipertz, der nach einer Flanke von Marcel Gaus den Ball nicht traf (41.). Sogar das nötige Glück hatte der FCI auf seiner Seite. Almog Cohen hätte durchaus die Rote Karte sehen können, als er bereits gelbverwarnt ein zweites Mal rustikal zu Werke ging (38.).

FC Ingolstadt: Cohen wird rotgefährdet ausgewechselt

Keller musste reagieren und wechselte Cohen in der Halbzeit aus. Ohne den „Taktgeber“, wie der Trainer den Mittelfeldspieler nannte, klappte beim FC Ingolstadt nach dem Seitenwechsel nicht mehr viel. Es wirkte, als sei der Mannschaft der Stecker gezogen worden. Der mutige Auftritt der ersten 45 Minuten verwandelte sich in einen ängstlichen. Heidenheim riss in die Partie an sich, der Ausgleich war lediglich eine Frage der Zeit. „Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen und den Gegner, den man eigentlich im Griff hatte, aufkommen lassen“, sagte Benedikt Gimber nachdenklich. Eine wirkliche Erklärung, was in der zweiten Halbzeit los war, lieferte der Verteidiger nicht. Keller sprach von der „Angst, zu gewinnen“. Sein Team habe nicht mehr nach vorne gespielt und das nötige Risiko gescheut. Man habe „im Moment nicht die Sicherheit, ein 1:0 runterzuspielen“, sagte Tobias Schröck, der gestern sein Comeback feierte.

Zunächst war der FCI aber noch mit Fortuna im Bunde, da die Gäste ihre Chancen zum Teil fahrlässig vergaben. Denis Thomalla hätte zwei Mal den Ausgleich erzielen müssen. Erst schoss der Heidenheimer Stürmer freistehend vorbei (57.), dann traf er aus kurzer Distanz nur den Pfosten (75.). Doch Thomalla bekam eine dritte große Möglichkeit serviert und nutzte sie zum 1:1-Ausgleich (76.).

FCI-Torhüter Fabijan Buntic verhindert Rückstand

Fabijan Buntic im FCI-Tor verhinderte im Anschluss sogar einen Rückstand, als er einen Schuss von Nikola Dovedan (81.) und einen Kopfball von Patrick Schmidt (82.) parierte. Erst in der Schlussphase zeigten die Schanzer wieder Offensivdrang, erzielten aber keinen Treffer mehr.

Durch das Remis verkürzte der FCI den Rückstand auf den Tabellen-15. MSV Duisburg auf drei Zähler. Der 16. SV Sandhausen, der gestern in der Nachspielzeit das 2:2 gegen Regensburg kassierte, ist lediglich zwei Punkte entfernt. „Ich bin enorm zuversichtlich“, sagte Keller mit Blick auf die Leistung in der ersten Halbzeit. Um den letzten Platz zu verlassen, sollten die Ingolstädter aber mal wieder drei Punkte einfahren. „Mit Unentschieden kommt man in unserer Situation nicht weiter“, sagte Schröck richtig.

Einmal bietet sich den Schanzern heuer noch die Gelegenheit, ein Spiel zu gewinnen. Am kommenden Samstag (13 Uhr) ist Jahn Regensburg in Ingolstadt zu Gast. „Das ist für jeden ein besonderes Spiel“, sagte Gimber über das Duell mit seinem Ex-Klub. „Es ist ein Derby und wir wollen ein Erfolgserlebnis für unsere Fans.“

FC Ingolstadt 04 Buntic – Ananou, Neumann, Gimber, Gaus – Kerschbaumer, Cohen (46. T. Schröck) – Leipertz (76. Osawe), Kittel (87. Kutschke), Otavio – Lezcano. 1. FC Heidenheim Ke. Müller – Busch, Mainka, Beermann, Theuerkauf – Multhaup (57. P. Schmidt), Dorsch (80. Mat. Wittek), Griesbeck, Thiel (31. Skarke) – Thomalla, Dovedan.

Schiedsrichter Lasse Koslowski (Berlin) – Zuschauer 6965 – Tore 1:0 Lezcano (24.), 1:1 Thomalla (76.).

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